Dienstag, Mai 27th, 2008

Grand-Prix-Debakel: Was jetzt zu tun ist

angels.jpgJetzt ist Schluss! Dieser Grand Prix (Eurovision Song Contest) muss Folgen haben! Wenn uns schon in Europa fast niemand mag, dann müssen wir mit Blick auf 2009 entschieden handeln. Es ist endgültig vorbei mit “Ein bisschen Frieden”. Folgende Schritte sind zu gehen:

1. Wir müssen die Chance nutzen, die uns “No Angels”-Sängerin Lucy aufgezeigt hat. Wenn uns die Bulgaren nur wegen ihr zwölf Punkte gegeben haben, ist es höchste Zeit für eine Casting-Show mit dem Titel “Deutschland sucht die Superslawen”. Im Klarttext bedeutet das, dass wir für den Grand Prix eine mindestens 15-köpfige Casting-Gruppe brauchen, deren Mitglieder aus je einem wichtigen östlichen Staat kommen.

2. Ex-Kanzler Gerhard Schröder sorgt dafür, dass die Produktionskosten von einem russischen Gas-Milliardär übernommen werden. Denn damit fängt es doch schon an. In Russland hat scheinbar niemand ein Problem damit, sechs Millionen Euro für ein einzelnes Grand-Prix-Lied rauszuhauen. Wir in unserem verzagten Land diskutieren in größtmöglicher Selbstzerfleischung darüber, ob die Rentner 0,8 oder 1,1 Prozent mehr bekommen sollen. Und bei einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent jubeln wir darüber, dass der Aufschwung bei den Menschen angekommen sei. Der Russe kann bei solchen Quoten doch bloß lachen.

Eurovisi2.JPG

3. Sex sells. Nichts gegen die “No Angels” , aber wenn man den Anblick unserer Verandhauskatalog-Schönheiten (hier der Auftritt)mit jenem der Ukrainerin Ani Lorak vergleicht, dann sind das halt ein paar Punkte mehr. Vielleicht nutzt bei der modischen Beratung unserer Slawinnen eine Beratung durch das Team von “Germany`s Next Top Model”. Der Russe Dima Bilan hat eigentlich ziemlich schlecht gesungen, aber vielleicht deshalb gewonnen, weil der Grand Prix vor allem auch von Schwulen geliebt wird. Hier das Fazit: Allen beteiligten Sängern müssen 2009 spätestens beim 20. Takt die Knöpfe aus den Hemden fliegen.

4. Die Reiseindustrie muss beim Grand-Prix-Projekt mitziehen. Es muss doch möglich sein, dafür zu sorgen, dass am Grand-Prix-Abend je ein Bus mit 50 Deutschen in Andorra oder San Marino eintrifft. Diese Zahl vonm Telefonier-Touristen müsste reichen, um uns in beiden Kleinstaaten mindestens je zehn Punkte zu sichern.

5. Die schon erwähnte Casting-Show wird mit der Eislauf-Show “Dancing on Ice” inhaltlich verknüpft. Alle Superslawen bekommen dort den letzten Schliff für die Bühnenshow. Die ziemlich schwachsinnige Eislauf-Einlage hat sich ja bewährt.

6. Der deutsche Titel wird in finnischer Sprache gesungen, um auch in Skandinavien und den baltischen Staaten Punkte sammeln zu können. Türkisch-armenisch-aserbaidschanische Ethno-Einschübe im Mittelteil des Liedes erhöhen unsere chancen zusätzlich.

7. Unerklärlicherweise ist es ja so, dass sich Serben, Albaner, Bosnier, Kroaten usw. ein paar Jahre lang gegenseitig abgeschlachtet haben, und sich jetzt trotzdem in aller Freundlichkeit die Punkte zuschanzen. Wer versteht das eigentlich? Um es klar zu sagen: Ich bin hundertprozentig gegen kriegerische Handlungen gegenüber Nachbarn. Aber eine gewisse Drohkulisse hat noch nie geschadet. “Punkte her oder wir fliegen nie mehr nach Mallorca” – so etwas muss erlaubt sein.

Soweit mein Masterplan für den Grand-Prix-Sieg 2009. Wer noch Ideen hat: “Her damit!”

P.S.: Weitere wichtige Gedanken zum Grand Prix hat meine Kollegin Susanne Helmer hier formuliert. Lesen, bitte!


Kategorie: Standard
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4 Kommentare

27. Mai 2008
Susanne Helmer

Wie wär’s, wenn wir nächstes Jahr die Klitschkos schicken? Damit holen wir die Stimmen aller Slawen, aller Boxfans, aller Milchschnittenfresser und aller Promovierten.


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