Kommt jetzt das Bratwurstverbot?

Nacke_.JPGDie Deutschen sind zu dick? Mit dieser erschütternden Erkenntnis ist die Bundesregierung an die Öffentlichkeit getreten. Weil man doch spontan schockiert zu sein scheint, über diesen bislang völlig unbekannten Umstand. Papperlapapp – der neue Schlankheits-Aktionismus ist kein Zufall, sondern ein abgekartetes Spiel.

Die Dramaturgie war doch klar. Zuerst ging es gegen die Raucher. Die sind in ihre Privaträume und auf der Straße verbannt, und haben darüber die Lust am Tabak verloren. Wer aber nicht mehr qualmt, wird dick. Also hat die Gesundheitsmafia ihr neues Opfer. Fett ist ungesund – und muss weg.

Nun sollte man bitteschön dieses sehen. Fettleibigkeit ist Privatsache, sie belastet niemanden, außer den Rettungssanitäter, der für den Abtransport eines Patienten einen Kranwagen anfordern muss. Aber ansonsten sollte das jeden kaltlassen. 

Ein richtiger Politiker verspürt trotzdem den Zwang zum Handeln. Aber wie? Dazu fragen wir uns, wie es zur Fettleibigkeit kommt. Nun, es ist vor allem auch ein Disziplin-Problem. So wie sich der Raucher bei jeder Gelegenheit sein zweifelhaftes Leckerli gönnt, so greift der besinnungslose Esser zu, sobald ihm ein angenehmer Duft in die Nase steigt. Ein typischer Bauchträger – also ein Mann mit zwölf und mehr Ehejahren – bringt es auf der Strecke Hauptbahnhof-Weißer Turm und zurück doch auf drei bis vier „eat & go“-Stationen.

Und hier kann, ja muss der Staat eingreifen. Denn niemand isst doch wirklich freiwillig fastr ohne Unterbrechung. Nein, wir werden, wie bei der Zigarette, von interessierten Kreisen gezielt süchtig gemacht. Auf Brezen, auf Döner, auf Pizza- vor allem aber: auf unsere Bratwurst.

Weil diese so köstlich ist, dass ein freiwilliger Verzicht kaum in Frage kommt, helfen nur strikte Gegenmaßnahmen. Wir brauchen ein Bratwurstverbot! Sämtliche Grillbuden werden abgebaut, Bratwürste dürfen  genau umgekehrt wie beim Rauchverbot – nur noch in Innenräumen, keinesfalls aber auf der Straße verzehrt werden. Eine Ausnahme gibt es nur für Personen, die im Besitz einer gültigen Klubkarte des Schutzverbandes Nürnberger Bratwürste sind.

Jede Wette: Innerhalb von sechs Monaten sind mindestens 30 Prozent der dicken Nürnberger schlank und rank. Erst recht, wenn sie auf ihrem Freiluft-Spaziergang bestehen – und wie früher fröhlich qualmend „Drei in an Weggla“ durch „12 in an Bäggla“ ersetzen. 

  

4 Kommentare in “Kommt jetzt das Bratwurstverbot?

  1. Endlich hat einer den Ernst der Lage erkannt! Die Bratwurst-Industrie hat die Gefährlichkeit ihrer Produkte doch bislang nur verschleiert. Höchste Zeit, dass vor allem unsere Jugend vor den süchtigmachenden Würstchen geschützt wird. Hoffentlich geht der Schuss aber nicht nach hinten los. Dann treffen sich die Teenies und alle anderen Unverbesserlichen am Ende noch heimlich nachts im Park zum Koma-Wurstessen…

  2. Links die Fluppe, rechts das Baguette mit den 12 Bratwürsten? Das ist die neue Open-Air-Gastronomie: Das Büchsenseidla wird in der Brusttasche vorgewärmt. Seit dem Qualmverbot sehe ich plötzlich nur noch rauchende Menschen auf den Straßen. Schaut nicht gut aus. Hoffentlich wird es bald wärmer, damit die Leute gemütlich unterm Sonnenschirm dampfen – nach dem Bratwurstessen.

  3. Ich lebe in Australien und freue mich jedesmal auf die tollen Bratwuerste in Nuernberg wenn ich auf Urlaub komme. Bin in Nuernberg gebohren und die Bratwurst ist mein Leibgericht.

  4. Es geht doch nichts über Leser-Reaktionen. Heute dieser Anruf:

    „Hallo? Hallo? Sie haben da doch vor drei Jahren etwas über jemand geschrieben, der über einen Eisbären gestolpert ist, obwohl es ein Tiger war…. Und jetzt was über fette Leute schrieben. Gehen Sie heim und schauen Sie sich Ihre Frau an! Auf Wiederhören!“

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