Die Katze ist on Tour

mieze

 

Es ist schon lustig: Berufsmäßig muss ich mich auf die Jagd nach Pro­mis machen — in Nürnberg eine nicht ganz leichte Aufgabe. Dabei bräuchte ich gar nicht in die Ferne schweifen, denn der eigentliche Pro­mi ist mir oft ganz nah. Obwohl er stets Fell trägt, ist er beliebt und bekannt. Wie ein bunter Hund — und das, obwohl es sich um eine Kat­ze handelt. Um meine Katze Joker, um genauer zu sein. Sie hat nicht nur Peter Althof als Bodyguard, son­dern teilte auch schon mit dem OB die Bierbank. Jetzt hat sie es auch noch zur Facebook-Prominenz ge­schafft! Aber der Reihe nach.


Nach meinem ersten Club-Spiel lag ich um elf Uhr abends auf dem Sofa, als mein Handy klingelte. Ein freundlich klingender Mann teilte mir mit, dass sich mein Tier bei ihm im Gang befände und er aus Jokers Stammlokal er­fahren habe, wohin die Mieze eigent­lich gehört: zu mir nämlich, auch wenn sie das selber nicht wahr­haben will. Immerhin hatte sie es diesmal nicht bis Ziegelstein ge­schafft, sondern nur ein paar Stra­ßen weiter.
Im vierten Stock eines Miez­(haha!)Hauses konnte ich mein Vieh dann in Empfang neh­men. Es latschte durch die Küche, als ob es immer schon dort gewe­sen wäre. Angst in frem­den Revieren kennt mei­ne Katze nicht. Diät auch nicht, wie ich wieder fest­stellen konnte, als ich den Fellquader im Katzen­korb zu mir nach Hause gewuchtet hatte.


Dort sank ich auf einen Stuhl und klappte das Handy auf. „Von Vorteil, wenn man so eine berühmte Katze hat. Ich hoffe, sie ist wieder zu Hause“, schrieb mir mei­ne Cousine. Aus Berlin! Ich überlegte kurz, ob sie
Kontakte zur NSA hat, dann stach mir ein Aufruf auf Facebook ins Auge: Der freundliche Katzenfinder hatte Joker dort zwei Stunden vor­her gepostet. „Hilfe, die Katze hat mich bis zur Wohnung verfolgt. Wer kennt sie??“, stand über einem Bild, auf dem die Mieze lässig über den Laminat quillt. Nachdem ihre Statt­lichkeit kommentiert wurde („Sieht schwanger aus! Oder gut gefüttert! ;-)), führte die Spur schnell zu mir. „Das muss Joker sein!“, schrieb eine Frau. „Sie gehört zu einer Jour­nalistin in Schoppershof!“ „Hast du Kontaktdaten?“, gab mein Katzen­finder zurück. „Nein“, antwortete die Frau. „Aber frag mal im Feuer­bach. Der Wirt kennt die Katze!“

Und weil der gute Wirt nicht nur die Katze, sondern auch mich kennt, bekam ich mein Tier also zurück. Ganze einein­halb Tage hat sie bei mir geschlafen wie ein Stein. Dann wollte sie wieder um die Häu­ser ziehen. Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich habe so eine Ahnung, was als Nächstes kommt: Ein Selfie mit AC/DC. Aus deren Rockerbus hol ich sie aber nicht heraus! Da kann sie mal schön selbst heim-catwalken!