Ich gebe diesen Tag zurück!

Es gibt so Tage, die brauche ich einfach nicht. Die sollten einfach wieder in dem dunklen Loch verschwinden, aus dem sie gekommen sind. Tun sie aber nicht. Stattdessen gehen sie einfach los, und das meistens so: Der Wecker klingelt, und ich bin schon zu spät dran. Weil er nämlich nicht zum ersten Mal klingelt. Und dass das letzte Piepen schon eine Stunde her sein soll – dabei bin ich doch nur ganz kurz nochmal eingenickt – ist genau die Art von Übertreibung die solche Tage mögen. Als nächstes wird mich die T-Net-Box meines Telefons mit Anrufen terrorisieren, dann läuft mir der Frühstückskaffe über die frischgebügelte Hose.

Ich kenne solche Tage und ich weiß, es wird nicht besser heute. Was morgens beknackt anfängt, hört abends beknackt auf. Da sind solche Tage konsequent. Meistens haben sie sogar noch viele andere lustige Einfälle, mit denen sie uns schikanieren. Wegfahrende U-Bahnen, rempelwütige Mitmenschen – das ganze Programm, garniert mit einem Häufchen Hundekacke, extra für uns ausgelegt. „Ich hab da mal was vorbereitet!“, würde so ein Tag sagen wenn er könnte.

Es gibt Menschen, die glauben an Bestellungen beim Universum. Leute, wenn ihr das nächste mal Kontakt aufnehmt, bitte bestellt eine Tage-Rücknahmestelle! Tage, die uns ärgern noch bevor wir das zweite Auge offen haben, können uns dann mal den Buckel runterrutschen! Die schicken wir dann einfach wieder zurück. Danke liebes Universum, aber danke nein! Behalt deinen blöden Tag und lass du dir doch Kaffee über die Hose kippen. Wir bleiben stattdessen lieber gezielt im Bett liegen. Denn wir sind dann im zeitlichen Niemandsland und dem fiesen Tag entkommen.

Wäre das nicht schön? Vielleicht kommt es ja nur auf einen Versuch an. Wenn alle, die in der Früh von ihrem Kaffee schikaniert werden, aus tiefster Seele dem Tag zurufen: „Bleib wo du bist!“, vielleicht würde unsere gemeinsame Energie den Tag verbannen. Und wenn nicht, wissen wir wir wenigsten eines, wenn wir den Schrei unserer Nachbarin durch die Wand hören: Wir sind nicht alleine mit unseren umstürzenden Kaffetassen. Es gibt viele von uns und wir schlagen zurück! Eines Tages.

Ich will Hosen!

Neulich war ich in der Stadt. Und ich muss sagen: Ich geh nicht wieder hin. Ehrlich! Jedenfalls nicht, um Jeans  zu suchen. Jeans  sind für mich sowas von vorbei. Dabei waren die Hosen früher immer freundlich zu mir. Anprobiert, gepasst, bezahlt. Ganz einfach. Aber jetzt ist alles anders. Seitdem ein magersüchtiger Sadisten-Trupp die „Skinny Jeans“ ersonnen hat, bin ich raus. Im Durchmesser bestenfalls eine Bifi, von der Länge her der Mississippi – da mach ich nicht mehr mit.

Ich bitte euch, wer soll das denn anziehen? Die ganzen 12-jährigen Storchenbein- Girlies, schon klar. Aber was ist mit uns Erwachsenen? Der schrägen Gruppe, die freitagabend nicht mit Becksflaschen in der U-Bahn hockt. Ok, wir sind vielleicht uncool, aber waren wir nicht mal die Hauptkonsumenten? Weil wir uns unsere Hosen selbst verdienen? Und, wenn’s gut läuft, vielleicht auch noch nen Gürtel kaufen? Die Jugend heutzutage lädt sich sowas doch schon längst alles for free aus dem Internet runter!

Aber jetzt mal im Ernst.: Die Teenies können ja gar nichts dafür. Es sind die verdammten Modedesigner, die uns alle in Hosen zwängen wollen gegen die das Mieder von Scarlet o‘ Hara pillepalle ist! Ich hab’s ja probiert neulich. Ich bin eingestiegen in die Presswursthülle. Und ich kann euch sagen: Es sah nicht gut aus. Oben verschwitz vom schweren Einstieg, unten Robin Hood. Pfeil und Bogen noch, dann hätte ich in die Wälder hopsen können. Will ich aber nicht. Ich will Hosen, die auch im Sitzen meinen Hintern bedecken. Und Hosenbeine, die einen Hauch von Raum lassen zwischen meinem Schenkel und dem Stoff. Mit Strumpfhosenjeans durch die Stadt laufen zu müssen, ist gegen die Menschenwürde!

Deshalb: Frauen aller Welt vereinigt euch – und setzt ein Zeichen gegen die Röhrenjeans. Werdet Hipphopperin mit riesenbreiten Hosenbeinen und knietiefem Schritt, so tief, dass ihr dort einen Sechserpack Skinny-Jeans zwischenlagern könnt. Yo!