Wahl-Bilanz 2008: Wie hoch ist die Deppen-Quote?

Die Urnen sind geleert, die Würfel sind gefallen. Zumindest in den drei mittelfränkischen Großstädten. In etlichen Kommunen geht es zwecks endgültigen Entscheidungen noch in die Hieb- und Stichwahl. Aber die Frage muss gestellt werden: Wie schlau haben die Leute eigentlich gewählt? Greifen wir uns Nürnberg und das dortige Ergebnis der Stadtratswahl heraus.

Erstmal sind sie vor allem faul gewesen. Da hatten die Teilnehmer an der Kommunalwahl die größtmögliche Freiheit beim Abstimmen. Sie konnten kreuz und quer über die Listen wählen. Sie konnten sich Bewerber(innen) aussuchen, weil ihre Parteizugehörigkeit für eine bestimmte Gesinnung spricht. Sie konnten Studenten wählen, weil sie selbst an der Uni lernen. Krankenschwestern, weil sie sich öfters schlecht fühlen. Handwerksmeister und Geschäftsführer, weil sie sich wirtschaftlichen Sachverstand wünschen. Tierärzte, weil sie Hunde mögen. Künstler, weil sie gerne ins Theater gehen. Und, und, und….

Und was passiert? Die Hälfte der Stimmberechtigten bleibt daheim. Das Recht zur freien Wahl des Fernsehprogramms hat wieder vielen ausgereicht. So sind die Innenstadtbürger im Bereich Kaiserstraße/Jakobsplatz nur zu 22 Prozent, die Wähler(innen) am der Hohen Marter in Schweinau nur zu etwas mehr als einem Viertel zur Urne gegangen. Und dort hat die so genannte „Bürgerinitiative“ Ausländerstopp einen Stimmenanteil von elf Prozent erzielt. Nichtwähler sind also nicht unbedingt die Deppen, aber es scheint, als würden sie diesen helfen.

Nun ist bestimmt nicht jeder „Ausländerstopper“ ein Faschist. Bei manchen ist diese Wahl ein Hilferuf, weil man sich von der Gesellschaft vergessen fühlt. Trotzdem ist es nichr lustig, wenn diese „Bürgerinitiative“ mit einem Stimmenanteil von 3,3 Prozent das fünftbeste Ergebnis aller Gruppierungen erzielt. Nach Maiach (12,2 Prozent), Schweinau, in die Werderau oder das Umfeld der Bernadottestraße in St. Leonhard zieht man als weltoffener Mensch jedenfalls besser nicht.

Aber zurück zur Deppenfrage: Und da muss man bei aller Toleranz auf jene 3558 Nürnbergerinnen und Nürnberger zu sprechen kommen, die allen Ernstes gemeint haben, dass der geifernde Neonazi Ralf Ollert die Stadt als Oberbürgermeister am besten regieren und repräsentieren könnte. Mit 1,9 Prozent der Stimmen haben sie ihm das drittbeste (!) Ergebnis von neun Bewerberinnen und Bewerbern beschert. Wie will man das noch erklären?

Rechnen wir also mit mindestens zwei Prozent Deppen in dieser Stadt. Das ist jede(r) 50., es sind also nicht wenige. Der Trost: Es sind noch nicht so viele, dass man sich wirklich fürchten müsste.

1 Kommentar in “Wahl-Bilanz 2008: Wie hoch ist die Deppen-Quote?

  1. Guido Westerwelle, MEGA-Depp der Nation!

    Also, ich arbeite auch viel und bekomme wenig Gehalt dafür – seit ich mich vor knapp zehn Jahren mal entschieden habe aus dem Managementzirkus (bei einem hiesigen Finanzdienstleister) auszusteigen, nach wie vor eine Entscheidung mit der ich sehr glücklich bin, auch wenn ich jetzt auf Hartz4-Niveau lebe. (Dafür brauche ich mich nicht mehr zum Affen machen und kann ohne den Druck hin und wieder unkorrekt handeln zu müssen seitdem in wahrer Freiheit leben, die mir mehr wert geworden ist, gerade auch im Sinne eines höheren Lebensstandards, als mehr Geld in der Tasche bzw. jede finanzielle Absicherung.)
    Sollen andere sich (weiter) zum Deppen machen – unter (gut sittuierten) Managertypen gibt es eine davon…
    Doch im Moment macht sich, wie ich doch meine, vor allem einer zum MEGA-Deppen der Nation!!!

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