Ein nussiger Falter und die ungeschminkte Victoria Beckham

fendrich.jpgGerade habe ich mich über die Möbelhändler und ihre dummen Rabattaktionen ausgelassen, da möchte ich zumindest dieses zugeben: Es gibt auch andere Menschen, die davon leben, sinnlose Sachen zu produzieren. Nämlich mich und meine Kolleginnen und Kollegen aus der Zunft der „People-Journalisten„.

So hat die Presseagentur Associated Press diese Woche eine Meldung verbreitet, die so so blöd ist, dass ich sie am besten im Original zitiere:

„Dem Sänger und Schauspieler Rainhard Fendrich ist bei Proben auf der Freiluftbühne in Mörbisch am Neusiedlersee ein Nachtfalter in den Mund geflogen. „Ich habe einen Nachtfalterauf der Bühne geschluckt – und ich kann Ihnen sagen, der war richtig gut“, sagte der 53-Jährige nach einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Montagabend vor Journalisten. Auf Nachfragen bezüglich der Geschmacksrichtung entschied sich Fendrich für „irgendwie nussig“.

Auf der Open-Air-Bühne spielt der musical-erprobte Sänger (Foto von Roland Fengler) in derOperette „Das weiße Rössl“ den Zahlkellner Leopold. Er sei aus Florida viel gewohnt, sagte Fendrich, aber „die Mücken waren wirklich schlimm; die Everglades sind nichts gegen Mörbisch.“ Für das nächste Jahr plant Fendrich nichts.“

Soso, da plant einer nichts, hat aber wenigstens einen Nachtfalter verschluckt. Ich habe schon mal am frühen Abend mit dem Fahrrad den Wöhrder See umrundet. Und dabei so gut gegessen, dass der Begriff „Fliegenfischen“ für mich eine ganz eigene Bedeutung hat.

beckham.jpgAber was fangen wir mit dieser Meldung an? Vielleicht wäre ein Wettbewerb gut, bei dem laufend die überflüssigste Nachricht gekürt wird. „Kurz und uninteressant“ könnte ein Arbeitstitel lauten, „dumm und dreist“ oder (das ist jetzt ein Kalauer für Insider) „Hund beißt Mann“.

Bloß braucht es dazu ja eine Konkurrenz-Meldung. Vielleicht ja die: „Victoria Beckham schrammte an Unfall vorbei“. Als die berühmteste Fußballerfrau der Welt mit ihren Söhnen von Los Angeles nach London fliegen wollte, flog ein Vogel ins Triebwerk der Maschine. Der Pilot musste den Start abbrechen. Und nun hätte – so die Deutsche Presse-Agentur – für die Welt das eigentliche Grauen gelauert: Victoria Beckham war überhaupt nicht zurechtgemacht und hatte für den Langstreckenflug den Standard-Pyjama der neuseeländischen Fluglinie angezogen.

Das durfte natürlich niemand sehen. Während also die anderen Passagiere zum Terminal gebracht wurden, blieb „Posh Spice“ zum Schminken in der Maschine.

Es ist also nochmal alle gutgegangen. Schlimm wäre es gewesen, wenn das Flugzeug abgestürzt wäre und es die Schlagzeile gegeben hätte: „Victoria Beckham ungeschminkt verbrannt“. Das hätte uns wirklich schockiert.

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