Jetzt lacht doch mal!
Ja, okay, gut, alles klar: Lachen ist gesund! Und deshalb sind wir alle aufgerufen, spätestzens am Sonntag, 4. Mai, damit zu beginnen. Ab 14 Uhr sollen wird anlässlich des Weltlachtages drei Minuten lang wiehern, keckern oder lauthals losbrüllen.
Dies diene dem Weltfrieden und dem globalen Bewusstsein der Brüderlichkeit und der Freundschaft, meint dazu der Begründer dieses Tages, der indische Arzt Dr. Madan Kataria. Klingt eher nach Schnupfen, ist auch nicht weit weg vom Thema. “Lachen ist das Niesen des Gehirns”, meinte etwa der große österreichische Schriftsteller Alfred Polgar.
Jawohl, Lachen hilft uns. Dies belegen Erkenntnisse der einschlägig tätigen Mediziner, der Gelotologen (griechisch Gelos = Lachen). Demnach baut Lachen Stress ab, stärkt das Iimmunsystem und verringert das Schmerzempfinden. Es verbessert Durchblutung und Verduauung und senkt den Blutdruck. Am gesündesten sind demnach auch aus diesem Grund die Kinder. Sie lachen 400 Mal pro Tag, Erwachsene nur 15 Mal.
Soweit die schöne Seite des Lachens. Dummerweise gibt es aber auch das falsche, mitunter auch widerliche Lachen. Nehmen wir unsere europäischen Politiker. Wer lacht am auffälligsten und häufigsten? Sarkozy und Berlusconi. Trauen wir ihnen deshalb? Eher nicht.
Oder nehmen wir unser Frohsinns-Ehepaar Rosi Mittermeier und Christian Neureuther. Wenn sie in TV-Chart-Shows Kommentare absondern, gefällt uns das? Nein. Ganz schlimm auch der nervtötend glückliche Mobilfunk-Vertragsinhaber in der Vodafone-Werbung. Manchmal überlegt man sich sogar, ob der Dalai Lama immer so nett ist, wie er sich gibt. Ich glaub`s nicht. Verzeihung, liebe Tibet-Fans.
Und bewundern wir wirklich die Call-Center-Mitarbeiterinnen, die uns via Telefon stimmlich anstrahlen? Und wahrscheinlich gleichzeitg die Worte “Kunde ist ein blöder Hund” in ihr System eintippen? Wieder ein Nein.
Und so stelle ich fest: Dem Aufruf, öfters zu lachen, wollen wir gerne folgen. Lachen auf Kommando wollen wir aber nicht. Sehen wir lieber zu, dass wir öfter einen echten Grund zur Freude haben.
Am Rande: Ich habe zum Welt-Lachtag den immer berühmter werdenden Kabarettisten Matthias Egersdörfer interviewt. Guckt Ihr hier.
Und ausgerechnet am Weltlachtag hatte ich nichts zu lachen :-)