Ein zauberhafter Mist-Tag

Manchmal fragt man sich schon, was die Welt sich dabei eigentlich so denkt. Zum Beispiel an einem Tag wie heute. Gestern macht man uns noch mit schönstem Frühlingserwachen heiß und jetzt sowas! Alle Hoffnungen vom Kaffee im Sonnenschein zunichte. Stattdessen frisurenfeindlicher Nieselregen vom Feinsten und bleichgesichtige Anorakträger, die einem mit ihren XXL-Schirmen vom Gehsteig rammen. Juchu! Da kommt Freude auf.

Die Belästigung beginnt in dem Moment, in dem wir die eigenen vier Wände verlassen. Dann streikt zum Auftakt der  Regenschirmknirps oder er lässt sich etwas ganz Besonderes einfallen und schmückt sich, wie meiner heute, mit zauberhaften Rostflecken. Damit die Welt noch etwas schöner wird!  Als nächstes folgt zielgerichtete Nasspritzung durch vorbeifahrende Bonzenautos. Dann schön vorbei an der Metzgerei, die uns auf nüchternen Magen mit leckerem Warmer-Leberkäs-Geruch verwöhnt. Mmmmmh! Da tanzt der Magen Samba vor Freude!

Schöner wird es nur noch im romantischen U-Bahnhof. Dort wurde allen Wartenden verboten, Farben zu tragen, die von Grau-, Braun- oder Schwarztönen abweichen. Zum Ausgleich wurden reichlich verrotzte Taschentücher verteilt, in die sich alle Umstehenden am besten permanent zu schneuzen haben. Wer vorher besonders publikumswirksam niest, bekommt einen Extra-Orden. Da kommen Auge UND Ohr auf ihre Kosten!

Muss das alles wirkliche sein? Sollten blauer Himmel und erträgliche  Mitmenschen nicht ins Grundgesetz aufgenommen werden? Ich glaube schon. Es liegt nämlich nicht an uns, dass wir jetzt so schlecht drauf sind. Nein! Denkt doch mal nach: Angenommen wir wären jetzt alle in  – sagen wir  in Jamaika statt in Nürnberg, Metropolregion. Der Himmel ist blau. Wir treten morgens um halb eins verschlafen aus unserer weißgestrichenen Hütte am Meer und gähnen erst einmal ausgiebig. Eine jamaikanische Schönheit fragt uns nach unseren Frühstückswünschen. Wir ordern vier Pfannkuchen mit frischen Früchten, ein Rührei mit Speck und einen Kokosnuss-Drink. Dann legen wir uns in unsere Hängematte, wiegen uns im sanften Sommerwind zu Reggae-Klängen, die von der Strandbar leise herüberwehen und schauen auf das türkisblaue Meer. Ahhhhhh…….

Glaubt ihr, wir wären da nicht alle besser drauf? Wesentlich besser? Ich schon!

Wie bitte? Innere Einstellung? Bossssssidiiiiv denken? Dass ich nicht lache! Lasst euch doch nichts einreden. Und bucht euren Urlaub!