Was erlaube Frühling?!
Eigentlich wollte ich es ja nicht tun. Ganz fest habe ich es mir vorgenommen. Ich wollte nicht über das Wetter jammern. Bis jetzt habe ich es durchgehalten, aber jetzt kann ich nicht mehr. Jetzt bricht es aus mir heraus: Was erlaube Frühling?!
Zuerst überrumpelt er mich mit fast hochsommerlichen Temperaturen, die bei mir zu einem Schweißbad im Winterstiefel führen. Kaum habe ich den See ausgekippt und mir unter Schmerzen schwerwiegender Entscheidungsprozesse endlich verdammte frühlingstaugliche Latschen, sprich Halbschuhe, zugelegt, schon kehrt temperaturtechnisch plötzlich der Herbst zurück. Ich fasse es nicht!
Nach einem übermütigen Aufflackern ...weiter lesen
Ein Herd, mich zu knechten
Ich habe einen Tyrannen in der Wohnung. Er ist weiß, hat vier Platten und zwingt mich immer wieder nachzuschauen, ob alle seine Augen tatsächlich auf null stehen. Es handelt sich um meinen Herd. Er wird mich irgendwann noch in den Wahnsinn treiben! Ich weiß nicht, wie er es macht, aber er hat definitiv Macht über mich. Kaum überschreite ich die Schwelle meiner Wohnungstür gen Freiheit, pfeift er mich zurück.
„Bist du sicher, dass ich aus bin?!“, flüstert eine unsichtbare Stimme in mein Ohr. Versuche ich, sie zu übergehen, weil ich schon drei U-Bahnen zu spät dran bin, setzt der Tyrannen-Herd Bilder ein: Vor meinem Auge sehe ich die Katze über die Küchenzeile ...weiter lesen
Frühling ist … wenn der Winterstiefel schwitzt
„Wiehuu!“, um es mit Michael Jackson zu sagen. Der Frühling ist da. Ein bisschen spät zwar, dafür lässt er sich nicht lumpen und kommt gleich als Sommer daher. Kann natürlich sein, dass übermorgen, also für Sie heute, wenn diese Kolumne gedruckt ist, schon wieder Winter ist. Aber jetzt gerade schaut die Welt vor dem Bürofenster wie neu bespannt aus. Wo vorher dürre Äste waren, sind plötzlich grasgrüne Böppel, der Willy-Brandt-Platz schaut aus wie eine Filmszene aus „Kirschblüten Hanami“, sämtliche Rasenflächen sehen aus, als ob sie nie anders gewesen wären als saftig grün. Die ganze Natur tut so, als ob es sechs Monate geschlossene Wolkendecke nie gegeben ...weiter lesen
Robben, der bleiche Spanier
Eines vorneweg: Es gibt viele Frauen, die etwas von Fußball verstehen. Daneben gibt es aber auch Frauen, die unheimlich gerne Fußball schauen, obwohl sie nicht so ganz informiert sind, um was es geht. Weil es sie beruhigt, auf eine grüne Fläche zu schauen, auf der 22 Typen einen Ball von links nach rechts schieben. Auch das ist in Ordnung. Wenn fundiertes Wissen auf gefährliches Viertelwissen trifft, kann es allerdings zu Dialogen der Hölle kommen. ...weiter lesen
Urlaubslust und Farbenfrust
Hallo Nürnberg, ich bin wieder da. Hurra. Hurrawaahaachnüffrotzhochziehbuhuuuu :-((((((. Entschuldigung. Es ist aber auch hart. Aus dem Urlaub zurückzukommen, ist ja immer die reine Freude: der Kühlschrank ist leer, die Katze missgelaunt und der Fernseher hat alle seine Sender vergessen. Wer dazu noch aus einem hypercolorierten Land wie Indien in den fränkischen Pseudo-Frühling gebeamt wird, bekommt zwangsläufig eine Farb-Depression. Mein erster Blick aus dem Flugzeug hat mich an meiner Sehkraft ernsthaft zweifeln lassen: War good old Nämberch schon immer nur in Hellgrau, Mausgrau und Dunkelgrau vorhanden oder hat irgendein Depp unser armes Städtlein in einer gigantischen ...weiter lesen
Wenn der Guru Pommes will
Nachdem die Tante informiert ist, kann ich es jetzt auch hier sagen: Ich verreise — und irgendwie ist es auch diesmal nicht Österreich geworden. Sondern Indien. Schuld daran sind meine Freunde. Die können nicht in normale Länder gehen, sondern müssen immer gleich nach Afrika auswandern oder sich in einen indischen Ashram hocken, in dem eine kleine, kugelige Guru-Inderin 22 Stunden am Stück Menschen umarmt. Weil Erleuchtung, Yoga und 35 Grad im März mir recht angenehm erschienen, habe ich beschlossen, die Freundin dort aufzusuchen. Außerdem hat mich die Hausfarbe des Ashrams überzeugt. Sie ist Pink. Und Pink ist immer gut.
Dunkelrot sieht dagegen, wer versucht, ein Visum für ...weiter lesen
Wenn’s im Oberstübchen klingelt
Moment, gleich geht’s los, ich muss nur schnell ein paar Gedanken in meinem Kopf löschen, damit ich wieder ein paar raussenden kann. Also hierhin schreiben. Das geht nicht, wenn der Speicher zu voll ist. Nein, ich stehe nicht vor einem Burn-out und ich bin auch nicht mehr karnevalsjeck. Ich hab’ mich nur, glaube ich, aus Versehen mit meinem Handy gleichgeschaltet. Synchronisiert, wie es so schön heißt. Früher oder später musste das ja passieren, siehe Terminator.
Das erste Mal gemerkt habe ich es heute Morgen. Da bin ich trotz Weckerklingelns einfach nicht angegangen. Nach zehn Minuten habe ich dann kapiert, dass ich immer noch die Tastensperre drinhabe. Erst nachdem ...weiter lesen
Trömmelsche-Trauma
Für uns Franken ist ja so einiges abwegig: sich zu Fremden an den Tisch zu setzen, lächelnde Verkäufer oder der FC Bayern. Das Allerverrückteste aber, das ein Franke machen kann, ist, an Fasching (Kaaaarneval!) nach Köln zu reisen. Ich war mit einer guten Freundin dort. Wir sind immer noch bis ins Mark erschüttert. Dass derartige Zustände in Deutschland erlaubt, ja sogar gewünscht sind, ist unbegreiflich. Das „Trömmelsche“, das dort fünf Tage permanent geschlagen wird, vibriert immer noch in mir nach. Wenn ich das Wort mit „T“ bei der Freundin auch nur erwähne, bekommt sie einen hysterischen Anfall. Seit unserer Rückkehr liegt sie in katatonischer Starre in ihrer Wohnung ...weiter lesen
Hilfe, die Uhr tickt!
Es gibt ja so Tage, an denen schon am Abend vorher klar ist, dass man für alles zu spät dran ist. Egal, wie man sich abkaspert, man hinkt im Zeitplan (haha!) immer hinterher.
Bei mir war es nun mal wieder so weit. Schuld daran war natürlich nicht ich selbst, sondern Lanz, der alte Schwiegersohn- Darsteller. Mit Sprech-Hypnose fesselte er mich gestern bis nach Mitternacht auf das Sofa. Als nach dem Ende der Sendung die Starre von mir abfiel, fiel der ...weiter lesen

Palme, wohin willst du?