Obacht, Flocke! Oder: Will wer den Wilbär?

baby.jpgDas sieht schon arg nach Hinterlist aus: Da nimmt unsere Flocke endlich die Zehn-Kilo-Grenze, und macht sich allmählich bereit, dem jubelnden Volk gegenüberzutreten, da meldet der Stuttgarter Zoo völlig überraschend Konkurrenz. Auch dort gibt es ein Eisbärenbaby. Bei allen, denen die Eisbären-Vermarktung am Herzen liegt, herrscht nun Alarmstufe Rot. “Obacht Flocke!”, wir dürfen nicht ins Hintertreffen geraten.

Gut, ein Bären-Junge ist grundsätzlich nicht schlecht. Eine zwölfteilige ProSieben-Doku-Soap unter dem Titel “Flockes Traumhochzeit” ist später schon mal dran. Aber zunächst geht es darum, in der Frage des ultimativen Publikumslieblings die Schnauze vorne zu haben.

Analysieren wir also: Wilbär heißt der Stuttgarter Bären-Junge. Ob das ein Volltreffer ist? Kaum, denn eigentlich würde man bei diesen Namen den hyperaktiven Sohn eines antroposophischen Bildhauers erwarten. Vielleicht ist es ja auch nur ein billiger Versuch der Stutgarter Zoo-PR-Strategen, eine Assoziation zu “Goldbär” und damit zu Deutschlands weltberühmtesten Entertainer Thomas Gottschalk zu wecken. Und dass Wilbär bei seiner Mama aufwächst? Ist das jetzt besser? Auch nicht. Denn wer den Nürnberger Tierpfleger Horst Maußner im ZDF erlebt hat, weiß, dass keine echte Eisbärenmutter jemals so viel Liebe geben wird.

Wir haben also klare Vorteile, müssen aber trotzdem die Werbung für unser Eisbärenkind verstärken. Als Grund-Slogan empfehle ich “Flocke – das Original!”. Das kann dann, zum Beispiel mit Hilfe des Internet-Sloganizers, phantasievoll variiert werden. “Flocke – original, herzhaft in allen Fluten!” könnte es da heißen. Oder “Flocke – Liebe, die mächtig brummt!”, “Für den Kenner – brummen nur mit Flocke”, “Lieben ist genial. Flocke, so original wie die Sehnsucht!” oder eben “Original bleibt Original: Und dafür Flocke!”.

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, es gibt bestimmt bessere. Aber es gilt: Die Lage ist ernst. Die PR-Maschine muss brummen. Und zwar schnell!

Halbgötter in Weiß – vom Volk gemacht

arzt.jpgWas wird nicht alles geklagt? Ärzte seien überheblich, sie hätten es verlernt, ohne Siemens-Medizintechnik treffende Diagnosen zu stellen, sie begingen Kunstfehler am laufenden Band und suchten sich ihre Patienten nach deren Umsatz-Potenzial aus. Eine elend lange Liste der Verzweiflung über die moderne Medizin gibt es da. Dann aber kommt die Allensbach-Marktforschung, und zeigt uns: Die Doktores haben allen Grund zur Eitelkeit. Sie sind und bleiben die angesehenste Berufsgruppe im Land. Mit klarem Vorsprung.

Wie jedes Jahr seit 1966 hat das Institut knapp 1000 Menschen eine Liste mit 17 Berufen vorgelegt und diese Frage gestellt: “Könnten Sie bitte die fünf davon heraussuchen, die Sie am meisten schätzen, vor denen Sie am meisten Achtung haben?” Demnach sind die Ärzte die Größten überhaupt. 78 Prozent der Befragten haben sie genannt. Pfarrer sind als Zweitplatzierte mit gerade mal 39 Prozent dabei.

Weil so viel über Bildung diskutiert wird, sind die Lehrberufe im Vergleich zum Vorjahr beliebter geworden. Die Hochschulprofessoren sind mit 34 Prozent auf Platz drei vorgerückt. Dann aber wird es rätselhaft: 33 Prozent der Befragten halten Grundschullehrer für besonders achtenswert, aber nur 14 Prozent die Studienräte. Ist das nun eine Anerkennung, weil sie für weniger Steuergeld arbeiten? Glaubt die Bevölkerung, dass Faulheit wächst, je intellektueller es wird? Oder hat man echte Arbeiter lieber als verkopfte Spezialisten. Gemäß den “Wir-woll`n-Euch-kämpfen-seh`n”-Rufen der Fußballfans?

Wenn man ans untere Ende der Beliebtheitsskala schaut, stellt man fest, dass das Land aus Sicht der Volkes Atomphysiker (25 Prozent) zweieinhalb Mal so dringend braucht wie Journalisten (11 Prozent). Na gut, vielleicht würde man die Gesundheitsreform endlich verstehen, wenn man sie quantenmechanisch anhand der Spektrallinien von Ulla Schmidt erklären würde. Aber ganz unten rangieren diese Leute: Gewerkschaftsführer (8 Prozent) sowie Politiker (6 Prozent) – und die bedauerenswerten Buchhändler (5 Prozent), die man für das Funktionieren der Gesellschaft offenbar nicht wirklich benötigt.

Fassen wir also zusammen: Schön wäre dieses Land, wenn Menschen unablässig therapiert würden, dabei seelischen Beistand, aber auch jede Menge hochwertigster Bildung bekämen. Der schlimmste Mensch hingegen ist ein Gewerkschaftsführer, der auf einer Partei-Stadtratsliste kandidiert und samstags auf dem Flohmarkt Bücher verkauft.

Klingt nicht wirklich schlüssig. Und das liegt ja auch daran, dass viele für unser Leben wichtige Menschen in der Allensbach-Liste fehlen. Wo sind die Brezenverkäufer, die Supermarkt-Kassiererinnen, die Döner- und Bratwurstbrater, die Abflughallen-Eincheck-Damen, die Klofrauen, die Straßenbahnfahrer und die Tchibo-Verkaufsstellen-Franchisenehmer?

Und wo sind die Süßwaren-, Schnaps- und Zigarettenhersteller? Jede Wette: Würde Allensbach vor allem Ärzte fragen, wären sie ganz vorne dabei. Oder wer sorgt sonst für volle Praxen?

Ich bin Spiderman!!! Und wer sind Sie?

spiderman.jpgÜber Superhelden lehrt uns das allwissende Internetlexikon “Wikipedia” das Folgende: “Die als Superhelden charakterisierten fiktiven Figuren sind typischerweise mutig und edel, haben Geheimidentitäten und Codenamen. Außerdem besitzen Superhelden oft übermenschliche Fähigkeiten, die sie vom Rest der Menschheit abheben. Superhelden kämpfen meist gegen Monster, Naturkatastrophen und Superschurken.”

Um in unseren Breiten derzeit zum Superhelden zu werden, genügen weitaus geringere Fähigkeiten. Man müsste nur wahlweise ein spätes Tor gegen Cottbus schießen oder Fußbälle grundsätzlich sicher festhalten, einen der drei Großstadt-Oberbürgermeister in die Stichwahl zwingen oder aber gentechnisch einen Zwerg-Eisbären erzeugen, der mit fünf Kilogramm Körpergewicht ausgewachsen ist und nie richtig laufen lernt.

Am Anfang alles Handelns steht jedoch die Selbsterkenntnis. Und weil es im Internet alles gibt – also auch das, womit man niemals rechnen würde, haben zwei Herren mit den wenig spektakulären Namen Jeff Baker und Alex Graham einen famosen Superhelden-Test ins Netz gestellt. “Which Superhero are you?” lautet die Frage, bis zur Auflösung müssen 46 Antworten gegeben werden.

Man muss zum Beispiel erklären, ob man gerne fliegt, einen guten Sinn für Humor hat, eine geheime dunkle Seite hat, Stringtangas trägt, eine schlechte Kindheit hatte, ob man Tiere mag und andere Leute für seine Zwecke benutzt.

Ich bin laut Superhero-Test Spiderman am ähnlichsten. Angesichts meiner Mängel im Bereich Atheletik überrascht das zunächst sehr. Es wird aber einleuchtend, wenn man die Charakterisierung dieser Figur auf Wikipedia liest. “Auf der einen Seite ist er ein Superheld mit speziellen Fähigkeiten, andererseits hat er mit den Mühen und Problemen des Alltags zu kämpfen.” Genauso sehe ich mich auch.

Also brauche ich, damit ich mit der Arbeit beginnen kann, nur noch einen Facharzt, der Spinnwebenabsonderungsdrüsen implantiert. Bis dahin wird man noch nicht so ganz viel von mir hören.

Und welcher Superheld sind Sie? Zur Auflösung geht es hier

Das ganze Leben ist ein Test – BBC sucht "großen Führer"

Da schau her: Rocksänger Peter Maffay (58) ist empört über die RTL-Castingshowbohlen.jpg “Deutschland sucht den Superstar”. Die Sendung schaffe bei Jugendlichen Illusionen, die nicht haltbar seien, sagte er in Stuttgart. Die Show bediene die Sensationslust der Zuschauer. Er, Maffay, hätte bei so etwas nie mitgemacht.

Kann er leicht sagen, als erfolgreichster deutscher Sänger aller Zeiten. Andererseits: 30.000 junge Leute waren anderer Meinung, sie standen geduldig Schlangen, um sich von Dieter Bohlen & Co. verbal abwatschen zu lassen. Sie alle wissen um den Wahrheitsgehalt des (an dieser Stelle minimal abgeänderten) 80er-Jahre-Liedes von Hape Kerkeling: “Das ganze Leben ist ein Test. Und wir sind alle Kandidaten.”Nun ist die Kür eines mutmaßlichen Superstars letztlich ausgesprochen harmlos. Man muss ihm/ihr ja nicht zuschauen oder zuhören, er oder sie kann auch nichts anrichten. Doch ein paar hundert Kilometer weiter entsteht gerade das nächste große, dann vielleicht ultimative Casting-Format: Die BBC sucht “The Next Great Leader”, also “den nächsten großen Führer”. Also – der Begriff “Führer” ist in GB nicht so historisch bedingt versaut wie bei uns – den bestmöglichen neuen Politiker.

Jede Garantie, bald kommt das auch zu uns. Die Besetzung der Jury wäre ziemlich klar. Dieter Bohlen ist als Frontal-Sprücheklopfer gesetzt. Dazu gesellt sich eine Frau, die auch den gütigen Blick im Repertoire hat, also Ursula von der Leyen. Der dritte Juror kann kein anderer sein als Kurt “Bär” Beck.

Und dann hören wir doch mal rein, ins Politiker-Casting – mit O-Tönen von Dieter Bohlen und mitBlick auf real existierende Politiker, damit man sich das auch vorstellen kann.

Schlechte Chancen hätten CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Zu ihm passt dieser Bohlen-Spruch: “Deine Stimme klingt wie Kermit. Wenn hinten einer drauftritt.” Claudia Roth, für modische Verfehlungen bekannte Grünen-Chefin würde hören: “In so einem Outfit geht meine Freundin Unkrat jäten”. Erwin Huber, nuschelnder CSU-Vorsitzender: “Von mir bekommst du den goldenen Knödelpreis am Diamantenband.” Andrea Nahles, SPD-Linke mit sozialem Anspruch: “Wenn du deine Stimme in Säure schmeißt, dann haben wir ein gelöstes Problem.” Für die stets aufgedrehten Guido Westerwelle (FDP) und Oskar Lafontaine (Linke) hätte Bohlen diesen Spruch parat: “Geh nach Haus und lass dich löschen.” Und Edmund Stoiber hätte vielleicht ein Wildbad Kreuther Dejá-Vu-Erlebnis bei dem Satz: “Du bist wie eine Wolke. Wenn du dich verziehst, könnte es noch ein schöner Tag werden.”

Nun aber die Frage: Wollen wir sowas wirklich? Kommentare dazu sind willkommen.

Und Dieter Bohlen halten wir derweil einen seiner eigenen Sprüche vor die Nase: “Jeder Specht im Wald hat mehr Taktgefühl als du.”

Musikhören bis ins Paradies

schalluhr.JPGSo, so, der Mensch ist also ein vernunftbegabtes Wesen!? Wahrscheinlich stimmt das sogar, denn eine vorhandene Begabung bedeutet ja nicht, dass man sie auch anwendet. Oder aber, dass ihre Anwendung glücklich macht.

Womit wir – zum Beispiel – beim Thema Luxus wären. Dieser Begriff beschreibt Dinge, die im Leben nicht unbedingt notwendig sind. Ein Auto, das 30 Liter Benzin auf hundert Kilometer verbraucht, eine 400 Euro teure Designerjeans, Handtaschen aus Straußenleder oder ein Managergehalt von Zumwinkel`schen Ausmaßen, das mangels Gelegenheiten zum Ausgeben des Geldes zu “privaten Dummheiten” führt. Bei ungefilterter Anwendung unserer Vernunftbegabung könnten wir uns all dies sparen.

Aber andererseits: Es gibt halt dieses Gefühl, dieses, wie die Marketing-Leute sagen, “Must have”. Dir läuft etwas über den Weg – und Du brauchst es. Völlig wurscht, ob es sinnvoll ist.

Derartiges haben wir gerade bei Ebay erleben dürfen. Ein Mann aus dem US-Staat Pennsylvania hat dort für rund zwei Millionen Euro seine Schallplattensammlung verkauft. Zugeschlagen hat dem Vernehmen nach ein Mann aus Irland. Die Sammlung besteht aus über einer Millionen Alben, 1,5 Millionen Singles und rund 300000 CD`s.

Und jetzt schauen wir doch einmal näher hin. Wenn wir – sehr vereinfacht – davon ausgehen, dass ein durchschnittliches Album und eine CD 45 Minuten und ein Single sechs Minuten dauert, dann hat der Ire 67,5 Millionen Minuten, also 1,125 Millionen Stunden Musik gekauft. Wenn wir sämtliche anderweitigen Verrichtungen wie Schlafen, Einkaufen, Essen, auf die Toilette gehen und Duschen abziehen, so kann er es auf 14 Stunden Musikhören pro Tag bringen.

Um jedes Stück seiner Plattensammlung vollständig zu hören, bräuchte er also rund 80.000 Tag. Das wiederum sind um 218 Jahre.

Damit steht fest: Dieses Leben wird nicht reichen. Unser Mann wird Musik hören bis ins Paradies – und wahrscheinlich auch noch dort.

"Obelix" Depardieu war richtig nett

depar.JPGAn dieser Stelle war ja Schlimmes befürchtet worden, anlässlich des Besuches von Gerard Depardieu auf der BioFach. Deshalb die Beruhigung: Er ist keineswegs im Delirium explodiert, sondern war ein richtig netter Gast, der vom Thema “Gesunde Ernährung” wirklich eine Ahnung hat.

Dass er zu spät kommt – für einen fränzösischen Genussmenschen ist das geschenkt. Dass er, wie der Mitarbeiter eines Wein-Standes meinte, “eine Figur wie ein Fass hat”. Stimmt. Aber was soll`s? Viel wichtiger war, dass er alle Menschen lobte, für die gesunde,  schmackhafte und gentechnikfreie Ernährung wichtig ist.

Seinen Landsleuten hielt er allerdings vor, in dieser Hinsicht zu schludern.  Als größte Gourmets Europas bezeichnete er die Italiener. Vor rund 1000 Zuhörern, wohlgemerkt. 

depar2.JPGBei seinem Rundgang war von Gedanken wie “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” nullkommanix zu spüren. Gut, der Abstecher zur Weinprobe war ihm erst einmal wichtiger als das Durchschneiden des Bandes. Dann aber war er eine Stunde lang ziemlich vergnügt unterwegs. Interessiert zeigte er sich am Afrika-Stand, lobte Mango-Joghurt, Allgäuer Käse und deutschen Wein. Und als er bei „Bioland“ auftauchte, stellt er sich dessen Machern als „Obelix“ vor.

Die “BioFach” ist gestartet – nichts ist passier, der Wagen mit den Geschenken für den Star war gut bestückt. Und Depardieu entschwand im Be-Em-Wö…..

Das nur für alle, die Sorgen hatten. 
 

Tote Pandas – war`s ein Extraterrist?

alf.jpgTote Pandas im Nürnberger Tiergarten.

Mit dem größten Bedauern hat das Rathaus gestern darüber berichtet, dass die Tiere tot aufgefunden wurden. Beiden waren mit einem spitzen Gegenstand die Bäuche aufgeschlitzt.

Man muss nun zweierlei wissen: Bei diesen Tierchen handelt es sich um Katzenbären. Wer, fragen wir uns, könnte bei Katzentieren Appetit bekommen?

Die städtische Meldung war mit “Alf” gezeichnet.

Na? Klingelt`s?

Gabriele Pauli im Harem? Oder doch Heidi Klum?

Gabriele.JPG“Komm in meinen Harem, Gabi!” Rainer Langhans, selbst ernannter Sexgott unter den 68ern, hat über die “Abendzeitung” diese öffentliche Einladung an die Adresse von Landrätin Pauli ausgesprochen. Er bewundere sie, sagte der Mann mit den langen grauen Locken, für ihre zeitgemäße Weiblichkeit. Hierfür stehe ihr Kampf gegen die Doppelmoral der Männer sowie ihre Idee zur Ehe auf Zeit.

Im Übrigen halte er die Faschingskostüme von Ministerpräsident Günther Beckstein für grenzwertiger als Paulis Latex-Fotos. Das kann man, wenn man sich an Becksteins Auftritt als “Bavaria” beim Fernsehfasching erinnert, durchaus so sehen. Ein bisschen erinnerte der Landesvater tatsächlich an ein Ungeheuer aus dem Amazonas, das in einem schlechten Horrofilm der später 70er Jahre die Hauptrolle spielte. Selbstironie hat er allerdings bewiesen. 

Der 67-jährige Langhans jedenfalls, der in München mit vier Frauen zusammenlebt, hat in seinem autobiographischen Buch “Ich bins`s. Die ersten 68 Jahre” per Balken-Diagramm eine Statistik seiner persönlichen Orgasmushäufigkeit aufgestellt. Diese sieht nicht nach Sexgott aus, ist aber, sofern ehrlich, für seine Altersgruppe unbedingt überdurchschnittlich.

Details können wir ausklammern, denn es gibt für Gabriele Pauli ja nun überhaupt keinen Grund, sich angesprochen zu fühlen. Jeder alternde Dackel kann doch Einladungen in seinen Harem aussprechen, ohne dass die Betroffene etwas davon weiß. Oder ist das die neue spitzenmäßige Anmach-Methode?  Probieren wir es also:

“Liebe Heidi Klum, leider komme ich bald voll in die Midlife-Crisis. Für Motorradfahren bin ich zu feige, für Marathon-Laufen zu bequem. Also habe ich mir vorgenommen, einen Harem zu begründen. Ich würde mich freuen, Dich zu meinen Geliebten zählen zu dürfen. Bitte melde Dich bald. Dein Hirndübel.”

Falls sich etwas tut, werde ich berichten. 

Weg mit den obszönen Scheidungsfrauen-Abfindungen!

Verfahre.JPGAlso wirklich: Diese Welt ist ungerecht. Was hatten und haben wir nicht für eine sozialneidische Debatte um die Managergehälter. Unanständig hoch seien die – und angesichts der Leistung überhaupt nicht zu rechtfertigen. Das meinen wir, obwohl es vielleicht um zehn Milliönchen im Jahr geht.

Jetzt aber dies: Ex-Model Heather Mills soll für ihre Scheidung von Ex-Beatle Sir Paul McCartney mit rund 74 Millionen Euro abgefunden werden. Nach einer gerade einmal vierjährigen Ehe. Der arme Mann hat “Yesterday” völlig umsonst gesungen. Und? Hört man was? Zeigt sich Lafontaines Links-Partei besorgt über den Trend zu immer teureren Scheidungen? Fordert Kurt Beck die Offenlegung aller Unterhaltungszahlungen über 3000 Euro im Monat? Schimpft Heiner Geißler unter Hinweis auf die katholische Soziallehre über die Habgier der Frauen? Ruft der CSU-Europaabgeordnete Ingo Friedrich nach einem Gesetz zur Deckelung der Scheidungs-Abfindungen auf EU-Ebene auf?

Nichts von alledem. Es scheint fast so, als hätte der Feminismus ganze Arbeit geleistet. Abgefundene Ehefrauen stehen scheinbar außerhalb jeder Kritik.

Aber wie gesagt: Die Sache ist relativ, und damit ungerecht. Zahllose Ehefrauen hätten schon längst ein Schmerzensgeld in Millionenhöhe verdient, weil sie es längere Zeit an der Seite ihres Angetrauten ausgehalten haben. Aber meistens ist ja nicht so viel da, dass sich eine Scheidung lohnen würde.

Wenn man es aber nun relativ betrachtet, ist das Trennungsgeld von Heather Mills gar nicht so gigantisch. Das Vermögen von Paul McCartney beträgt angeblich 1,2 Milliarden Euro. Er führt somit gerade einmal 6,17 Prozent seines Eigentums ab, holt sich die Hälfte über die Steuer zurück – und vermeidet mit dem Scheck vielleicht recht peinliche Enthüllungen über Schlafgewohnheiten, Leibgericht und sexuelle Vorlieben. Ruinös ist seine Zahlung also wahrlich nicht, jeder Gerade-So-Millionär wäre heilfroh, wenn er 61.700 Euro zahlen und alles Weitere abhaken könnte.

Ungerecht ist aber noch etwas ganz anderes: Das Von-Oben-Nach-Unten-Heiraten ist in der Frau-Mann-Beziehung verpönt. Keine erfolgreiche Rechtsanwältin erntet die Anerkennung der Gesellschaft, wenn sie sich einen gutaussehenden Bauarbeiter krallt. Und vom Interesse von Milliardärinnen an Lokaljournalisten ist zumindest dem Verfasser nichts bekannt. Es gibt noch viel zu verändern…

Gyroskop weg – kein Döner im Weltall

Spacewal.JPGDie Weltraumtechnik hat, wie wir alle wissen, unser Leben in vielerlei Hinsicht reicher gemacht. Trotzdem überrascht, was es da so alles gibt.

Heute wurde zum Beispiel gemeldet, dass die US-Astronauten Walheim und Love ein ausgedientes “Gyroskop” der ISS abgebaut haben. Zunächst sind wir beeindruckt vom Fachbegriff für Döner-Drehspiess. Wenn er auch zu Unrecht griechisch-lastig ist.

Denn wenn es jemand gelingen kann, den ersten Imbiss-Stand im Weltall zu eröffnen, dann sind es doch wagemutige türkische Gastronomen. Leider ist das Gyroskop nie über die Erprobungsphase hinausgekommen, weil es nicht ausreichend gelungen ist, das Problem der in der Schwerelosigkeit davonfliegenden Fleischteile zu lösen.

Wer weiß, vielleicht ist ein neues Modell besser nutzbar. “Mit allem und scharf?” Da freut er sich, der Astronaut Schlegels Hans – und vielleicht ja auch der Alien.