Das wahre Hotline-Feeling: Kalte Wut und heiße Ohren

hotline.jpgHalten wir fest: Dieses Blog hat lustig zu sein. Ich will diesen Auftrag unbedingt erfüllen. Aber was soll ich tun, wenn das Leben anders ist? Wenn ich wieder einmal an einer der schlimmsten Prüfungen gescheitert bin: Nach Kontakten mit dem Hotline- und Vor-Ort-Service eines Telefonanbieters ein gutes Gefühl zu verspüren.

Warum heißen Hotlines überhaupt so? Hot bedeutet heiß, demnach müsste es dort tierisch abgehen. Man müsste als Anrufer in Flammen stehen angesichts der Flut an Serviceleistungen. Aber meistens spürt man bloß kalte Wut und legt nach dem Gespräch in der Überzeugung auf, dass die Zunahme an Depressionen in diesem Land auch mit der wachsenden Zahl der Servicenummern zu tun hat. Sie frustrieren uns nämlich fast alle auf die gleiche fiese Art: Wer immer sich meldet, hat garantiert keinerlei Kompetenzen, um wirklich Hilfreiches zu unternehmen. Nicht weil er oder sie unfähig wäre, sondern weil der Auftraggeber das so will.

Nun also zu mir: Ich habe Telefonanbieter und Internetprovider gewechselt. Bei mir ist es jetzt die Firma mit der blauen Farbe, bei der es in der Werbung immer so schön blubbert. Und diese Leichtigkeit soll man (laut Werbung) selbstverständlich auch als Kunde erleben. Drei Schritte, und man ist drin – heißt es.

Damit nichts schiefgehen kann, wird auf CD ein “Connection-Manager” mitgeliefert. Dieser soll helfen, macht er aber nicht, wenn das Betriebssystem nicht mehr ganz neu ist. Sobald die CD geöffnet wird, bleibt der PC stehen. Komplett. Anruf also beim – kostenpflichtigen – Kundenservice. “Ach, den Manager brauchen Sie doch gar nicht. Das geht ohne ihn besser.” Ach so. Also einfach PC und Router miteinandern verbandeln? Wieder passiert nichts. Der Technik-Hotline-Mitarbeiter wird nervös: “Gehen Sie mal in die Einstellungen in Netzwerkumgebungen, und dann…”

Ich öffne diverse Ordner und Programm-Fenster, gebe Zahlenkolonnen in Kästchen ein – weiterhin geht nichts.

Fazit: Der Techniker muss kommen. “Umgehend”, heißt es, werde sich dieser melden. Nach acht Tagen fragt man dann doch nach. Anruf bei der Hotline, Weiterschaltung zum Technik-Service. “Wir wissen jetzt auch nicht wann er kommt, das ist eine Fremdfirma.” Wieder rein in die Hotline. “Wo kann ich mich beschweren?” Antwort (ungefähr): “Ja, also, bei der Kundenbetreuung. Bei mir oder per kostenpflichtigem Fax.” “Und per Mail?” “Nein, das geht leider nicht.”

Das ist es also: Es ist der Firma völlig klar, dass es Probleme und Beschwerden gibt. Aber man will auf gar keinen Fall davon wissen. Mehr maulen will, soll zahlen.

Schließlich ist der Retter da. Der PC meiner Tochter soll W-Lan bekommen. “Das geht nicht, er hat keine Antenne”. erklärt der Techniker. Ob er eine dabei hat? “Nein, das ist ja nicht meine Aufgabe.” Jetzt präsentiere ich meinen Steinzeit-PC mit Windows 98. Der Techniker spricht: “Also, ich muss Ihnen sagen, dass wir eigentlich nur jeweils einen PC bearbeiten. Aber gut, ich mach das ausnahmsweise. Es ist bloß so: Bei diesem Betriebssystem kann es sein, dass es ausufert. Das geht dann nicht mehr kostenlos.”

Nach gefühlten 15 Klicks steht die Diagnose fest: “Da ist was mit der Netzwerkkarte. Da brauchen Sie eine neue.” Hat er eine dabei? “Nein, das ist nicht meine Aufgabe.” Wird der PC (der mehrere Jahre Internet-Nutzung erlebt hat) dann seinen Web-Dienst leisten? “Das müsste so sein, ja. Aber ist natürlich auch mögliuch, dass, weil, wissen Sie…”

Nun gut, dann soll er wenigstens das Telefon optimal einrichten. Wenn jemand anruft, ist nämlich manchmal kurz die Verbindung weg. Der Laptop wird aufgeklappt, ein paar Klicks, dann die Feststellung: “Das muss ein Problem bei der Telekom sein. Das muss deren Störungsdienst erledigen. Wir können da nichts machen.”

Und nun passiert es, das Unerwartete, das Unfassbare: Blut steigt in den Kopf, die Ohren röten sich, mir wird heiß. Plötzlich ist es da, das Hotline-Gefühl. Aber schön ist es leider nicht.

Geldausgeben – aber richtig!

geld.jpg“Da, kauf dir was Schönes.” Diesen Satz kennen wir seit unserer frühen Kindheit. Zuerst kam er von den Eltern oder einem guten Onkel, später in Form der Gehaltsabrechnung vom Chef. Wir also kaufen und wähnen uns glücklich. Doch die Wahrheit ist dies: Derjenige, der schenkt, fühlt sich noch besser.

Forscher der Universität British Columbia in Vancouver wollen eindeutig herausgefunden haben, dass Wohltäter glücklicher sind als jene Menschen, die Geld nur für sich selber ausgeben.

Bei einem Test wurden 630 Personen gebeten, auf einer Skala von eins bis fünf zu bewerten, wie sie sich nach dem Geldausgeben für eigennützige Zwecke und nach Ausgaben für andere fühlten. Im letzteren Fall waren die Befragten demnach glücklicher. Weiter wurden Angestellte einer Bostoner Firma befragt, die ihre Jahresprämie von 3000 bis 8000 Dollar (2000 bis 5000 Euro) entweder für sich selbst oder für andere ausgegeben hatten. Dabei ergab sich, dass das Glücksgefühl der Angestellten nicht von der Höhe der Prämie, sondern von der Art der Ausgabe abhing – und wieder waren die Altruisten die Zufriedeneren.

Schließlich wurde einer Reihe von Studenten in Vancouver ein Geldbetrag zwischen fünf und 20 Dollar ausgehändigt. Die Hälfte der Probanden erhielt den Auftrag, sich eine Freude zu machen, die andere Hälfte sollte es für andere ausgeben. Erneut waren es letztere, die sich als glücklicher bezeichneten.

Wirklich neu ist die Erkenntnis allerdings nicht. “Geben ist seliger denn nehmen”, heißt es in der Bibel. “Das Schönste am Schenken ist das Leuchten in den Augen der Beschenkten”, lautet ein russisches Spriuchwort. Und Zarathustra (Sie wissen schon. Der, der immer sprach..) fragte schon einige Jahrhundert vor Christus: “Ist Schenken nicht eine Notdurft? Ist Nehmen nicht Erbarmen?”

Man sieht, unser Lebensgefühl hängt ganz entscheidend von uns selbst ab. Wie also wäre es mit diem Test? Wenn vor dem nächsten Ferienbeginn unsere Mineralöl-Konzerne wieder die Benzinpreise hochtreiben, dann machen wir es so: für 49,99 Euro tanken, den 50-Euro-Schein auf die Theke knallen, und dazu diese Worte sprechen: “Hier. Das schenk ich Euch. Kauft Euch was Schönes.” Und Gasgeben ist wieder schön.

Toter Panda: Trifft er seinen Mörder?

Immer noch ist der Tod der beiden Katzenbären im Nürnberger Tiergarten ungeklärt. Ich hatte ja, weil die Schreckensnachricht aus dem Rathaus mit “Alf” unterzeichnet war, auf die Tat des bekannten außerdischen Katzen-Liebhabers getippt.

Diese Theorie ist, um es deutlich zu sagen, bis heute nicht widerlegt.

panda.JPGOffiziell fällt der Verdacht auf die im Gehege der Pandas unterbrachten Muntiak-Hirsche. Manfred Schwampe aus Nürnberg hat nun dieses Bid geschickt, und so betextet: “Friedlich Ostern im Jahr 2004! Kleiner Pandabär überreicht Muntiak einen Palmzweig. Leider haben sich die Zeiten geändert.”

Stimmt genau.  Und nun würde eine harte Boulevard-Zeitung bei diesem Bild schreiben, “Hier trifft der Panda seinen Mörder!” Ich denke ja ohnehin anders, und außerdem: In einem rechtstreuen Block gilt bis zu endgültigen Beweisen die Unschuldsvermutung.

Obwohl der Hirsch schon gefährlich dreinschaut…

Deutschland liebt das "Kaisern"

franz.jpg“Liebe Dich selbst, und Du wirst geliebt.” Diese Grundregel ist so wichtig, dass sie, wie in Stein gemeißelt, am Beginn dieses Textes stehen soll. Daneben schreiben wir den ergänzenden Satz: “Herr, lehre mich, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann.” Und schon sind wir bei unserem Thema, beim Dialekt. Wenn der mal drin ist, kriegt man ihn schlecht weg.

Das Allensbach-Institut hat jetzt nach Deutschlands beliebtester Mundart gefragt. Und siehe, ganz oben auf der Siegerliste landete “Bayerisch”. Gemeint war vermutlich jene Sprechweise, die man “Franzen”, “Kaisern” oder “Moshammern” nennen könnte. Die sanften, gemütlichen Töne also, die zustande kommen, wenn man sich bei mehreren oberbayerischen Dialekten geschickt bedient. 35 Prozent aller Deutschen hören diese Art zu reden gerne.

Beckenbauers “schaumermal” kommt aber auch mit Überzeugungskraft. Und tatsächlich hat die Umfrage ergeben, dass 77 Prozent der Bayern ihren eigenen Dialekt mögen. Einen größeren Anteil der Zufriedenen gibt es in keinem Bundesland. Etwas schlechter, aber immer noch gut ist die Lage beim Plattdeutsch. 65 Prozent sind selbstzufrieden – 29 Prozent der Deutschen mögen diesen Klang. Bei den Berlinern – 22 Prozent Fans, 46 Prozent Zufriedene – sackt das schon ein Stück weit nach unten durch.

Ganz und gar keine Sehnsucht haben die Menschen nach Klangfärbungen des Ostens. Pommerisch hört nur jeder 50. Deutsche gerne, Schlesich nur jeder 33. Als nervigster Dialekt wurde mit 54 Prozent Sächsisch genannt.

Wie ist das aber nun mit den aktuellen politischen Absackern? Nach Kurt Becks Klangfarbe, dem Pfälzisch, sehnen sich nur acht Prozent der Deutschen. Seine persönlichen Umfrage-Beliebtheitswerte von zwolf oder dreizehn haben also inzwischen einen Bereich erreicht, in dem er auch ohne jede Politik landen würde. Dass Pfälzisch nur für fünf Prozent der Befragten Personen eine Hass-Mundart ist, sollte Beck nicht trösten. Das Signal lautet ja: “Der ist uns wurscht.”

Die gleiche Unbeliebtheits-Quote erreicht auch Fränkisch, die Sprache unseres Ministerpräsidenten Günther Beckstein. Immerhin zehn Prozent mögen diesen Dialekt – was bei der Landtagswahl allerdings nur bei einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung zur erneuten Zweidrittel-Mehrheit reichen würde. Das Problem von CSU-Chef Erwin Hubers wiederum ist, dass er die Zähne beim Reden so wenig auseinanderbringt, dass man eigentlich nicht erkennen kann, um welchen Dialekt es sich handelt.

Weil ich es gut meine mit den Bedrängten, habe ich deren Osterfeiertage verplant. Kurt Beck schicke ich zum “snacken” an die Küste. Beckstein und Huber rate ich zur ausgedehnten Bergwanderung mit Franz Beckenbauer samt anschließender Einkehr bei Meisterkoch Alfons Schuhbeck. Wenn unser Landesvater anschließend “Bratwürsterl und Brezerl” bestellt, bin ich beruhigt. Dann hat es gewirkt.

Ganz neu: Der Muskel-Slip

Sumo.jpgJapaner waren in unserer Vorstellung immer vor allem dieses: klein, dünn und durchgeknallt. Von der Mackenquote her waren sie für uns die Finnen Ostasiens. Und nun erfahren wir: Immer mehr Söhne Nippons – und nicht nur die Sumo-Ringer – kämpfen wie wir mit Übergewicht. Jedoch, die Rettung ist in Sicht: Es soll eine Muskel-Unterhose geben.

Wie Agenturen melden, will das Unternehmen Wacoal eine speziell konstruierte Unterhose auf den Markt bringen, die Männern mit Bauch beim Abspecken helfen soll. Das Kleidungsstück verhelfe seinem Träger zu einer besseren Statur und lasse ihn im Laufen Muskeln entwickeln, erklärte Firmenchef Yoshikata Tsukamoto. Schon ein einfacher Spaziergang werde durch die neue Unterhose zur sportlichen Übung.

Nun können wir uns gut vorstellen, dass und warum Versender von Spam-Mails auf diese Nachricht gewartet haben. Und in welchen Slogans sie das verarbeiten werden. Aber davon lassen wir uns nicht irritieren.

japan.jpgWenngleich nämlich die neuartige Unterhose bei geheimen Tests am Polarkreis noch etwas arg zwickte (unser Bild), so rechnen wir doch mit einem durchschlagenden Erfolg, gegen den die Entwicklung von Feinripp-Dessous ein relativer Flop sein wird. Man bedenke nur: Schon in Japan leiden nach Angaben des Herstellers besonders japanische Geschäftsleute im Alter zwischen 30 und 40 Jahren an Übergewicht. Und 95 Prozent der Männer dieser Altersgruppe sorgten sich nach einer Umfrage der Firma darum, dass das Fett auf den Hüften ihre körperliche Erscheinung beeinträchtige. Nicht einmal die Hälfte habe aber bislang konkrete Schritte im Kampf gegen die Speckrollen unternommen.

Bei uns wiederum ist es ja noch schlimmer. 10 Prozent der Männer leiden unter Kniebeschwerden oder Hüftschmerzen – weil sie Halb- oder Vollmarathon laufen. Der Rest ist mehr oder weniger übergewichtig. Und tut auch nichts.

Mach also schnell, Firma Wacoal. Am 1. Mai ist Vatertag. Wer dann mit der Abspeck-Unterhose wandert, muss hinterher nichts bereuen…

Die perfekte Frau…

Ist doch schön, wenn die wichtigsten Fragen dieser Welt beantwortet werden.

“Spiegel Online” hat jüngst seinen männlichen Surfern erklärt, wie die perfekte Frau tatsächlich aussieht. Berühmte Damen aus dem Film- und Showbusiness wurden mit Hilfe von Photoshop in ihre Einzelteile zerlegt und dann nach dem “Best of”-Prinzip zusammengefügt.

Heraus kam dann z. b. dieses ( Alicia Keys meets Angelina Jolie).

superfrau.jpg

Männer stehen demnach auf bulimische Schuhverkäuferinnen, die die Zahnspange zu früh weggelassen haben.

Aber muss man das überhaupt noch weiter kommentieren?

Wer den SpOn-Artikel komplett sehen will, macht`s hier.


Loddar! Etz mach hald mal wos gscheids!

loddar.jpgDer wahre fränkische Mann vereint in sich Glanz und Tragik. Und es gibt Persönlichkeiten, die der Welt dieses widersprüchliche Wesen glanzvoll vorführen. Nehmen wir Max Grundig – erst grandios, dann ebenso gescheitert. Oder Club-Vizepräsident Siegfried Schneider: Als Pokalsieger hoch oben auf der CSU-Stadtratsliste platziert, bei der Wahl aber als klarer Absteiger seinen Kickern möglicherweise vorausgeeilt. Oder eben Lothar “Loddar” Matthäus.

Der Herzogenauracher gehört zu den, sagen wir, 100 besten Fußballern aller Zeiten. Er war siebenfacher Deutscher Meister mit Bayern München, italienischer Meister mit Inter Mailand, Weltfußballer 1990 und 1991 sowie Kapitän der WM-Mannschaft von 1990. Auf seinen Konten sollte kein Mangel herrschen, also könnte er ein tolles und beschwingtes Leben führen.

Stattdessen zeigt er uns, wie Männer durchknallen, wenn sie reichlich Energie, aber keine geregelte Arbeit haben. Eine Mannschaft hat Trainer Matthäus nicht, also muss er eben seine Frau austauschen. Marijana Kostic, Ehefrau Nummer drei, war krank geworden, daher wird ihre Position – so ist das eben in der Welt des Fußballs – mit einem Nachwuchstalent besetzt. Aktuell durch das 20-jährige Unterwäschemodel Kristina Liliana. “Wir haben uns in aller Freundschaft getrennt”, sagt der Ex-Fußballer über das mutmaßliche ende seiner Ehe. “Er hat mich belogen und betrogen”, ist die Darstellung der verlassenen Gattin.

Nun ist es nicht so, dass Matthäus keinen Respekt vor Frauen hätte. Im “Playboy” wurde er so zitiert: “Die Frauen haben sich entwickelt in den letzten Jahren. Sie stehen nicht mehr zufrieden am Herd, waschen Wäsche und passen aufs Kind auf. Männer müssen das akzeptieren.” In einem anderen Interview zeigte er aber auch ein besonderes Verständnis von Kommunikation: “Ein Wort gab das andere – wir hatten uns nichts zu sagen.” Und Selbstvertrauen hat er ja, wie er anlässlich seines vorübergehenden Wechsels in die USA bewies. Zitat: “Jeder, der mich kennt und der mich reden gehört hat, weiß genau, dass ich bald englisch in sechs oder auch schon in vier Wochen so gut spreche und Interviews geben kann, die jeder Deutsche versteht.” Wahrscheinlich haben Russen und Chinesen seine englischen Statements ähnlich gut kapiert wie wir.

Erfolg, Skrupellosigkeit, gepaart mit verzerrter Warnehmung und übersteigertem Selbstbewusstsein – Lothar Matthäus ist schon ein ganzer Kerl. Nur den Vorwurf, er wirke angesichts seiner jüngeren Frauen allmählich pädophil, lasse ich ganz und gar nicht gelten. Loddar ist 46, seine Liebste 20. Johannes Heesters ist 46 Jahre älter als Ehefrau Simone Rethel. Da sagt auch keiner was. Und Schriftsteller Martin Walser hat gerade riesigen Erfolg mit einem Roman über den altersgeilen Goethe.

Dieses Thema lassen wir. Ansonsten aber gibt`s nur eins: “Loddar! Etz mach hald mal wos gscheids!” Trainier`eine Mannschaft auch mal länger als sechs Wochen – und wenn`s die Nationalelf von Namibia ist. Mach uns Franken wieder berühmt. Für doof halten uns wegen unseres Dialekts doch viel zu viele.

Unterhosenwärmer, Warzenzwicker – welche Helfer brauchen wir?

rocky.jpgEs ist ja bekannt: Alles, was in Amerika hochkommt, schwappt irgendwann zu uns herüber. Musik, Filme, Mode, fettes Essen…. Und natürlich auch neue Produkte und Dienstleistungen.

Eine besonders erfinderische Gegend für neue Berufe ist  Hollywood. Zwei Beispiele: Filmstar Sylvester Stallone beschäftigt einen Unterhosenwärmer. Der junge Mann, es soll ein Student sein, trägt die Boxershorts von “Rambo” so lange, bis diese für den Meister auf Betriebstemperatur sind. Schon klar, Stallone ist in einem Alter, in dem man Themen wie Blasenentzündung und Inkontinenz nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Und vielleicht schießt und haut es sich ja besser auf den Feind, wenn`s unten rum kuschlig warm ist. Aber brauchen wir das?

Sängerin und Traumfrau Jennifer Lopez wiederum hat einen Warzen-, oder wie die freche Boulevard-Presse schreibt, einen Nippelzwicker auf der Gehaltsliste ihrer Entourage. Dieser hat die Aufgabe, JLo´s Brustwarzen vor fototechnisch wichtigen Auftritten in die richtige, sprich auffällige, Form zu bringen. Mehr schreibe ich dazu nicht. Die Zeit der Herrenwitze ist vorbei.

Aber was brauchen wir Normalverbraucher? Was brauche ich? Mein liebster Assistent wäre ein “Ausmister”. Einer, der mir, ohne dass ich es weiß, all den gedruckten Mist wegwirft, der mich nie im Leben wirklich interessiert, von dem ich das aber bis jetzt immer wieder glaube. Mit schlimmen Folgen für meinen Schreibtisch. Prima wär`das, und angesichts meiner großartigen Erfahrungen würde ich gleich noch einen Sortierer einstellen, der das ganze Zeug in Häufchen wie “Eiligst”, “Schnell”, “Hat Zeit”, “Muss eigentlich nicht sein” portioniert.

Dann den “Spam-Mail-Retournierer”, ein kleines Männchen mit Tennisschläger, das alle “Sie haben gewonnen!”- und “Viagra supergünstig”-Nachrichten zum Absender zurückdonnert. In tausend Stücken, damit dort der Server für alle Zeiten zusammenbricht. Genial wäre auch ein “Abstauber”, der diese menschenfeindliche Hausarbeit lustvoll erledigt. Oder einen “Klo-Geher”, der es mir erspart, bei spannenden Fernsehsendungen vom Sofa aufstehen müssen.

Und dann noch das “General-Double”. So etwas wie einen Klon, den ich immer dann einschalten kann, wenn mir der Stress zu viel wird. Einen, der die Steuererklärung macht, zu Terminen geht, die nach drei Stunden Aufenthalt 30 Zeitungszeilen hergeben, der meine Anrufe entgegennimmt, wenn ich unter Zeitdruck schreiben muss – und der zur Stelle ist, wenn meine Frau “Wir müssen reden!” sagt.

Ich schwöre: Wenn ich diese Helfer um mich hätte, würde ich niemals darüber klagen, dass ich meine Unterhosen selber aufwärmen muss. 

Rauchen, Schluss jetzt – und ein gewerkschaftsnaher Volksfestwirt

Die Verwicklungen des bayerischen Landespolitik zwingen mich zu einer abschließenden Klarstellung zum Thema Rauchverbot. Sonst heißt es noch, ich würde im Blog Falschmeldungen verbreiten.

Also: Das Rauchen in Festzelten und -hallen, den so genannten “Fliegenden Bauten” ist nach der neuesten Beschlusslage der CSU-Fraktion (nicht des Landtags, aber das ist offenbar wurscht) nur noch und letztmals im Jahr 2008 erlaubt. Punkt.

Und der Nürnberger Volksfest? Da gibt es den Festwirt Hermann Murr, der mit großer Leidenschaft immer irgendetwas anders macht als die anderen denken. Klar war, dass das auch diesmal so sein würde. Jetzt wissen wir auch wie:

Murr wollte zweks Rauchverbot zunächst in seinem “Oxenzelt” und im “Rockhouse-Zelt” den Bierpreis erhöhen. Schließlich brauche er ja eine Überwachung, argumentierte er. Für das Folklorezelt hatte er 6,70 Euro, für die Rock-Halle sogar 6,90 Euro kalkuliert. Bei allen anderen Volksfestwirten liegt der Bierpreis bei 6,40 Euro.

Inzwischen will Hermann Murr das Rauchen erlauben, schlägt aber immer noch zehn beziehungsweise dreißig Cent drauf. Weil er aber vorher noch mehr verlangen wollte, kommt das vereinzelt als Preissenkung an.

Hoffentlich bleibt das jetzt wenigstens so. Es gibt ja noch andere schöne Themen. Nur eins noch: Wenn Murr wegen zwölf zusätzlichen Security-Kräften im Rockhouse-Zelt 50 Cent pro Liter Bier draufschlagen wollte, dann gibt es nur zwei Interpretationsmöglichkeiten. Entweder verkauft er nicht viel oder er überschreitet den allgemein diskutierten Mindestlohn derart nachhaltig, dass er umgehend mit einem Ehrenmal vor dem Gewerkschaftshaus geehrt werden müsste.