Dumm, dümmer, Möbelhändler

rabatt.jpgImmer wieder widmen wir einige Momente unseres Lebens der großen Frage: Wer oder was ist die dümmste Spezies dieser Welt? Der eine findet den Dinosaurier bescheuert. Schließlich ist er ausgestorben. Wer gerade im Beruf mit einer guten Idee durchgefallen ist, denkt an seinen Chef. Der Olympia-Sprinter, der nach dem dritten Fehlstart unverrichteter Dinge abreisen muss, hat genauso gute Chancen wie der Einbrecher, der versehentlich am Tatort seine Visitenkarte fallenlässt. Das Dumme ist also weit verbreitet. Es ist aber nichts Ewiges. Die Favoriten können wechseln.

Meinen ersten Platz vergebe ich heute an die Möbelhändler. Und zwar an solche, die sich Rabattaktionen (das Bild stamt von der Webseite www.emailleschilder.com ) ausdenken. Es gibt eben diese Möbelhäuser, in denen offenbar kein einziger Artikel zu einem regulären Preis verkauft wird. Da ist von vorneherein klar, dass es auf alle Produkte von „Schlaraffia“ 35 Prozent gibt, auch „Bushröhr“-Artikel werden so begünstigt, wer Schlafzimmerschrank oder Sideboard kauft, spart immer mindestens 50 Prozent. Und schon das Beratungsgespräch mit dem auf Provisionsbasis bezahlten und entsprechend gierigen Mitarbeiter wird mit den Worten eröffnet: „Wir sehen, dass wir Ihnen einen guten Preis machen.“

Geradzu absurd wird das Ganze aber, wenn das Einkaufen mit Geschenken belohnt wird. Ein Möbelhaus bietet zum Einkauf ab 2000 Euro einen Gratis-iPod. Ein anderes versüßt jeweils 1000 Euro Umsatz mit einem 100-Euro-Tankgutschein. Ganz aktuell gibt es dort einen 120-Euro-Einkaufsgutschein ab 300 Euro Einkaufswert. Also 40 Prozent auf Alles – außer Tiernahrung. Und als Dreingabe zu einer Küche gibt es ab einem bestimmten Preis eine Espressomaschine und ein Schnellkochtopf-Set.

Für wie doof müssen solche Händler ihre Kundschaft eigentlich halten? Es ist doch völlig klar, dass sie ihre Preise und Geschenke so gestalten, dass sie trotz aller vermeintlicher Rabatte Geld verdienen. Sie haben uns allerdings erfolgreich beigebracht, dass man Möbel niemals außerhalb von Rabattaktionen kaufen sollte. Und sie stellen sich in den Dienst einer Aasgeier-Gesellschaft, die da sagt: Wer härter feilscht, kommt besser weg.

Vielleicht fehlt mir ja nur der Humor, aber ich sage dazu Folgendes: Ich habe keine Lust, groß über den Preis eines Schuhschranks oder eines Wasserbetts zu verhandeln. Der Verkäufer, der mir auf Anhieb einen angemessenen Preis nennt, macht das Geschäft. Wer mir anbietet, über einen „guten Preis“ zu reden, hat bei mir schon verloren.

Sie finden das altmodisch? Meinetwegen, dann bin ich das eben. Aber weil ich weiß, das es auch Leser(innen)mit anderen Bedürfnissen gibt, mache ich auch ein Angebot: Wer zu diesem Blog einen Kommentar schreibt, darf drei meiner Beiträge ohne schriftlichen Antrag rückwärts lesen. Meine Espressomaschine brauche ich leider selber.