Wenn ein Mann ein Kind bekommt

bauchi.jpgManchmal holen einen die eigenen Aussagen ein. Es gebe mehr Glaubliches als man denkt, habe ich über Mark Medlock und dessen Skandälchen geschrieben. Und dann kommt Thomas Beatie. Der mutmaßlich erste Mann, der ein Kind zur Weltgebracht hat. Bei seiner Geschichte wird es schon schwer, ans Glauben zu glauben.

Früher, in den Anfängen des von Alice Schwarzer angezettelten Geschlechterkampfes, hätte man gesagt, dass der Feminismus sein Endziel erreicht hätte. Sollen sich doch die Männer mit den Geburtsschmerzen herumplagen, während sich die Frauen ihrer Karriere widmen können. Wie es ist, mit einem Bauch Treppen zu steigen und sich in ein Sportcabrio zu quetschen, ist für viele Männer ja nichts Fremdes. Und dass es Männer gibt, die Frauen um ihre fähigkeit zur Schwangerschaft beneiden, ist eine bekannte Tatsache.

Praktisch keiner hat aber, wie eben der 34-jährige US-Amerikaner Beatie, Eierstöcke und Gebärmutter. Der ist ja Transsexueller, ist also für seine Topchter leibliche Mutter und zunächst einmal deren geistiger Vater. Wenn wird also die Tochter später „Mama“ nennen? Die wahre Mutter ohne Brust oder die lesbische Frau an der Seite ihres Vaters, die, weil sie mit der Schwangerschaft nicht so viel zu tun hat, zunächst die Stiefmutter ist? Und wer wird, wenn die Tochter heiratet, die wahre Schwiegermutter sein?

Jedenfalls wirft Beaties Niederkunft ganz neue Fragen auf. Wie etwa würden wir damit umgehen, wenn unsere im besten gebärfähigen Alter befindlichen Fußballer neben Sysdemoden- oder Kreuzbandriss auch wegen Mutterschaftsurlaub ausfallen würden? Wäre die Welt insgesamt friedlicher, wenn George W. Bush ein Kind unter seinem Herzen trüge? Wie sähe es bei uns reformtechnisch aus, wenn sich Angela Maerkel als Kerl outen würde?

Der Papst jedenfalls dürfte mit schwangeren Männern gar kein Problem haben. Sowohl sein Namenspatron, der heilige Benedikt, als auch Kirchenlehrer Thomas von Aquin, wenden sich gegen borniertes Denken und lobpreisen den Reichtum der Natur. O-Ton: „Die Vielfalt der Geschöpfe ist der vielgestaltige Ausdruck der Güte Gottes.“

Also, Männer traut Euch ruhig! Oder wie es Alt-Bundespräsident Roman Herzog gesagt hätte: „Durch unsere Evolution muss ein Ruck gehen!“

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