Trennung ist selten leicht

Was tun, wenn es nicht passt? Mancher sagt da: Nicht lange fackeln, die Sache beenden und mit frischem Mut neu beginnen. Aber wer ist so konsequent? Jede Trennung hat ihre Folgen. Wäre es anders, die Scheidungsrate wäre deutlich höher.

Was für das Privatleben gilt, ist auch in anderen Bereichen richtig. Da will sich eine Firma von einem Mitarbeiter trennen. Eigentlich möchte man das, weil der Mann nichts taugt oder weil er renitent ist. Oder weil er sich, noch schlimmer, für andere einsetzt und einen Betriebsrat gründen will. Die Chefs haben innerlich entschieden, aber dann kommen die Fragen: Schadet es unserem Ruf in der Öffentlichkeit? Wird die Abfindung nicht doch sehr hoch ausfallen? Sind die zwei Jahre, nach denen die Abteilung dieses Mitarbeiters ohnehin abgewickelt wird, nicht doch auszuhalten?

Jede Trennnung hat ihre Probleme. Nehmen wir den Ausstieg der SPD aus der GroKo. Die neuen Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken hatten das irgendwie angekündigt. Aber dann tauchte kurz vor dem Parteitag eine Umfrage auf, wonach die Bevölkerung doch lieber den Fortbestand dieser Koalition bis 2021 möchte.

Man ist nicht zufrieden, ist dieser Regierung überdrüssig, Aber irgendwie ist es ja nicht völlig schlecht.  Es wird solide gearbeitet, langweilig zwar, aber doch mit einer gewissen Sicherheit für alle Beteiligten.

Auf dieser Basis halten Ehen. Und so wird es auch mit der GroKo sein. Seitens der SPD wird es als knallhart angekündigte Forderungen geben, die sich in der Realität als weich erweisen werden. „Wir müssen reden“, sagen die neuen Vorsitzenden mit strenger Stimme in Richtung Union.. Am Ende wird, viele kennen das, das meiste sein wie vorher.

Und was bedeutet dies für die weitergehende Frage, wer SPD-Kanzlerkandidat sein wird? Wagen wir mal eine Prognose: Die beiden Neuen dürfen erstmal machen. Vielleicht steigt sogar der Mindestlohn und wird mehr investiert.

Aber dann, so in einem Jahr, könnte ein gewisser Olaf Scholz aus der Deckung kommen und sagen: „Seht her, ich kann Kanzler!“ Gut möglich,  dass ihm das neue Führungsduo glaubt. Die Wette gilt…