Viva la Resignation!

Die Hamburger sind für ihre Freundlichkeit berühmt, die Rheinländer für ihren Frohsinn, die Berliner für Schnauze und Currywurst (jetzt sogar mit Musem, doll!). Ist ja alles schön und gut. Wer aber mal auf den Boden der Tatsachen zurückkommen möchte und wissen will, wie die Dinge wirklich so sind, der sollte nach Franken kommen. Dort kann man auch bei der Mittagspause in der Stadt in einer Minute gemeinsam reflektieren, dass es sich gewaschen hat. Ich wurde dazu von einer Dame gezwungen, die auch Michael Jacksons Altersstufe schon lange hinter sich gelassen hat, die Jugend per rosa Lippenstift und hohen Hacken aber noch ein bisschen herbeizwingen wollte. 

Während sie ihre Zunge einmal kurz wie ein Schwert über die Lippen kreisen lässt, steuert sie auf die Bank zu, auf der ich sitze. Ich bekomme etwas Angst, muss es aber gar nicht.

Zungen-Lady (ZL): Aahhhh, is des scheee, wenn ma sitzen kann!

Ich: Mhm…

ZL:Heit is aber aa schwül!

Ich: Wahrscheinlich regnet`s noch.

ZL: Ja, des is schlimm heier mit dem Sommer!

Ich : Mhm:

ZL (empört) :Ständig rengt`s!

Ich: Mh…

ZL (anklagend): Des is doch ka Ssssommer!

Ich: M…

ZL (sich selbst bestätigend): Naa, des is ka Sommer heier.

Ich :—-

ZL (zufrieden): Un etz isser aaa bald rum. Kammer nix mehr erwatten, etz.

Es lebe die Resignation! Vorhin wollte ich mir noch Sandalen kaufen, aber wozu? Seien wir fränkisch, seien wir ehrlich, ergeben wir uns in die Resignation. Es kann so befreiend sein! Wenn wir eh nix zu erwarten haben (net vom Sommer, net vom Lem), können wir auch einfach in der Sonne sitzen bleiben und ein Eis essen. Mit einer fränkischen Waffel. Die gibt´s nämlich immer, ob`s rengt oder net.