Thank u for traveling with me, Deutsche Bahn!

An dieser Stelle muss eine Lanze gebrochen werden. Für die Deutsche Bahn! Nein, ich bin nicht restalkoholisiert oder gesitig vernebelt. Jedenfalls jetzt nicht mehr. Als ich vor zwei Tagen in Köln einen Zug nach Nürnberg bestiegen habe, war ich vermutlich beides. Sonst hätte ich wahrscheinlich ein bisschen früher erkannt, dass dieser Zug nicht nach Nämberch sondern nach nirgendwo führt. Oder nach Basel. Es ist nicht so, dass dieser Zug komplett falsch gewesen wäre. Umsteigen, zum Beispiel in dem kleinen Dörfchen Frankfurt, wäre nur eine Spitzenidee gewesen.

Man kann aber auch einfach mal sitzenbleiben. Und Frauenmagazine lesen, die Nachbarin mit den pinken, strassbesetzten Fingernägeln beim Serrano-Schinken-Essen beobachten und aus dem Fenster schauen. Und dann nach zwei Stunden spontan irgendwie ein ungutes Gefühl entwickeln. Und dann doch einmal einen Blick in den Fahrplan werfen. Um sich dann am liebsten sofort selbst aus dem Zug zu werfen! Mit zugekniffenen Augen nochmal lesen, obwohl man die Wahrheit gar nicht wissen möchte. Denn man ahnt schlagartig, was dreut. Suggestive Nachfrage bei der Bahndame: „Dieser Zug hält doch in Nürnberg?? “ Überraschung auf der Gegenseite: „Nein, wir fahren gerade in Freiburg ein…“. Eine Antwort, die es auszuhalten gilt. Gut, dass es am Freiburger Bahnhof Bier gibt. Tannenzäpfle. Hätte aber auch jedes andere genommen. Zirndorfer, Becks, zur Not auch ein Kölsch.

Damit mich mein ausgeklügelter Traintrip (Köln – Frankfurt – Freiburg – Frankfurt – Nürnberg) nicht auch noch in den Ruin treibt, vermerkte die freundliche Bahndame meine Weltgewandheit auf meinem Ticket. „Fr. Anette Röckl bemerkte erst kurz vor Freiburg, dass sie im falschen Zug sitzt. Sie fährt jetzt über Frankfurt nach Nürnberg. Fahrschein gültig. “ Ich werde mir dieses Dokument rahmen lassen. Zumal auch eine weitere Schaffnerin und ein weiterer Schaffner mich damit in meiner Irrfahrt zurück gewähren ließen – ohne mich 4000 Euro zahlen zu lassen oder mich mit einem Koffer, einer Ikeatasche (klein) einem Rucksack sowie einer Handtasche aus dem Zug zu werfen. Ihnen allen unbekannterweise ein herzliches Vergelt’s Gott!

Und die Moral von der Geschicht:

Auch ein richtiger Zug wird zum falschen, wenn man nur lange genug  in ihm sitzen bleibt.

Die Bahnmenschen sind besser als ihr Ruf.

Und Freiburg ist immer viel weiter weg als Nürnberg.

Hammwawiedawattjelernt.