Geldausgeben – aber richtig!

geld.jpg„Da, kauf dir was Schönes.“ Diesen Satz kennen wir seit unserer frühen Kindheit. Zuerst kam er von den Eltern oder einem guten Onkel, später in Form der Gehaltsabrechnung vom Chef. Wir also kaufen und wähnen uns glücklich. Doch die Wahrheit ist dies: Derjenige, der schenkt, fühlt sich noch besser.

Forscher der Universität British Columbia in Vancouver wollen eindeutig herausgefunden haben, dass Wohltäter glücklicher sind als jene Menschen, die Geld nur für sich selber ausgeben.

Bei einem Test wurden 630 Personen gebeten, auf einer Skala von eins bis fünf zu bewerten, wie sie sich nach dem Geldausgeben für eigennützige Zwecke und nach Ausgaben für andere fühlten. Im letzteren Fall waren die Befragten demnach glücklicher. Weiter wurden Angestellte einer Bostoner Firma befragt, die ihre Jahresprämie von 3000 bis 8000 Dollar (2000 bis 5000 Euro) entweder für sich selbst oder für andere ausgegeben hatten. Dabei ergab sich, dass das Glücksgefühl der Angestellten nicht von der Höhe der Prämie, sondern von der Art der Ausgabe abhing – und wieder waren die Altruisten die Zufriedeneren.

Schließlich wurde einer Reihe von Studenten in Vancouver ein Geldbetrag zwischen fünf und 20 Dollar ausgehändigt. Die Hälfte der Probanden erhielt den Auftrag, sich eine Freude zu machen, die andere Hälfte sollte es für andere ausgeben. Erneut waren es letztere, die sich als glücklicher bezeichneten.

Wirklich neu ist die Erkenntnis allerdings nicht. „Geben ist seliger denn nehmen“, heißt es in der Bibel. „Das Schönste am Schenken ist das Leuchten in den Augen der Beschenkten“, lautet ein russisches Spriuchwort. Und Zarathustra (Sie wissen schon. Der, der immer sprach..) fragte schon einige Jahrhundert vor Christus: „Ist Schenken nicht eine Notdurft? Ist Nehmen nicht Erbarmen?“

Man sieht, unser Lebensgefühl hängt ganz entscheidend von uns selbst ab. Wie also wäre es mit diem Test? Wenn vor dem nächsten Ferienbeginn unsere Mineralöl-Konzerne wieder die Benzinpreise hochtreiben, dann machen wir es so: für 49,99 Euro tanken, den 50-Euro-Schein auf die Theke knallen, und dazu diese Worte sprechen: „Hier. Das schenk ich Euch. Kauft Euch was Schönes.“ Und Gasgeben ist wieder schön.