Altwerden ist lustig, aber unvermeidbar

Wie geht es weiter mit diesem Land? Die Gesellschaft altert unaufhaltsam. Wird uns das in eine tiefe Depression stürzen? Nein, wahrscheinlich nicht.

Wir kennen es doch: Verschlafen und lustlos schlurfen wir durch die Bahnhofshalle zur Arbeit. Und dann sehen wir sie, die Gruppen von lachenden grauhaarigen Menschen. Alte Leute in Wanderschuhen mit Rucksäcken, die gut gelaunt zum Wandern gehen. Du hörst noch Wortfetzen wie „Tolles Essen dort“, „Der Wein ist phantastisch“ – und dann gehst du weiter. Und fühlst dich wie damals auf dem Kreuzfahrtschiff, als du schwer erholungsbedürftig im Liegestuhl gedöst hast, während eine johlende Rentnergruppe ihre Zumba-Stunde absolvierte.

Nein, die Alten lassen sich ihren Spaß nicht nehmen. Die so genannte „Hochaltrigen“-Studie der Universität Köln hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der über 80-Jährigen in Nordrhein-Westfalen ihre Gesundheit als gut beschreiben. Das sind dann bei uns in Bayern 110 Prozent. 86 Prozent der Hochaltrigen sind mit ihrem Leben (eher) zufrieden. Das Männerdasein ist aus wirtschaftlichen Gründen einfacher.

Fast 60 Prozent der Hochaltrigen haben das Gefühl, dass ältere Menschen von der Gesellschaft eher nicht gebraucht werden. Zugleich sagen 90 Prozent, dass sie mit ihrer eigenen Vergangenheit im Reinen sind. Wer Familie oder Verein hat, ist glücklicher. Wirklich einsam wird es erst ab 90, mit dem Einzug ins Pflegeheim.

Und was lehrt uns das? Altwerden ist gar nicht so schlimm, wie man denkt. Es kommt, wie immer im Leben, darauf an, was man daraus macht. Man kann Spaß haben, auch wenn das Kreuz zwickt und die Hände zittern.

Das muss und soll uns trösten. Selbst dann, wenn es gewisse Afrikaner anders sehen. „Das Alter ist unheilbar“, sagt der Volksmund in Nigeria. Gut, das glauben wir. Aber erst, wenn wir über hundert wird.