Die Handtaschen-Armee

Welcher Depp hat eigentlich das Gesetz erlassen, das sämtliche weibliche Wesen zwischen 14 und 25 zwingt, ihre Händätäsch („Sie musse läbendig sein!“ Bruce Darnell) in der Armbeuge zu tragen?! War es Paris Hilton, die Blondine mit dem flachen Hängehintern? Oder war es Victoria Beckham, die Frau mit dem Sex-Appeal eines Zahnstochers? Eine von beiden muss es wohl gewesen sein.

Das Problem dabei ist nur, dass mich die beiden Grazien in Klatschmagazinen nicht stören. Die kann ich wegwerfen. Die Teenie-Mädels mit ihrem abgestorbenen Taschen-Arm muss ich dagegen ständig sehen! Und sie sehen mich. Mit der Tasche über der Schulter. Die spinnt, die Alte, denken die sich, trägt die Tasche über der Schulter. „Wie bescheuert ist das denn?“ – um im Original-Ton der Generation tiefer Seitenscheitel zu bleiben.
Ich frage zurück: Wie beknackt seid ihr denn, Youngsters? Ihr seht damit nicht nur ebenso bescheuert aus wie alle Hollywood Blondchen, sondern seid damit auch ungefähr so hip wie die Queen.
Also ehrlich: Ich habe Fotos im Familienalbum da trägt meine Oma die Handtasche genauso wie ihr. Die Bilder stammen aus den 50ern! Aus den braven 50ern, nicht die mit dem Rock’n’ Roll, wohlgemerkt. Damit hatte meine Oma nämlich nichts am Hut. Und ihr Handtaschenträgerinnen seid von Rock n Roll auch soweit entfernt wie die Kastelruther Spatzen.
Da nützt es auch nichts, wenn ihr statt eines kleines Täschchens einen Riesenshopper von der Armbeuge baumeln lasst.
Wobei, halt: sollte sich darin ein Kleinkind befinden, dann könnte es wieder etwas werden mit dem Hip-Sein. Denn in Hollywood trägt man schon längst statt Taschen Wickelkinder auf dem Arm. Babys sind die neuen Must-Haves. Na dann, viel Spaß!

Voll politisch korrekt, ey!

Neulich in der U-Bahn, Richtung Nordostbahnhof. Zwei Mädels (eine blond, die andere mit deutlichem Migrationshintergrund) tippen auf ihrem Handy herum.

Das Migrationsmädel ruft offensichtlich aufgeregt bei einem Typen an. Dann folgender Monolog:

„Hey, was geht? Ich wollt dich nur mal fragen, ob du später auch kommst?“´

Typ antwortet etwas.

Darauf sie: „Was? Nein, ich bin die, die vorhin mit im Burggraben war!“

Typ sagt wieder was.

 Sie (latent genervt): „Na Mann, die, die mit dir geraucht hat!“

Er kapiert es  immer noch nicht.

Sie rollt die  Augen nach oben und ruft mit Nachdruck ins Telefon: „Mann ey, die Schwarze halt!“

Darauf die Freundin: „Na jetzt, weiß er`s bestimmt.“

Wer repariert, verliert!

Preisfrage: Was ist echter Luxus?  Brillantenohrringe, Rolex-Uhren, Kreuzfahrten? Könnt ihr vergessen. Wer heutzutage als verschwenderisch dekadent durchgehen will, braucht bloß ein altes Auto. Nicht mal ein richtig altes – es reicht vollkommen, dass es über fünf Jahre auf dem Blechbuckel hat. Wenn an der Kiste dann was klappert, einfach mal rein in die gute KFZ-Werkstatt und von den Meistern der Zimmerpornografie verlangen, dass sie das Ding reparieren. Reparieren! Ein Auto! In einer Autowerkstatt! Welch irrer Vorsatz!  „Man muss wissen, wann Schluss ist“  oder „Wieviel wolln`S denn noch ausgehm?“ Diese  Sprüche sticken sich wahrscheinlich schon die Azubis ins Kopfkissen.

Vielleicht habt ihr aber auch Glück. Und erwischt einen gnädigen Meister, der sich erbarmt, eurem Auto wenigstens einen kurzen Blick zuzuwerfen. Wobei er nicht zu lange sein sollte. Sonst kann es sein, dass der Meister nach (tatsächlichen, nicht  „gefühlten“) 0,2 Sekunden unter eurem Fahrzeug wieder auftaucht und einen Blick sendet, der zwischen Verachtung (für die Karre) und Mitleid (mit euch) herumschlackert wie eure Lenkung. Der Meister weiß jetzt, wen er vor sich hat: einen ahnungslosen Irren. Einen Menschen, der an das Gute glaubt – und an das „Reparatur“ im Wort „Autoreparaturwerkstatt“.  Er wird freundlich zu euch sein und euch dann mit sanfter Stimme ins Ohr säuseln, dass man irgendwann einfach loslassen muss. So ist das  mit den Autos. Dann tätschelt er euch den Arm. Er fühlt mit euch. So wie die Sportleherin mit den dicken Kindern am Reck: Süß, dass ihr an Wunder glaubt aber das hier wird nix mehr!

Wer so von allen guten Geistern verlassen ist, dass er die Dreckskarre danach trotzdem immer noch richten lassen will -weil er zum Beispiel sein Auto braucht, sein Auto mag (HAHA!) oder  absurderweise lieber 1000 Euro zahlt statt 15 000 für eine Neues ausgeben will – der kann nur noch eines tun: Auf die Knie sinken und betteln.  Bitte lieber KFZ-Mann, bittebittebitte reparier das Ding noch einmal, damit es durch den Tüv kommt. Danach werde ich dich nie wieder belästigen mit unschicken Auto-Prollkrankheiten wie kaputten Bremsen, verzogener Karosserie oder durchgerostetem Auspuff.! Irgendwann in der Zukunft werde ich aufscheinen mit einem nigelnagelneuen Benz, der sich selbst repariert, justiert, saugt und komplett stubenrein ist. Mit dem fahre ich dann einmal ganz leise vor und ihr, ihr holt dann den goldnen Staubwedel aus dem brillantenverziertenWerkzeugkoffer. Mit dem streicht ihr dann einmal über die funkelnden Armaturen. Ganz sanft. Ohne Streit und Diskussion.  Danach  zahle ich euch 2, 50 statt 2500 Euro und komme nie wieder. Versprochen.