Brokkoli, go home!

 

Erinnert ihr euch noch an Brokkoli? Genau, das grüne Zeug, das in den 90ern auf so gut wie jedem Mittagstisch zu finden war. DER Farbtuper neben Fleisch mit Soße und Kartoffeln. Funky! Brokkoli, der Relaunch des spießigen Blumenkohls. Ebensowenig wegzudenken wie die sechseckigen Leonardo-Gläser. Beliebt gemacht hat ihn wahrscheinlich auch sein italienischer, klangvoller Name. Broooo-kko-liiiii, da wurde selbst die Kartoffel ganz wuschig.

Und jetzt? Jetzt sucht man das grüne Gemüse vergeblich. Widerlegt mich, falls ich irre. Wer in diesen Tagen einen Brokkoli auf einem Teller sichtet, möge sich melden. Ich bezweifle aber, dass das eintreten wird. Denn der Brokkoli teilt das Schicksal mit den meisten DSDS-Kandidaten: erst hochgelobt und dann fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.

 Brokkoli, das war einmal. Die neuen Stars auf dem Teller heißen jetzt Pastinaken und könne sich nicht entscheiden, ob sie Karotte oder Kartoffel sein wollen. Pfff…Pastinaken und Rauke (formerly known as Rucola) erobern den Markt. Im Komplott mit Johann, Lena und Paul. Altmodische Kindernnamen plus altmodische Gemüsesorten ergeben den Lifestyle des Neuzeitmenschen. Brokkoli dagegen ist eine Sandra. Abgenudelt, aus und vorbei.

Die Menschen gehen so herzlos um mit ihren Stars! Sandra Brokkoli bleibt nur eines: eine Selbsthilfe-Gruppe gründen für abgehalfterte Mittagstisch-Stars. Die Maggi-Flasche würde sich darüber freuen.