O du Hölle!

Heute morgen ist die Hölle losgebrochen, direkt in meiner Wohnung. Der Wahnsinn kam in Gestalt zweier Handwerker und meiner Katze. Die einen sollten endlich meinen kaputten Wasserboiler austauschen (kalt duschen ist NICHT schön!), die andere war ein paar Tage ausgelagert, weil ich ein paar Tage weg war, und sollte sich wieder an ihr altes neues Zuhause gewöhnen. Ich wollte sie eigentlich ganz ruhig und sanft wieder eingewöhnen.

Dieser Plan war beendet, als ich – Katzenkorb mit zitternder Katze unterm Arm – die Handwerker vor meinem Haus getroffen habe. „Sie wollen bestimmt zu mir“, rufe ich den Herren zu. „Mir sin scho bei Ihna!“, kommt es zurück. Aha. Kommt mir bekannt vor. Der Dialog stamnmt aus David Lynchs „Lost Highway“! Dort sagt ein unheimlicher Mann auch zu einem anderen, „Ich bin schon bei Ihnen zuhause“. Es hat kein gutes Ende genommen für den anderen Mann.

Und tatsächlich, in meiner Wohnung schaut es bombenmäßig aus. Im Gang stehen: der alte Boiler, der neue Boiler und der riesige Verpackungskarton des neuen Boilers. Ich quetsche mich schlangenartig durch die Lücken, den Katzenkorb mit Katze, die gefühlte fünf Kilo zugenommen hat, balanciere ich über die Hindernisse hinweg. Ein Blick ins Wohnzimmer zeigt mir: im Gang ist es doch recht gemütlich. Vom Esstisch bis zum Sofa – alles voller Gerümpel. Das war vorher nämlich im Abstellraum, da, wo jetzt der neue Boiler hin soll. „Mir hamm scho alles nausgreimt. Des mou a su bleim, weil nachher kummt nu der Eleggdrigger.“ Selbstverständlich.

Damit es noch gemütlicher wird, lasse ich die Katze aus dem Korb. Im gleichen Moment wirft der Handwerker seine ohrenbetäubende Schleif-oder-was-auch-immer-Maschine an. Die Katze verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Vielleicht stürzt sie sich vom Balkon, vielleicht sperrt sie spätestens der Elektriker aus Versehen in den Abstellraum. Vielleicht sitzt sie aber auch nur unterm Bett. Man kann eben nicht immer alles kontrollieren.  Einfach mal locker lassen! Zum Ausgleich peppt ja auch ein schönes Muster mit yetigroßen Fußabdrücken aus Wasser und Wandsand meinen Fußboden auf. Kein Problehem! Ich bin locker, ganz locker. Locker steige ich über einen Putzeimer, puste locker über meine staubverdreckten Schuhe und ziehe dann ganz locker die Tür hinter mir zu.

Ich will in der Arbeit bleiben!