Archiv für April, 2008

April 29th, 2008

Na sowas: “Der Adler” ist weiblich

adler.JPGMit den Sprachfehlern und Dialekten ist es so eine Sache. Mancher stutzt, wenn wir Mittelfranken davon reden. dass wir den Radio einschalten. Richtig süß finden wir dagegen die Werbefrau, die sich von ihrem Verehrer “ein Flasche von die Bier” wünscht, “was hat so schön geprickelt in mein Bauchnabel.” Der wiedergekehrte Schlagersänger Howard Carpenfdale wäre ohne seinen Akzent auch nicht so berühmt geworden. Aber am häufigsten scheitern wir doch am Geschlecht, am “der”, “die” oder “das”.

Da ist am vergangenen Samstag der Nachbau der ersten deutschen Lokomotive mit Ministerpräsident Günther Beckstein im Führerhäuschen die historische Strecke von Nürnberg nach Fürth und zurück gefahren. Die lokalen Medien haben begeistert davon geschrieben und gefunkt, dass “Der Adler” nach seiner aufwändigen Restaurierung endlich wieder unterwegs ist.

Und was passiert? In der Leserbriefredaktion der Nürnberger Nachrichten hagelt es Protestschreiben und -anrufe erboster Eisenbahnfreunde. Der Adler sei kein “Er”, sondern eine Lokomotive, also weiblichen Geschlechts. Es müsse also heißen: “Die Adler”. Ehrlich, so habe ich das noch nie gesehen, geschweige denn ausgesprochen. Nun also herrscht Verwirrung, aus der uns das Bahnmuseum auch nicht heraushilft. Es mogelte sich um das Problem herum, und schrieb “Der legendäre Adler-Zug” auf das Transparent hinter dem Rednerpult des Ministerpräsidenten.

Zum Glück ist der/die Adler nicht der einzige Grenzfall unserer Sprache. Wissen wir zum Beispiel wirklich sicher, ob es “der Bonbon” oder “das Bonbon” heißt. War die letzte Großveranstaltung auf dem Hauptmarkt der oder das Event des Jahres? Wenn wir “das Cola” ins Glas gießen, wundern wir uns immer, dass Zugereiste “die Cola” trinken. Und die Ehelosigkeit katholischer Priester? Der oder das Zölibat?

Der Tsunami fällt uns auch noch ein. Es handelt sich ja um eine Welle, also “die”!?Ist es der oder das Joghurt, schlürfen wir den Latte Macchiato (abgeleitet von Kaffee) oder doch die L.M. (abgeleitet von Latte gleich Milch)? Was meint der Rheinländer, wenn er davon redet, dass “das Else” einen neuen Imbissstand aufgemacht hat. Die Python wiederum ist eine Schlange, der (das?) Duden pocht trotzdem auf der männlichen Form.

Wir könnten noch ein bisschen so weitermachen. Aber jetzt wird erst mal gefrühstückt. Der Butter steht schon auf dem Tisch. Und jetzt mach ich mir noch das Müsli… Das Müsli? Der Müsli? Schluss jetzt, aufhören! Wenn allerdings einer was Genaues über den/die Adler weiß – entsprechende Kommentare interessieren sicher viele.

April 27th, 2008

Ungerechtes Jahr: Zwei Mal Mutterehr`, Vatertag halbiert

mutter.jpg“Eher findest Du bei einer Hure die Unschuld als im Leben Gerechtigkeit.” Man muss nicht so weit gehen wie dieser Toiletten-Aphoristiker der 80-er Jahre. Aber 2008 ist nun wahrhaft eines der ungerechtesten Jahre, die man sich vorstellen kann.

Gelitten haben die Karnevalisten. Weil sie viel zu früh ins normale Leben zurückkehren mussten und ihrem Arzt gegenüber keine Ausrede mehr für ihr ständig überhöhten Alkoholpegel hatten. Dann fror sich der Osterhase den Hintern ab, die Schausteller des Nürnberger Volksfestes machten eine Woche Überstunden, um dann doch ein Umsatzminus hinnehmen zu müssen.

Gut, der elend frühe Termin von Ostern war ein Sonderfalls. Erst 2160 wird dieses Fest wieder so früh sein. Aber die eigentliche Ungerechtigkeits-Keule wird uns erst noch übergebraten. Sofern wir Männer sind.

Da ist zum einen das Problem, dass “unser Tag”, der”Vatertag” halbiert ist. Christi Himmelfahrt fällt mit dem “Tag der Arbeit” zusammen. Ja, und was sollen wir nun tun? Wir wollen ja ordentlich gegen Sonntagsarbeit und für Mindestlöhne demonstrieren, unter Umständen auch mal wieder in der Kirche vorbeischauen, aber eben auch mit Freunden einen Ausflug unternehmen. Parolen statt Gebete? Vaterunser statt Besäufnis?

Nein, wir können das nicht unter einen Hut bekommen. Wahrscheinlich wählen wir die geistig-moralischere Variante. Der katholische Stadtdekan von Nürnberg redet ja auch beim DGB.

Aber es kommt ja noch dicker: Die Frauen – jedenfalls, sofern sie Mütter sind oder sich so fühlen – kriegen zwei Ehrentage. Nach dem völlig verkorksten Kalender würde der klassische Muttertag auf den Pfingstsonntag, den 11. Mai, fallen. An einem Feiertag dürfen aber die Blumengeschäfte nicht öffnen. Und für die ist der Muttertag ja noch schöner als Weihnachten und Neujahr zusammen. Also propagieren Felurop und die anderen Floristen – und das wohl mit Erfolg – den 4. Mai als den eigentlichen Muttertag des Jahres 2008. Dann gibt`s Blumen, die Woche drauf Parfüm.

Dagegen ist nichts zu sagen. Freude schenken kann man gar nicht oft genug. Doch wie könnte der gerechte Ausglich für uns Männer aussehen? Vielleicht ja, indem wir eine alte Tradition aus der DDR aufleben lassen. Danach wäre am Sonntag, 22. Juni, der “Tag des Bauarbeiters”. Das klingt nach freiem Himmel, nacktem Oberköper und zwei, drei Kästen Bier. Alsdenn, dieses Leben ist eine Baustelle. Feiern wir!

April 25th, 2008

Ohne Worte, mit Film: Strafzettel für James Bond

aston_martin_dbs.jpgSchon schlimm: Da ist man(n) froh, dass der “Girl`s Day” endlich vorbei ist, da geht die Demontage männlicher Superhelden weiter: James Bond bekommt von der italienischen Polizei einen Strafzettel.Was war geschehen? Während der Dreharbeiten wurde ein legendärer Aston Martin des Geheimagenten im Gardasee versenkt. Der Grund war “gefährlich überhöhte Geschwindigkeit”. Und das will der Chef der Straßenpolizei ahnden.

Also bitte: Dieses, ausgerechnet im Stammland der Mafia und im EU-Staat mit der mutmaßlich höchsten Gauner-Quote im Parlament. Da fehlen mir erstmal die Worte. Wir dürfen unsere Helden nicht so demontieren. Auch Supermann hatte nie Schwierigkeiten wegen des Nachtflugverbotes, Spiderman nie wegen des Verklebens von Hauswänden, Bruce Willis nie wegen des Autofahrens auf Bürgersteigen.

Aber jetzt erstmal Ruhe. Und falls und bis ich meine Worte wiedergefunden habe, präsentiere ich – dank Youtube – stolz verbeultes Blech. Das ist ein Aston Martin – nach einem Bad im Gardasee.

April 24th, 2008

Dicke Soldaten schaffen Frieden

“Deutsche Jugend zu fett für die Truppe.” Mit großen – und fetten – Buchstaben wurde in vielen Blättern der Republik diese Schreckensnachricht verbreitet. Junge Männer hätten zuviel Speck auf den Rippen, seien deshalb übergewichtig und würden deshalb zur Hälfte ausgemustert. Schock! Schock! Schock! Wer soll uns, bitteschön, am Hindukusch verteidigen?

Aber jetzt mal bitte halblang. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm. Die Zentralstelle für Kriegsdienstverweigerer mutmaßte umgehend, dass die hohen Untauglichkeitsquoten politisch gewollt seien. So solle der Anschein von Wehrgerechtigkeit ermittelt werden. Der Grund für den Verdacht: In anderen Ländern Europas gibt es gerade mal acht bis zwölf Prozent Untaugliche. Weil die Bundeswehr aber allgemein ein schrumpfendes Unternehmen ist, könnte es gut passen, dass der Stempel “Annahme verweigert” bei Musterungen immer lässiger benutzt wird.

armee.jpgWenn es denn aber stimmt mit dem allgemeinen Übergewicht? Na und? Die US-Amerikaner sind doch bei ihren Auslandseinsätzen deshalb so unbeliebt, weil es sich bei den Soldaten ihrer Freiwilligen-Armee um muskelbepackte Stiernacken und drahtige Kampfmaschinen handelt, die bei Begegnungen mit anderen Leuten gerne gleich mal losbrüllen, weil sie das von ihren Chefs so gewöhnt sind. Es sind Menschen, mit denen eigentlich niemand etwas zu tun haben möchte, weil man neben ihnen schlecht ausschaut.

Wie anders ist da der erste Eindruck eines beleibten Deutschen? Wer rundlich daherkommt, wird nicht gleich alles niedermähen, sondern ist gutmütig, redet und feiert gern und bietet bei Bedarf eine Schulter zum Anlehnen. Dass die Luken der Panzer erweitert werden müssen und die Nutzlast der Düsenjäger modifiziert werden muss – geschenkt! Denn viel wichtiger ist doch, dass alle Menschen auf den ersten Blick wissen, dass hier ein Dickerchen Frieden schaffen will. Zumal in aller Welt bekannt ist, dass man selbst nach den schlimmsten Prügeln von Obelix ganz sicher wieder aufsteht, während man nach der Vorbeifahrt des Terminators vermutlich nur noch die Wahl zwischen Himmel und Hölle hat.

Deshalb: Jammert nicht! Kehrt den Trend um, schickt mehr Dicke in die Bundeswehr! Wenn die Taliban bei ihren Anblick schmunzeln können, ist der erste Schritt zum Frieden doch getan.

April 22nd, 2008

Onkel Dieter, lass sie doch

bohlen_1.jpgDie Frage, wie lebensnah eine Sendung wie “Deutschland sucht den Superstar” ist, hat ja  schon veritable Medienwisschenschaftler beschäftigt. Der neueste “Skandal” aus dem RTL-Showcamp spricht nicht dafür. Ein junges Mädchen namens Rania soll Haschisch geraucht haben – und Dieter Bohlen macht auf Low-and-Order, regt sich mächtig auf. Was in diesem Business doch reichlich weltfremd erscheint.

Klar, man darf die Aufregung nicht überbewerten. Es gehört zur  “DSDS”-Vermarktungskette, dass die “Bild”-Zeitung aufregende oder erschütternde Neuigkeiten aus dem Leben und Wirken der Nachwuchskünstler aufdeckt. Ein Favorit aufs Weiterkommen namens Fady wird nebenbei als schwul geoutet, weil das ja mutig und gut so ist. Eine Rania, die wie alle bösen Mädchen von Bild ”schön” genannt wird und die wegen ihrer Blechstimme tatsächlich nur schwer zu ertragen ist, kriegt als Übeltäterin die Breitseite vom Chef.

Aber Dieter, all das wegen eines Joints… Erstens ist es doch klar, dass man sich Haschisch ins Haus holt, wenn man eine Holländerin einlädt. Die Leute dort sind Cannabis doch gewohnt. Zweitens sagen sogar einige der inzwischen ziemlich alt geworden Grünen manchmal, dass man diese Droge legalisieren sollte. Drittens verlierst Du viel vom Respekt, den Du Dir als “DSDS”-Juror erarbeitet hast. Dieter Bohlen hat nie Drogen genommen? Er hat sich also bei vollem Bewusstsein für Naddel entschieden? Au Backe!

Und Viertens: Ist uns, außer Heino,  irgendein wahrhaftiger, wirklich großer  Pop-Star bekannt, der/die noch nie Drogen genommen hat. Würde Dieter Bohlen also Amy Winhouse in die Wüste schicken? Müsste die Sendung also “Deutschland sucht den Sauberstar” heißen?

Nun gut, wenn`s dazu dient, junge Menschen von schädlichen Genüssen abzuhalten, machen wir das so. Onkel Dieter sollte aber eines noch bedenken. Ohne die Wirkung von Alltagsdrogen, wären seine Einschaltquoten geringer. Oder wer kann ”DSDS” sschon mit klarem Kopf ertragen?

April 21st, 2008

“Sigena 11″ oder: Die Wahnsinns-Präzision der Raumfahrt

kosmos.jpgUnd wenn wir die Teflon-Pfanne in der Hand hielten, kam es uns siedend heiß in den Sinn: Was die Formel 1 für Innvoationen an unseren Autos ist, ist die Raumfahrt für unser restliches Leben. Ein steter Quell der Innovation. Einfach Wahnsinn. Denn welch irrwitzige Präzision gehört dazu, Raumschiffe im luftleeren Weltall in die richtige Umlaufbahn zu bekommen. Wie mllimetergenau muss jede Bewegung kontrolliert werden, damit kein heimkehrendes Fluggerät je in der Atmosphäre verglüht. Wir waren sicher, dass hier modernste Computertechnik Unfassbares leistet. Aber bloß bis vorgestern.

Da hörten wir die Nachricht von einer von der internationalen Raumstation heimgekehrten Raumkapsel namens Sojus. Zwei Frauen und ein Mann waren an Bord, als diese auf den kasachischen Steppenboden knallte. Und sie mussten länger auf ihre Bergung warten als geplant: Sie hatten den zuvor berechneten Landeort um 420 Kilometer verfehlt.

Gut, dem Vernehmen nach saß eine der beiden Frauen am Steuer. Aber lassen wir die Witze übers Einparken. Sondern ziehen wir die wichtigste gedankliche Konsequenz: Deutschland kann nie und nimmer eine echte Raumfahrt-Nation werden. Denn stellen wir uns nur vor, Nürnberg wäre als Ort für die Rückkehr einer Raumkapsel auserkoren worden. Am Marienberg hat sich das Empfangskomitee für “Sigena 11″ aufgestellt, Bürgermeister Horst Förther hat die launigste Version seiner Begrüßungsrede vorbereitet, man sieht Fähnchen in Kinderhänden, als das Telefon klingelt: “Euer Ding hängt an einem Turm vom Kölner Dom.” Was gar nicht mal schlecht wäre, weil das nur 330 Kilometer Abweichung bedeuten würde.

Oder unsere fränkischen Astronauten haben sich im Brandenburger Tor verkeilt (380 Kilometer Luftlinie). Oder sie haben gerade die Bremer Stadtmusikanten umgenietet (462 Kilometer).

Und denken wir bloß an die möglichen internationalen Verwicklungen durch ungeplante Unfälle. In die tschechische Hauptstadt Prag sind es gerade mal 251 Kilometer, nach Wien auch nur 259 Kilometer. Frankreich, die Schweiz, Slowenien, die Niederlande – alle diese Länder, und noch einige mehr, lägen in Reichweite einer auf russische Art irrlichternden Kapsel.

Es war also vielleicht Vorsehung, dass der fränkische Raumfahrtpionier Hermann Oberth für die bemannte Raumfahrt ein paar Jahrzehnte zu früh auf die Welt kam. Seien wir froh. Bratwurst auf dem Mars wird es vielleicht nie geben, aber wir haben wenigstens unsere Ruhe.

April 19th, 2008

Die Sehnsucht nach dem Bierzelt-Stoiber

stoiber2.JPGÄäääääääääääähhhh! Als sich Edmund Stoiber vor gut einem halben Jahr aus freiem Willen aus dem Amt des bayerischen Ministerpräsidenten jagen ließ, hätte man eines nicht gedacht: Dass man ihn sich zurückwünschen könnte. Aber irgendwie fehlt er uns doch.

“Sehnsucht nach Stoiber. Aber sicher, definitiv.” Das sagt einer, der es wissen muss. Wolfgang Krebs imitiert den früheren Landesvater in der Sendung “Quer” des Bayerischen Fernsehens sowie bei verschiedensten Anlässen.

Jetzt war er zu Gast beim Mittelstandsempfang der Firma “Terraconsult”. Zur Moderation von BR-Kollege Markus Othmer gab Krebs einige Kostproben dessen, was mit Stoibers Rücktritt verschwunden ist. Ein total von sich selbst überzeugter Redner, der mit größtmöglicher Dynamik irgendwann wirres Zeug erzählt. Ideal für Festzeltbesucher mit 0,8 Promille aufwärts.

Dem Stoiber-Imitator bringt diese von Günther Beckstein und Erwin Huber nie und nimmer zu schließende Lücke bares Geld. Geld, das sich Stoiber selber entgehen lässt. Klar, als “Elder Statesman” gehört es sich eigentlich, Bücher zu schreiben und in erlauchten Runden die Welt zu erklären.

Aber warum nicht mal anders: Stoiber als Stand-By-Bierzelt-Agitator? Der CSU würde es gut tun. Und den Kabarettisten auch.

Oder war sie nicht grandios – die legendäre Transrapid-Rede? Im Memoriam kommt sie in ihrer ganzen Schönheit hier.

April 17th, 2008

Das verschmähte Blut der Naomi Campbell

campbell.jpg“Und ist der Ruf erst ruiniert…” – dann könnten sich manche Menschen ein schönes Leben machen und ihr Dasein ganz ungeniert gestalten. Sie haben ihr Image ja weg. Sie gelten als prollig (Dieter Bohlen), treu-doof (Verona Pooth), voll-doof (Daniel Küblböck), ätzend (Markus Söder), schleimig (Reinhold Beckmann) oder allzu-gut-demokratisch (Wladimir Putin). Aber jeder Mensch ist halt nicht einfach nur so, wie man ihn zu kennen glaubt, sondern auch mal ganz anders. Und dann wird`s problematisch.

Nehmen wir zum Beispiel Naomi Campbell. Sie gilt als Ultra-Zicke, was sie sich als anerkanntes internationales Top-Model ja auch leisten kann. Wahrscheinlich sogar leisten muss, weil sie mit inzwischen 37 Jahren in einem Alter ist, in dem kleine Skandälchen immer gut für die Karriere sind.

So gesehen könnten ihre berüchtigten Wutanfälle auch eine Masche sein. Im Januar vergangenen Jahres warf sie mit ihrem Handy nach ihrem Dienstmädchen, wurde zur Teilnahme an einem Anti-Agressionsprogramm verdonnert und stakste auf ultrahohen Schuhen zum gemeinnützigen Putzen. Anfang dieses Monats ging Naomi Campbell auf dem Londoner Flughafen Heathrow auf einen Polizisten los, nachdem sie bemerkt hatte, dass einer ihrer Koffer verschwunden war. British Airways verhängte daraufhin ein Flugverbot für ihre Maschinen.

Aber jetzt wollte das Model ganz anders sein: Es meldete sich als Teilnehmerin an einer Blutspendeaktion im Kampf gegen das Dengue-Fieber. Doch die Ärzte in Rio de Janeiro schickten sie nach Hause. Nicht wegen zu dominantem Dekadenz-Plasma oder überzähliger Aggressions-Lipide, sondern weil Campbell im Februar operiert worden war. Zum Blutspenden sei es deshalb noch zu früh, meinten die Ärztin.

Das kann passieren, aber immerhin scheint Naomi Campbell gemerkt zu haben, wohin der Karriere-Zug für ein Model ab Ende Dreißig fährt: Entweder an den Jury-Schreibtisch einer Casting-Show oder ins Charity-Geschäft. Vorbilder gibt es einige. So etwa Bianca Jagger, Ex-Frau des “Rolling Stones”-Sängers. Mit 54 Jahren bekam sie 2004 den Alternativen Nobelpreis. Ihr Interesse für die Menschenrechte im Allgemeinen und Amnesty International im Besonderen zeigte sie erstmals… – Richtig, mit 37 Jahren.

April 16th, 2008

Der unfassbare Herr Berlusconi

bush_berlusconi.jpgSeltsames aus aller Welt ist ja das Wesen dieses Blogs. Also komme ich an Silvio Berlusconi unmöglich vorbei. Obwohl zwei Mal als Regierungschef mehr oder weniger gescheitert, haben ihn die Italiener jetzt zum dritten Mal in dieses Amt gewählt.

Berlusconis Erfolg ist – von außen besehen – unfassbar. Wie der Mann selber ja auch. Wen man mal bedenkt, wie viele Staatsanwälte und Richter schon an ihm gescheitert sind. Was sagen eigentlich Italiener, die ihn gewählt haben? Keine Sorge, der Dank für das mit Blödel- und Plappershows gespickte grausame Fernsehprogramm ist es wenigstens nicht. “Er hat vielen Menschen Arbeit gegeben”, lautet ein Hauptargument. Er selbst hebt seine Wandlungsfähigkeit hervor: “Ob ich treu bin? Ich würde sagen, ich war oft treu”, lautet ein Original-Zitat.

Um den Ruhm des “Cavaliere” auch hier zu mehren, bediene ich mich – man muss ja nicht immer alles selber machen – anderswo:

Lupe, ein Schweizer Satire-Blog, hat ein verdienstvolles “Best of Silvio Berlusconi” zusammengestellt.

Besonders hübsch sind zwei YouTube-Videos:

Seine schönsten Momente, “Le Perle”

und

Silvio Nazionale beim Belästigen einer Polizistin.

Viel Spaß damit!

April 15th, 2008

Die Weltpresse am Busen der Kanzlerin

merkel.jpgMachmal ist es seltsam, unser Verhältnis zu den Politikern. Und speziell zu den Politikerinnen. Während wir bei Schauspielern und anderen Showstars zu wissen glauben, dass sie zu jeder Ferkelei fähig sind, weil sie bis ins hohe Alter vor Testosteron oder Östrogen nur so platzen, stellen wir uns unsere Stadt-, Land- und Staatslenker lieber als hormonfreie Wesen vor. Sollen sie doch Akten fressen, aber bitte nicht einfach mal nur Mann oder Frau sein. Wie es nicht funktioniert, hat ja der Aufstieg und Absturz von Landrätin Gabriele Pauli vorgeführt.

Und nun also das Dekolleté von Angela Merkel. Bei der Einweihung der neuen Staatsoper in Oslo trug sie ein schwarz-blaues Abendkleid mit tiefem Ausschnitt. Und schon steht die Weltpresse Kopf: “Betont weiblich” sei Merkels Abendkleid gewesen, fand der “Tagesspiegel”. Merkel habe “einen eigenen Modestil kreiert”, lobte die “Welt”. Merkels Hausschneiderin Anna von Griesheim habe für die Kanzlerin ein eigenes Modekonzept gefunden, das mit den Worten “Tagsüber Kostüm, abends Prinzesschen” zusammengefasst werden könne. Wahrlich ein Wandel, schienen Merkels Hosenanzüge doch bisher maßgeblich vom chinesischen Designer Mao Tse Tung beeinflusst gewesen zu sein.

Vor allem auch in der Türkei fanden die Bilder aus Oslo Beachtung. “Merkels Dekolleté verblüffte alle”, kommentierte die Boulevard-Zeitung “Sabah”, die wie viele andere Blätter ein Foto Merkels in Abendkleid auf der Titelseite abdruckte. “Schockierend” meinte hingegen das liberale Blatt “Radikal”. Eine, die es wissen muss, meldete sich auch zu Wort. „Ich finde, dass Frau Merkel sehr elegant und sehr weiblich aussieht”, meinte “Bunte”-Chefredakteurin Patricia Riekel.

Der immer leicht durchgeknallte “Bild”-Kolumnist Franz-Josef Wagner schreibt: “Ihr Dekolleté von Oslo feuert die Debatte an: Wie weiblich, männlich darf eine Kanzlerin sein? Wollen wir eine Männer-Kanzlerin – das Haar straff zurückgebürstet, das Gesicht frei von Make up, Hosenanzug, der alles Weibliche verbirgt? Oder wollen wir auch mit einer Kanzlerin leben, die rote Lippen und ein aufregendes Dekolleté hat? Liebe Bundeskanzlerin, wir kennen uns schon ein paar Jahre. Wenn wir uns sehen, dann senden wir uns Luftküsse über die Leibwächter hinweg. Sie sind ein Mensch, der nicht zu Menschen kommt. Sie werden abgedrängt. Niemand weiß, wer Sie wirklich sind. Gelegentlich sind Sie missgelaunt und dann werden Ihre Züge fast männlich. Ganz wenige Momente dürfen wir Sie ganz fraulich sehen – wie mit diesem Dekolleté. Mit Ihrem Auftritt in Oslo haben Sie ganz eindeutig gezeigt, dass eine Frau im Kanzleramt sitzt und kein Mann. Und das ist gut so.”

Letztlich musste Vize-Regierungssprecher Thomas Steg ein offizielles Outfit zum Kleid der Kanzlerin abgeben: „Dass dieses Neuarrangement für Furore gesorgt hat, lag nicht in der Absicht der Bundeskanzlerin“, erklärte er. Und fügte an, dass sich Angela Merkel auch in Zukunft ihre Abendgarderobe frei wählen wolle.

An dieser Stelle sage ich: Vorsicht, Frau Merkel! Mit diesem Anflug von Trotz hat es bei Gabriele Pauli auch angefangen. Schon gibt es auf Internetseiten wie “Focus.de” oder “Spiegel-online.de” Bildergalerien vom Busen der Kanzlerin. Wenn erst dieser Link auftaucht – “Mehr Bilder der schönen Kanzlerin” – dann wird es gefährlich.

Hoffentlich nicht so arg bei Frau Pauli, die jetzt nicht mal ein schnelle Pension ankommt. Was sie angeht, zitiere ich mich selbst, aus meiner Kolumne im “Sonntagsblitz”: “…zu ihrer eigenen Lage sagte Pauli: «Ich bin frei wie ein Vogel, ich vertraue auf meine Kraft und den Himmel.» Für den Fall, dass ihr Kreistag morgen die sofortige Pensionszahlung ablehnt, zitieren wir Jesus von Nazareth: «Seht die Vögel des Himmels an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.» Viel Glück, Frau Pauli!”

April 14th, 2008

Autoverrücktes Deutschland: Viele Babys heißen wie ein Seat

baby_born_super_auto.jpgDeutschland ist das Land der Weltmarktführer. Vom Kugelwälzlager über die Kuckucksuhr bis zur Kuhstall-Fliegenfalle werden bei uns Produkte hergestellt, an denen sich mitunter sogar die chinesischen Alles-Nachmacher die Zähne ausbeißen. Wenn aber im Ausland die Frage nach dem “Best of Germany” gestellt wird, gibt es immer wieder diese Antwort: Autos, Autos, Autos. Und das färbt inzwischen ab.

Das Meinungsforschungsinstitut “Forsa” hat sich jetzt im Ausland umgehört. Und fast zwei Drittel, nämlich 62 Prozent der Befragten, fanden, dass das Auto das deutsche Top-Produkt sei. Auf den zweiten Platz kam Bier mit 53 Prozent, gefolgt von Fußball mit 43 Prozent. Erst nach der Dichtkunst (28 Prozent) landeten die deutschen Frauen gleichauf mit der deutschen Wurst mit 15 Prozent auf dem fünften Platz. Hier kritisieren wir “Forsa”: Frauen sind kein Produkt. Und da die Beliebtheit von uns deutschen Männern nicht abgefragt wurde, könnte das Ergebnis ohnehin verfälscht sein.

Egal, jedenfalls hat die Bevölkerung auf den Ruhm unserer Autos reagiert und ihre männlichen Nachkommen entsprechend getauft. Der Vorname “Leon”, das sportlich-kompakte Modell der VW-Tochter Seat heißt auch so, lag im vergangenen Jahr in der bundesweiten Beliebtheitsskala ganz vorne. Wie das “Zeit-Magazin” recherchiert hat, ist dieser Baby-Vorname zum Beispiel bei uns in Nürnberg sowie in Konstanz, Essen, Wittenberg, Aachen und Bremen führend. In Südbayern liegen Maximilian und (in Bad Tölz) Benedikt in Front. An der Küste, etwa in Kiel, Aurich, Greifswald oder Schleswig ist der italienische Fußball-Toni namens Luca stilprägend.

Bei den Mädchen sind Marie und Sophia die bundesdeutschen Lieblings-Vornamen. Wenigstens einer davon ist praktisch überall ganz vorne dabei – außer in Nürnberg, wo Laura und Julia am beliebtesten sind. Was letztlich vielleicht auch mit dem Versagen der Autoindustrie in Sachen weiblicher Namensgebung zusammenhängt. Corsa und Jetta sind halt nicht so toll. Also, tut was – bevor die Leute den Wohlklang von Toyota entdecken.

April 11th, 2008

Über dieses Blog stolpert jeder

Wie wir ja alle wissen, sind die Weiten des Internets geradezu unendlich. Es gibt viele, viele Seiten, die nie zuvor ein Mensch betreten hat. Den, so eine neue Umfrage: Der durchschnittliche User nutzt regelmäßig gerade mal acht Webseiten.

Dies hat eine Studie des Meinungsforschungs-Institutes “Forsa” ergeben. Demnach gibt es aktuell zwölf Millionen deutschsprachige Surfer. Diese handeln aber nur sehr eingeschränkt. Sie klicken zwar pro Monat im Schnitt 17 neue Angebote an, in ihre Favoritenliste schaffen es aber nur wenige. Dabei haben Männer mit 9,4 Lieblingsseiten drei mehr als die Frauen. Und junge Leute von 14 bis 19 Jahren sind überraschenderweise noch weniger neugierig. Sie begnügen sich laut “Forsa” im Schnitt mit mit 5,1 Seite.

Aber ich will doch auch gelesen werden!!!! Aber wie unter diesen Vorasusetzungen? Ein bloggender Kollege gab mir den Tipp: “Du musst Wörter verwenden, die oft gesucht werden. Ich zum Beispiel habe einmal in einem Text ,Verkehrsnachrichten’ geschrieben, Da kamen Leute, die etwas wegen Staus wissen wollten.” Aha.

Fragen Sie also jetzt nicht nach dem Sinn des weiteren Textes. Ich nehme jetzt Suchbegriffe. und dann explodieren meine Besucherzahlen. Ich muss das tun, weil ich in dieser Computerwelt gar nicht so erfahren bin. Gut, ein Download jagt mir keine Angst ein. Auch mp3 habe benutzt, ein Chat ist ein Gespräch, das man nicht nur in einem Hotel führen kann. Einen Routenplaner braucht man dazu auch nicht.

Software war auf meinem PC schon immer kostenlos vorhanden. SMS habe ich drauf, nur Cheats und Crack sagt mir noch nicht so viel. Und manchmal fehlen meinem PC Treiber.

Zu oft verwende ich Wikipedia, vernachlässige antivir, höre eher kein Tokio Hotel, habe meiner Frau am Valentinstag gesagt, dass sie mindestens so schöön wie Heidi Klum ist. Ich liebe Soduku, kaufe auch mal bei Aldi, Lidl oder Tchibo und habe inzwischen keine Angst mehr vor der Vogelgrippe. Eher schon werde ich von einem BMW überfahren, weil ich versuche, mit einem Sprint über die Autobahn rechtzeitig zur Deutschen Bahn zu kommen.

Dessous werden erst wieder zu Weihnachten aktuell. Bis dahin schaue ich Fußball, Bundesliga, WM oder EM. Da mir bewusst ist, dass dieses Blog auch von jungen Menschen gelesen werden könnte, verzichte ich auf Begriffe aus den Bereichen Sex oder Porno, auch wenn ich weiß, dass ich damit70 Prozent der besten Suchnbegriffe auslasse.

So und jetzt arbeitet mal, Google, Yahoo, Fireball, Metacrawler.de, Web.de, Abacho. Dank Euch bin ich bald so berühmt, dass ich bei Bild, Spiegel Online, ARD, ZDF und Focus zum Thema werde. Los geht’s!

April 10th, 2008

Üble Sache: Verona Pooth in Sippenhaft

verona2.jpgEs gab Zeiten, da war Verona Pooth, geborene Feldbusch, die “Flocke” zahlloser Männer. Ihr Spinat-”Blubb” ist Legende, mit dem Satz “Hier werden Sie geholfen” erreichte sie in Sachen erfolgreiche Sprachschöpfung die gleiche Stufe wie “Ich habe fertig”-Trappatoni. Unvergessen ist Nürnberger Fotografen der Moment, als sie beim Opernball 2004 mit Kleopatra-Frisur und tiefem Dekolleté einem Rolls-Royce entstieg.

Den größten Fehler ihres Lebens hatte sie damals aber schon gemacht: Sie hatte den falschen Mann geheiratet. Verona wirkte immer leicht doof, hatte aber Erfolg. Ihr Franjo machte auf Geschäftsmann, ging aber grandios pleite.

Und nun wird die Moderatorin vom Abwärtssog ihres Mannes erfasst. RTL II hat die Zusammenarbeit mit ihr offiziell beendet. Verona Pooth werden nach dessen Insolvenz “von den Zuschauern zunehmend kritisch beobachtet”, teilte der Sender mit. Ihr Einsatz für sozial schwache Menschen wie in der inzwischen ausgelaufenen Reihe “Engel im Einsatz” habe deshalb an Glaubwürdigkeit verloren.

Verona findet`s unfair – und hat auch recht. Wenn sich die in früheren Zeiten gängige Sippenhaftung wieder durchsetzt, bekommt auch der Mann der Verkerssünderin Punkte in Flensburg, wird auch der Frau des Chef-Beleidigers gekündigt und muss auch die Schwester des ledigen Alkoholikers auf Entziehungskur. Nein, hier geschieht Unrecht! Denn letzten Endes ist es doch auch so. Verona Pooth steht weiter zu ihrem Mann. Wenn das kein glaubwürdiger Einsatz für sozial Schwache ist – was dann?

April 8th, 2008

Hilfe, Handy-Horror!

Sie sind froh, dass die Raucher auf dem Rückzug sind? Dass die größte Plage der Neuzeit zusehends verschwindet? Freuen Sie sich bloß nicht zu früh, es kommt ein neuer Horror: In Flugzeugen soll das Telefonieren erlaubt werden.

Vielleicht ist der neueste Beschluss zur Liberalisierung unseres Daseins ja die Rache der EU dafür, dass wir sie wegen ihrer mitunter kniefiesligen Verordnungen beschimpft und verhöhnt haben. Denken wir nur an die berühmten Traktorsitze. Falls es Rache ist, wird sie brutalstmöglich gelingen.

Wer schon einmal miterlebt hat, wie ein aufstrebender Jung-Manager seinem Kollegen im ICE zwischen Würzburg und Nürnberg die Feinheiten der Menschenführung im Allgemeinen und des Controllings im Besonderen erläutert hat, kann abschätzen, was uns allen droht. Das können auch Mütter und Väter von Teenagern mit ausgeprägten Sims-Daumen.

handy.JPGÜberall im Flugzeug wird es brummen, klingeln, diddeln oder jamba-mäßig dudeln. Denn wahre Mobilfunk-Freaks grinsen heute über Lärmbelastigung so hämisch hinweg, wie Raucher über Tabakqualm vor 50 Jahren.

Ich flehe – und ich bitte um viele, viele Unterstützer(innen) dieses Appell: Lasst es beim Handy-Verbot! Ansonsten müsst Ihr damit rechnen, dass es ab einer Flugdsauer von mehr als 90 Minuten Tote und Verletzte gibt. Einfach, weil die Menschen das Tuten und Gebrabbel nicht ertragen können. Ich sag auch nie mehr etwas gegen die EU. Gnaaaaaaaade!!!!!

April 7th, 2008

Wenn der Tod ein Komödiant ist…

sensenmann.jpgMal eine ganz einfache Frage: Was ist der Sinn des Lebens? Klar doch, wir wollen Spuren hinterlassen. Andere Menschen sollen sich lebhaft an uns erinnern und uns in die Kategorie “Wichtig” einordnen. Zum Leben gehört aber der Tod. Also sollte auch dieser in angemessener Form eintreten.

Gut, wir mögen dieses Thema nicht. Aber es ist doch so, dass wir entweder im Kreise unserer Liebsten sanft entschlafen oder als Held nach einem erfolgreichen Kampf gegen außerirdische Eroberer sterben möchten. Oder, wie das in launigen Reden zum Ruhestands-Eintritt mutmaßlich bedeutender Männer gerne gesagt wird, als 105-Jähriger während einer wilden Sex-Orgie.

Es kommt aber oft anders. Viel zu viele Menschen sterben völlig sinnlos zur absolut falschen Zeit oder unter idiotischen Umständen. Jeder Verkehrsunfall und Flugzeugabsturz erfüllt diese Kriterien. Aber es ist auch saudumm, an einer Blutvergiftung zu verenden, nachdem man von der räudigen Nachbarskatze gekratzt worden ist. Oder nehmen wir die Fußball-Übertragungs-Herzinfarkte, die zudem so darwinistisch verteilt sind, wie das Geld und das Glück im Profifußball. Fans von unterlegenen Teams sterben nämlich erheblich häufiger. Gut, dass der Club mal wieder gewonnen hat. Und dann sind da noch die Fischgräten oder Fleischstückchen, die in den falschen Hals geraten sind.

Das geht aber noch, war halt Pech im Spiel. Aber völlig unangemessen sind jene Fälle, in denen der Tod schon fast als Komödiant auftritt. In denen es so absurd abläuft, dass sich die Trauergemeinde nur noch an den Kopf fasst oder bei der Rede des Pfarrers zu kichern beginnt. Nicht lustig, aber absurd, ist dieser Vorfall aus Buenos Aires. Ein Pudel verursachte vor 20 Jahren den Tod von drei Menschen. Und das ging so: Das Tier fiel von einem Balkon aus so unglücklich auf den Kopf eines Passanten, dass dieser verstarb. Ein Augenzeuge blieb vor Schreck wie angewurzelt stehen und wurde von einem Bus überfahren. Ein weiterer Augenzeuge erlitt eine tödlichen Herzanfall.

Auch vom Balkon aus gelangte ein Hausmeister aus Bremen ins Jenseits. Er wollte mit einer Tomate nach seinen Nachbarn werfen, die ein Stockwerk tiefer eine laute Party feierten und stürzte über das Geländer. Wirklich tragisch ist auch die Geschichte eines Mexikaners, der vier Zugunglücke überlebt hatte, um dann wegen eines Kurzschlusses an der Spielzeug-Eisenbahn seines Sohnes zu sterben. Oder der Tod des Mannes aus Ohio, der von seiner Ehefrau gefunden wurde, wie er nackt und leblos bäuchlings auf dem Sofa lag. Er hatte ein Loch ins Polster gebohrt und darunter zwecks sexueller Erregung zwei Schwingschleifer montiert. Auch hier kam es zum Kurzschluss.

Nein, so wollen wir nicht sterben. Keinesfalls! Aber wie schon geschrieben: Der Tod hat manchmal ein skurrilen Humor. Da Bleibt nur eins: Leben , so spurenreich wie möglich!