Bald ist EM: Fußball, Sex, die Frau und der Tod

fussi.jpgAch so, Fußball-Europameisterschaft ist schon bald. Rein emotional ist das momentan noch eine laue Angelegenheit. Und so tut es gut, Meldungen zu lesen, die annähernd alles ansprechen, was im Leben eines Mannes wichtig ist: den Fußball, den Sex, das Fernsehen, die Frau und den Tod.

Die Agentur AP verbreitete nämlich dieses: „Der Hälfte der europäischen Fußballfans ist einer Umfrage zufolge ein bedeutendes Spiel wichtiger als Sex.“ Vor allem spanische Fans sähen sich lieber ein wichtiges Fußballspiel an, als Geschlechtsverkehr zu haben, heißt es in einer Studie des britischen Instituts Sirc für die Firma Canon.Demnach gaben 72 Prozent der Spanier bei der Internetumfrage an, lieber dem rollenden Ball zuzusehen. Danach folgten die Norweger mit 67 Prozent sowie die Niederländer und die Deutschen mit 64 beziehungsweise 62 Prozent.

Hingegen gaben nur 17 Prozent der Portugiesen an, dass ihnen Fußball wichtiger sei als ekstatische Momente im Bett. Auch bei den Italiener will angeblich nur ein Viertel lieber Fußball als Sex. Naja, schaut Euch Berlusconi an. Das sind doch Blender. Andererseits holen sie sich die tägliche Dosis Sport in aus Journalisten-Sicht begrüßenswerter Form: Die „Gazzetta dello Sport“ ist die meistverkaufte Tageszeitung des Landes.

Ehe wir den Reiz des Fußballs näher erklären, ein kleiner historischer Exkurs: Wie wir alle wissen, war der Ball noch bis zum Erscheinen von Galileo Galilei eine Scheibe. Angesichts der üblen Kopfverletzungen wundert es uns nicht, dass uns die Historiker manches damalige Spiel als Schlacht schildern. Fußball schien am Ende, dann kam Kolumbus. Die Erde war nun rund, der Ball auch. Sein Ei und die mitgebrachte Fußballscheibe ließ Kolumbus auf dem neuen Kontinent. Daraus wurden American Football und Frisbee, das indianische Wort für „Der, der die Biene im Flug verzehrt.“

Zur heutigen Lage ist zu sagen: Fußball hat den Vorzug, dass er zumindest mit Blick auf langjährige Gebundene wie auch auf beruflich überlastete Singles entschieden häufiger und regelmäßiger stattfindet. Er ist planbarer, hat – mit Ausnahme des leicht sadomasochistischen Abseits‘ (beobachtet mal nach dem Pfiff den Schmerz im Gesicht des Stürmers) – einleuchtende Regeln und kann problemlos mit Bier und Chips genossen werden. Außerdem muss es schon in der Evolution begründet liegen, dass Fußballleidenschaft ein stärkeres Gefühl ist als Liebe. Der Verlust des in der Kindheit gewählten Lieblings-Fußballvereins wäre für die meisten Männer schlimmer als, sagen wir, eine Ehescheidung.

Einer weiteren Umfrage zufolge wird Fernsehen im Schlafzimmer immer beliebter. In Deutschland läuft der TV-Apparat mittlerweile im Durchschnitt 81 Minuten pro Tag, was seit 2003 eine Zunahme um 27 Prozent bedeutet. Das allerdings macht Hoffnung, denn schlechte Spiele, bei denen man sich nach Ablehnung sehnt, gibt es ja genug.

Aber wo ist jetzt der Tod? Stimmt, davon stand nichts in den Meldungen. Er aber lauert oft schon in der Vorrunde. Und spätestens beim Elfmeterschießen ist er ganz, ganz nah. Denken Sie an Ihr Herz! Das gilt demnach für den Fußball und den Sex in gleicher Weise.