Terror im Treppenhaus

Nachdem ich einen Monat lang durchgeweint habe über Paddys Blog-Bashing,  in dem er sich erdreistet, meinem handverlesenem Textchen doch tatsächlich Sinnentleertheit zuzuschreiben (herzlichen Dank für Frau Emms Verteidigung!) , hat mich meine Katze in den Hintern getreten und abermals zur Niederschrift meiner Gedanken gezwungen. „Lass ab von mir, Teufelskralle!“,  habe ich ihr zugerufen. Es kommt nur wieder Überflüssiges dabei heraus und die Leser hauen mich! Aber das Tier wollte nicht hören. Irgendwer muss ihre Forelle in Aspik ja irgendwie bezahlen. Womit wir schon beim Thema wären.

Wer eine Katze hat und glaubt Herr beziehungsweise Frau im Haus zu sein, hat die Realtität nicht erkannt. Nicht ich, sondern freilich Frau Katze bestimmt bei mir, wann ich aufzustehen habe, wo und ob mein Platz auf dem Sofa ist und dass heute ein kleiner Mitternachtssnack angezeigt ist. Auch meinen wohlverdienten Feierabend weiß die pelzige Chefin aufzupeppen. Kaum will ich die Beine hochlegen, macht sie unter Kralleneinsatz deutlich: Ich will raus, und zwar ein bisschen dalli!  Am liebsten jagt sie mich zur besten Tatort-Zeit  das Treppenhaus hinunter. Unten angekommen bleibt sie dann auf dem Abstreifer der Studenten-WG hocken wie ein abgestellter Staubsauger. Da kann ich flöten und säuseln wie ich will.  Erst wenn ich demonstriert habe – bei eisigen Temperaturen, in pinken Filzpantoffeln wie ein Ross in den Nachhimmel dampfend – , dass man im Hinterhof nicht sofort aufgefressen wird, beginnt sie dem Tor zur Freiheit entgegenzukriechen. Bis dahin haben Bienzle und Co den Mörder schon längst gefasst. Arrgggh!

Wenn es ganz schlecht für mich läuft (Regen/Schnee/Hundegebell), dreht das Vieh kurz vor der Tür wieder um, stalked mich bis in die Wohnung und setzt mich dort unter wehklagendes Dauer-Miauen, das mich irgendwie an den Dialog verweifelter Schwaben erinnert: „Mir henns die Spätzle wegnomme…“ „Mi auuu!“

Schöner wirds dann nur noch, wenn ich am nächsten Tag der Nachbarin begegne, die mich mit vorwurfsvollem Ton fragt: „Aber warum denner’S denn die aaaarme Katz immer nachts naus???!“

Die Leute haben echt KEINE Ahnung.

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