Ganz laaaaangsam über den Norisring

dtm.JPGIch bin ein bisschen arg im sonstigen Stress, Aber dieses Bild muss – finde ich – meine Hirndübel-Gemeinde sehen.

Ich habe das Schild heute in der Nähe des eingangs zum DTM-Norisringrennen geknipst.

Und die große Frage lautet: Sind das jetzt erste Auswirkungen des neuen Klimaschutzpakets? Wenn sich alle dran halten sollten, wird das Rennwochenende 2008 jedenfalls nicht sehr prickelnd.

Gute Nachricht!? Sex ist nicht gefährlicher als Rasen mähen

 “Mensch, schreib doch mal was Schönes.” Es dürfte keine/n Journalistin/en geben, die/der diese Aufforderung noch nicht gehört hat. Wenn es danach geht, sehnen sich die Leute nach guten Nachrichten. Das ist natürlich gelogen. Sex and Crime sind immer noch die gefragtesten Geschichten. Ich versuch`dann also den Brückenschlag, wobei ich Crime hier mal weglasse.garten.jpg

“Sex nach Herzinfarkt so gefährlich wie Laub harken.” Diese mutmaßlich wundervolle Botschaft hat kürzlich die Akademie für Sexualmedizin von ihrer Jahrestagung aus in die Welt geschickt. Der Puls beim Orgasmus liege bei etwa 120 Schlägen. Und das entspreche der Situation bei der Gartenarbeit oder beim Tragen von zwei Einkaufstüten. Sex als Infarktrisiko sei eh zu vernachlässigen. Nur bei 1,5 Prozent der Fällen sei das der Grund. Ärger oder Stress seien da viel schlimmer.

Wenn wir einmal davon absehen, dass die Wahrscheinlichkeit, einen schönen Tod zu sterben, offenbar gering ist, tröstet uns das doch. Ich muss dazu allerdings anmerken, dass es unterschiedlich anstrengende Formen von Sex gibt. So, wie auch Einkaufstüten ein sehr unterschiedliches Gewicht haben können und die Menge an zu harkendem Laub übers Jahr betrachtet sehr verschieden ist. Allerdings kann man aufgrund anderer Studien davon ausgehen, dass im infarktfähigen Alter Sex weniger heftig ist und die Tüten – die Kinder sind ja aus dem Haus – tendenziell leichter werden.

Der Umfang der Gartenarbeit wächst allerdings mit zunehmendem Alter. Je mehr Rentner oder Alterteilzeitler man ist, desto mehr Zeit und Muse hat man ja, um sein Salatbeet zu pflegen oder den Rasen zu mähen. Und dann lese ich eben auch dies: Laut einer GfK-Studie für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verletzen sich jährlich rund 100.000 Menschen über 55 Jahre bei der Gartenarbeit. Diese sei somit gefährlicher als Hausarbeit, Sport oder Autofahren.

Ich kommentiere das jetzt gar nicht weiter. Ich bitte nur zu registrieren, wie schwer es für einen Journalisten ist, mal eine hundertprozentig gute Nachricht abzusondern….

Die ARD und die Flagge, die es nirgends gibt

flagge.jpgWenn anderen Menschen Fehler passieren, soll man ja nicht gehässig sein. Ich mache schließlich selbst genug Fehler. Ja, mir passiert es, dass ich einen eigenen Text nach der Veröffentlichung lese, und dabei völlig unerklärliche Druckfehler entdecke. Das wurmt mich natürlich saumäßig, und am liebsten wäre es mir, wenn es keiner bemerken würde.

Eine Fehlleistung dieser Kategorie ist den “Tagesthemen” unterlaufen. In einem Vorbericht zum EM-Halbfinale Deutschland-Türkei brachte sie neben der türkischen Flagge eine deutsche “Fehlfarbe”. Die Farben Schwarz und Rot waren vertauscht.

Warum aber zeige ich das? Zum einen, weil die ARD so unsouverän mit der Sache umgegangen ist. In der Web-Mediathek wurde der Beitrag nachträglich korrigiert, verantwortlich für den Fehler war nach außen hin vor allem die böse Technik. Kann man einen Fehler nicht sofort zugeben? Und hat das Vertuschen einen Sinn, wo der Beitrag doch sowieso auf “Youtube” zu besichtigen ist? Auch die Krone der Seriosität , die Nachrichtensendung eines öffentlich-rechtlichen Senders, kann mal danebenliegen. Die ausführliche Erklärung von Chefredakteur Thomas Hinrichs kam später via Blog.

Aber es gibt einen zweiten Punkt: Der “Tagesthemen”-Grafik ist es gelungen, mit Rot-Schwarz-Gold in horizontaler Anordnung eine Flagge zu entwerfen, die es nicht gibt. Bei 192 Uno-Mitgliedsstaaten ist das eine wirklich reife Leistung. Es gibt Rot-Schwarz-Grün als Flagge der Afroamerikaner, Rot-Schwarz-Rot als Variation der albanischen Landesgflagge sowie (mit drei Kreuzen) als Stadtflagge von Amsterdam. Es gibt auch Rot-Schwarz mit einem goldenen Symbol aus Zahnrad, Machete und einem fünfzackigen Stern für Angola. Aber nicht mal als Signalflagge für Binnenschiffer ist die in der ARd gezeigte Farbkombination im Einsatz.

Außenpolitische Verwicklungen konnte es also nicht geben. Es war demnach, übertragen auf mein Geschäft, ein “Druckfehler light”. Zum Schluss meine Frage: Kann sich irgendwer vorstellen, warum diese Farbkombination nicht existiert? Ich komm nicht drauf.

EM-Prognose-Check: Spanien wird`s

spanien.jpgNach Abschluss des EM-Viertelfinales möchte ich noch einmal die Fähigkeiten der Experten abfragen. Hans Meyers hier angekündigtes Endspiel Portugal – Italien geht ja nicht mehr, mit Deutschland und Spanien hat er zwei Halbfinalisten richtig getippt. Folgen wir nun weiterem Expertenrat, sollte Spanien Europameister.

Ausgerechnet die Iberer, über die dieser Witz kurisert: “Was macht der Spanier, wenn er Europameister geworden ist? Er freut sich über das schöne Spiel und klappt den Laptop zu.” Aber im Fußball geht es ja um Geld, und deshalb zählt das Wort von einschlägigen Kennern wir den Berliner Wirtschaftsforscher Gert G. Wagner und Jürgen Gerhards. Sie hatten aufgrund einer (selbstverständlich wissenschaftlichen) Studie Spanien, Italien oder Frankreich zu EM-Favoriten ernannt.

Und zwar wegen des Geldes.Die Teams dieser drei Länder kämen nämlich beim addierten Marktwert der Spieler auf den höchsten Wert. Spanien liege mit etwa 16 Millionen Euro pro Spieler an der Spitze des EM-Feldes. Es folgten Italien und Frankreich mit jeweils 15 Millionen. Deutschland, Portugal und die Niederlande lägen mit zehn Millionen dahinter.

Sicher: Bei Greuther Fürth halten die Fans an dieser Stelle das Plakat “Geld schießt keine Tore!” in die Höhe. Aber wenn Wagner und Gerhards postulieren, dass im Zweifelsfall Geld gegen Zufall gewinnt, klingt das schon einleuchtend.

Immerhin: Die Spanier müssen im Finale erstmal Deutschland schlagen. Dies verdeutlicht uns eine besondere EM-Prognose englischer Zeitungen . Diese hatten vor dem Turnier eine Liste der “Nationalhymen” für alle Teams zusammengestellt, und sich dabei bekannter Pop-Songs bedient. Für die deutsche Elf wurde ein klarer Gewinnersong ausgewählt, nämlich “Ain’t No Stoppin’ Us Now“ (Es gibt nichts, was uns jetzt noch aufhält) von McFadden and Whitehead. Die Türkei-Hymne dagegen ist „Say Hello Wave Goodbye“ (Sag hallo, winke zum Abschied) von Soft Cell. Soweit alles klar. Und was passt nach Ansicht der britischen Experten zu den Spaniern? „The Great Pretender“ (Der große Hochstapler) Freddie Mercury. Ist ja interessant…

25 Jahre Handy: Super erfolgreich, aber manchmal ein Fluch

handy_1.jpgNa, das ist aber schön: Einer neuen medizinischen Studie zufolge gehen vom Telefonieren mit Mobilfunk keine Gesundheitssgefahren aus. Alsdenn, dann können wir ja ran ans Handy und die Flatrate richtig ausnutzen. Wenn da nicht dieser Gedanke wäre, dass eine Welt ohne diese Geräte schöner sein könnte

Das Mobiltelefon ist ein Erfolgsmodell. In diesen Tagen wurde das 25-Jährige seiner Markteinführung gefeiert. Tatsächlich hat dieses Produkt die Welt verändert. Man denke nur an die evolutionäre Herausbildung des Wähl-Daumens. Kein Mensch hätte diesen Finger in eine Wählscheibe gesteckt. Doch wenn man heute sieht, wie die Daumen junger Frauen beim Simsen über winizige Tasturen fliegen, muss man anerkennen: Hier hat sich in der menschlichen Anatomie etwas getan. Und wo gibt es das sonst noch? In die deutsche Sprache wird ein englisch klingendes Worte eingeführt, das es im Englischen gar nicht gibt.

Dabei ging der Handy-Boom gar nicht Knall auf Fall. So wie die ersten Faxgeräte die Maße von Tiefkühltruhen hatten, war auch das erste Mobiltelefon von Motorola (siehe Bild; einen von dieser Firma gemachten Film über seine Entstehung gibt es hier) zu groß, zu schwer und zu teuer. 3500 Dollar kostete der „bimmelnde Knochen“, er war 800 Gramm schwer, länger als eine Din-A4-Seite und hatte nach einer halben Stunde Redezeit keinen Saft mehr. Dieses “Stiefel-Phone“, wie es seine Erfinder nannten, war markttechnisch ein Flop. Aber die Idee eines gewissen Martin Copper setzte sich durch. 1971 hatte er für die Polizei in den USA ein mobiles Telefon entwickelt – und sich die Frage gestellt, warum es ein solches nicht für jedermann/jederfrau geben könne. Er wollte ein Gerät, das in jede Tasche passt. Viele hielten ihn für verrückt, doch er triumphierte. Heute nutzen 3,3 Milliarden Menschen seine Erfindung. Erfolgreicher ist eigentlich nur der Fußball.

Was hat sich mit dem Handy eigentlich verändert? Vor allem dieses: Wer vor 25 Jahren einen Festnetz-Anschluss angerufen hat, wusste aufgrund der damals noch häufiger vorhandenen Großfamilie nie, wenn er am Hörrohr haben würde. Das Mobiltelefon gehört in der Regel zu einer einer ganz bestimmten Person. Das erleichtert natürlich konspirative Absprachen aller Art. Terroranschläge, Intrigen gegen Bundesminister, Ehebruch – alles ist viel einfacher geworden.

Die Menschen reden aber auch mehr miteinander. Eltern von heranwachsenden Töchtern hatten ja schon lange den Eindruck, dass auch die Handy-Rechnungen an den Ölpreis gekoppelt sind. Krankheitsbilder wie Verbal-Inkontinenz und Sprach-Diarrhoe sind erst mit unserer modernen Telefonier-Kultur Selbsthilfe-relevant geworden. Es kommt aber auch mehr Mitgefühl in die Welt. Wenn das Gerät eines/r Vieltelefonierer/in mal aussetzt, erkundigen sich nach spätestens zwei Stunden die Freundinnen oder Freunde am Festnetz, ob denn etwas passiert sei.

Weil Handys inzwischen Fotografieren können, wird Diktatoren oder temporär durchgeknallten Polizei-Einsatzleitern das Geschäft erschwert. Und, um noch einen potsitiven Apsekt zu nennen: Wer tief in der zentralafrikanischen Pampa lebt und eine gute Geschäftsidee hat, kann jetzt Lebenszeichen an die Welt senden.

Aber wiegt es das auf, das nervtötende Geklingel von links und rechts, von vorne und hinten? Egal, ob in Restaurants, Theatern und Zugabteilungen. Und den regelmäßigen Schock, wenn der Nebenmann in der Schlange beim Metzger scheinbar wild zu Phantasieren beginnt, und doch bloß ein Headset ums Ohr gewickelt hat?

Mit dem Handy ist es eben wie immer im Leben. Es gilt ein entschiedenes “Einerseits, andererseits”. Unser erfinderischer Herr Cooper träumt schon davon, dass Telefone Teil des Menschen werden und am Ohr unter die Haut gepflanzt werden sollten. Da lacht dann Herr Schäuble, weil die Selbstgesprächs-Vorratsdatenspeicherung endlich möglich wird. Ich sehe das, ehrlich gesagt, viel pragmatischer. Seit es Handys gibt, habe ich viel weniger Angst davor, beim Spaziergehen in einen Gully zu fallen und hilflos zu verhungern.

"Doohdododododoohdoh" – die EM macht alle verrückt

Waren das jetzt Deutsche, Türken oder Russen? Wäre wahrscheinlich egal, weil ziemlich gleich. Aber weil ich schon mal da war, habe ich mit sehr bescheidenen technischen Mitteln das erste Video aus dem Hause “hirndübel productions” gedreht.

Was mich bei der Sieges-Feier der deutschen Fans erstaunt hat. Die Bereitschaft, bei solchen Anlässen aber auch so richtig die Sau rauszulassen, ist ungebremst. Die Leute wirken tatsächlich wie entfesselt.

Und am kommenden Mittwoch, beim Halbfinale, wartet in Nürnberg eine bislang offene Frage auf Klärung: Wem gehört der Plärrer wirklich?

Die “Melodie” zum Refrain in der Überschrift gibt`s am Ende des kleinen Filmchens: Angeblich singen die Leute “Deutschlaaaaaand, Deutschlaaaaaand!” Ich hör das nicht so…

Autokorso – was reitet uns da?

jubel4.jpgDeutschland gewinnt ein EM-Viertelfinalspiel – und es ist die Hölle los. Rund um die Altstadt gab es gestern ab 22.45 Uhr nur zwei Sorten von Straßen: Entweder sie waren blockiert. Oder es waren Autokorsos unterwegs. Wie aber ist dieser Brauch in unser Land gekommen? Und warum überhaupt?

Eines vorneweg: In diesem Fall waren es nicht die 68-er. Eher schon die Zuwanderer. Korsos kommen ursprünglich aus dem Süden, wo sie zuerst als Pferderennen und dann als Kutschen-Prozessionen im Karneval bekannt waren. Und wir alle wären doch wenigsten manchmal gerne ein Italiener. Wir möchten auch mal richtig locker und leicht sein. Anders als in den düsteren Zeiten, in denen kein Bistrotischchen auf dem Gehsteig stand und es bei härtester Strafe verboten war, die Grünflächen in Parks auch nur zu betreten. Geschweige denn, darauf ein Steak zu grillen.

jubel3.jpgVielleicht war es aber auch eine Gegenreaktion. Es hat uns wahrscheinlich genervt, dass immer nur die anderen fahren. Wenn ich an die WM  1990 zurückdenke, kann ich mich an Autokorsos oder exzessives öffentliches Feiern nicht erinnern. Nach der EM 1996 war das schon anders. Und während des “Sommermärchens” 2006 waren wir fast schon so weit, dass jede gewonnene Halbzeit mit einem Hupkonzert gefeiert wurde.

Warum aber feiern die Menschen so gerne im Auto. Wahrscheinlich bietet es die besten Bedingungen, gleichzeitig draußen und doch in den eigenen vier Wänen zu sein. Man inszeniert seine Freude durch Freude am Fahren. Zumal ein Korso, wie auch ein Stau, eine klassenlose Gesellschaft ist. Jeder kommt gleich langsam voran. Und wer kein PS-starkes Protzfahrzeug besitzt, gleicht das durch Originalität aus. Indem er die größte denkbare Fahne wehen lässt, auf die lautetste Hupe drückt, die Heckklappe aufmacht und die Straße mit seinem Bassbooster zum Vibrieren bringt. Oder indem er seine schnuckelige Freunding zum Schiebedach herausjubeln lässt. Dass Korso-Fahren wie das Grillen eine männliche Domäne ist, würde ich nach meinen Erfahrungen vom Viertelfinal-Abend behaupten.

Der hohe Benzinpreis bereitet den Korsofahrern keine Probleme. Das erstaunt, weil nach Expertenschätzungen bei einer mittleren Jubelfeier pro Auto um die 20 Kilometer zurückgelegt werden. Aber wie heißt es so schön? Man gönnt sich ja sonst nichts.

Die Frage seit Donnerstagabend bleibt aber: Wer soll den Jubel nach einem Halbfinal- oder gar Endspielsieg noch steigern?

Italien oder Portugal: Stimmt Hans Meyers EM-Prognose?

meyer.jpgHellseher faszinieren uns. Wenn einer heute schon weiß, was übermorgen passiert – und trotzdem aus ethischen Gründen bei der Ziehung der Lottozahlen der nächsten Woche wegschaut. Tolle Leute.

Im Fußball weiß man angeblich nie, wie ein Spiel ausgeht. Trotzdem suchen wir hellsichtigen Expertenrat. Und noch vor einem Jahr hätten wir Franken uns keinen klügeren Fachmann vorstellen können, als den damaligen Clubtrainer Hans Meyer. Beim Aufräumen meines Altpapiers bin ich über seine EM-Prognose für das “Zeit-Magazin” gestolpert. Alsdenn, schaumer mal.

In Gruppe A hatte Meyer Portugal vorne gesehen. “Schätze ich ganz hoch ein”, meinte er zum Viertelfinal-Gegner der deutschen Elf. Auf Plaz zwei vermutete er die Schweiz, die tatsächlich erfolgreiche Türkei nannte er “zu wechselhaft”.

Kroatien, Sieger in der deutschen Gruppe, hatte Meyer nicht auf der Rechnung. “Ivica Olić ist ein selten guter Fußballer, Luka Modrić macht Dinge mit dem Ball, da fängt mancher Trainer vor Freude an zu onanieren. Aber einige Spieler sind über den Zenit hinaus”, lautete sein Befund für dieses Team. Er sah Deutschland vorne, wenn auch mit gehöriger Skepsis. Die Euphorie angesichts des dritten WM-Platzes teile er nicht. Sein Mitfavorit fürs Viertelfinale war Polen.

“Verfügt über genügend Klasse, um sich in dieser Gruppe durchzusetzen”, meinte Meyer – über Frankreich. Als Gruppenersten sah er Italien, daneben lag er mit seiner Prognose für den tatsächlichen Gruppenersten: “Die Niederländer wollen ihren schönen Fußball sehen. Dass das kollidiert mit der harten Fußballwelt – aber da kommt der nicht drauf, der keine Verantwortung hat.”

Spanien als Ersten in Gruppe D tippte der Trainer richtig. Nach seiner Einschätzung hätte fürs Weiterkommen entscheidende Spiel aber Schweden gewonnen. Warum er Russland wenig zutraute? “Seit jeder Ölmilliardär einen eigenen Klub hat und mit Stars von auswärts den schnellen Erfolg erkauft, werden die eigenen Talente vernachlässigt.”

Aufgrund seiner Viertelfinal-Tipps kam Hans Meyer zu einem EM-Halbfinale mit zwei tatsächlichen Viertelfinal-Spielen: Er tippte auf Spanien – Italien und Portugal – Deutschland. Dabei hat die DFB-Elf bei Hans Mayer schlechte Papiere: “Wir Deutsche neigen dazu, so zu tun, als ob die anderen Fußball gerade erst lernten. Dabei sehe ich Italien, Portugal, Spanien, Frankreich und die Niederlande vor uns. Weltklasse ist für mich nur ein Ballack in Form. Frings? Ein guter Ergänzungsspieler, unter Weltklasse verstehe ich etwas anderes.”

Letztlich sah er Portugiesen und Italiener im Finale. Diese Begegnung ist nach Abschluss der Vorraunde auch tatsächlich möglich. Einen Favoriten nannte er nicht. Meyers Statement: “Wer gewinnt, verrate ich nicht! Die Italiener sind unglaublich abgezockt, sie machen kaum Fehler. Bei Scolaris Portugiesen muss die Balance stimmen zwischen dem, was an Abwehrarbeit zu verrichten ist, und wie bei Ballbesitz Kreativität entwickelt wird. Die großen Duelle werden darin gewonnen, was ich »Spiel gegen den Ball« nenne, also in der Organisation nach Ballverlust. Das haben alle großen Trainer gewusst, Cesar Luis Menotti, Rinus Michels, Georg Buschner, Luiz Felipe Scolari und Hans Meyer.”

Meine Bewertung von Hans Meyers EM-Prognose: Der Spruch “Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen”, gilt letzten Endes auch für ihn. Wenn es aber zum vorhergesagten Finale kommt, wird man ihm das bescheinigen, was ihm und seinen Trainerkollegen nach einem herbeigestolperten 1:0-Sieg gilt: “Am Ende hat er alles richtig gemacht.”

Die Kehrseite der führerlosen U-Bahn

Mit der führerlosen U-Bahn hat Nürnberg – wie seit dem vergangenen Wochenende weltweit berichtet wird – wie bereits bei der Jungfernfahrt des “Adler” im Jahr 1835 “Verkehrsgeschichte” geschrieben. Wenn der Bundesverkehrsminister Tiefensee das sagt, muss das sein.

bus.JPGDoch unbemannte Technik hat ihren Preis: Zum Beispiel verliert Busfahrer Armin R. eine seiner Lieblingsstrecken von der Rothenburger Straße zur Gustav-Adolf-Straße. Ralf Sokolowski hat den VAG-Mitarbeiter vor seiner letzten Fahrt auf dieser Route fotografiert.  Die Wachen vor dem Buckingham-Palast könnten nicht korrekter dastehen.