9. Mai 2012 von Anette Röckl

Welcher Typ ist mein Balkon?

Weil das Leben ja größtenteils immer macht, was es will, wollte ich neulich zumindest einem kleinen Bereich meinen ureigenen Willen aufzwingen. Einem sehr, sehr klei­nen Bereich: meinem Balkon. Auf­grund der spontan eingeläuteten Sommerzeit saß ich eine Weile in meinem puristischen Außengehege und ließ den Blick zu den Nachbarn schweifen. Erkenntnis: Grünpflan­zen geben Beton neuen Schwung, Sonnenschirme verhindern auf optisch angeneh­me Weise zere­brale Kernschmel­ze und ja, es gibt andere Deko-Ele­mente als Zigarettenstummel und Taubenkacke.

Um mir weitere Inspirationen zu holen, klappte ich das Internet auf. Nach einem Blick auf die Garten­seite eines Möbelhauses ...weiter lesen

4. Mai 2012 von Anette Röckl

Kein Platz an der Sonne


Na, sitzen Sie gerade schön mit der Zeitung in der Sonne? Mit einem Kaltgetränk in der Hand und einem seligen Grinsen auf dem Gesicht? Herzlichen Glückwunsch. Ich freue mich für Sie, dass Sie die­sen herrlichen Tag draußen verbrin­gen können. Ehrlich. Ihr Glück ist auch meines. Oder, wie der Afrika­ner gerne zur Begrüßung sagt: „Ich bin gut aufgestanden, wenn du gut aufgestanden bist.“ Also bleiben Sie da mal ruhig schön liegen auf Ihrem Balkon. ...weiter lesen

24. April 2012 von Anette Röckl

Fränkische Spezies im Busch

  • In einem fernen Land wie Sim­babwe kann man so einiges entde­cken. Nachdem ich mich nach der Ankunft in Afrika aus dem Moskito­netz gewickelt und die tausend Mund­spatel abgegeben habe (sie erinnern sich dunkel an meine angespannte Pack-Situation), traute ich oft mei­nen europäisch geprägten Augen nicht.
    Ja, man kann in einem Mini-Bus zu dreißigst fahren, obwohl er nur für zwölf Menschen bestimmt ist. „Full“ ist erst, wenn mindestens ein Fahr­gast ...weiter lesen

  • 18. April 2012 von Anette Röckl

    Hilfe, ich werde gepackt!

    Na, haben Sie auch einen Urlaub geplant? Endlich mal weg von lästi­gen Büro-Mails und U-Bahnen, die einem immer vor der Nase davonfah­ren. Einfach mal Ruhe. Dann haben Sie hoffentlich bei der Wahl Ihres Urlaubszieles gut aufgepasst. Sonst geht es Ihnen am Ende wie mir und Sie fahren nach Simbabwe. Weil eine gute Freundin dort ein Hilfspro­jekt unterstützt, habe ich beschlos­sen, die Reise nach Afrika anzu­treten.

    Seitdem habe ich einen Organi­sationsplan, gegen den der Termin­kalender von Gauck luftig aussieht. Wenn ich nicht gerade einem Arzt wahlweise Arm oder Hintern hin­halte, um mich gegen alle Seuchen dieser Erde impfen zu lassen, bin ich im Chat mit simbabwischen ...weiter lesen

    30. März 2012 von Anette Röckl

    Ich werde nie ein Yogi-Bär!

    Man kann es nicht mehr leugnen: Die Sonne lacht, die Vögel zwit­schern wie auf Koks – der Frühling ist da und mit ihm der Trend zur zunehmenden Körperenthüllung. Was bislang unter dicken Pullis ver­schwinden durfte, quillt jetzt ans Tageslicht.

    Gut, ich habe den Winter über hart trainiert. Ungezählte Sit­ups jeden Abend hinter mich gebracht. Aus halber Liegelage auf dem Sofa zur TV-Fernbedienung auf dem Couchtisch zu greifen kann auch ein Workout sein! ...weiter lesen

    23. März 2012 von Anette Röckl

    Sprech-Durchfall im Zugabteil

    Also, so geht das nicht. Setzen Sie sich gefälligst mal anständig hin und hören Sie auf, beim Lesen so laut zu rascheln. Und kein Kaffee-Gekleckere auf den Seiten. So. Und jetzt üben wir mal die Aussprache des schwierigsten Wortes im Zei­tungsbereich: Feuilleton. Bitte nach­sprechen: Fö-je-to. Na also, geht doch.

    Nein, ich bin nicht verrückt geworden. Ich bin nur Zug gefah­ren. Eigentlich alleine. Tatsächlich aber mit Lea, Sina, Arianne, ...weiter lesen

    14. März 2012 von Anette Röckl

    Bin ich Nena oder Christkind?

    Juhu, habe ich mich gefreut, als in der Meistersingerhalle die neuesten Trends der Friseur-Innung verkündet wurden. Locken sind wieder „in“, lautet die frohe Botschaft für mich. Endlich Schluss mit den ultraglatten Haaren, die ihre Trägerin so aussehen lassen, als ob sie mit dem Kopf lange Zeit in der Aufzugtür eingeklemmt war. Ein bisschen Bewegung ist wieder zulässig auf dem Kopf. Super!

    Ein Blick auf den Katalog hat mich ernüchtert. Zu ...weiter lesen

    7. März 2012 von Anette Röckl

    Nelken-Zusammenbruch in Erlenstegen

    Es gibt Probleme, die gibt’s gar nicht. Wer sie aber dennoch hat, leidet extrem unter ihnen. Zum Beispiel unter einer Nelken-Aversion. In einem Blumenladen nahe Erlenstegen wurde ich neulich Zeugin dieser Krankheit und ihrer Folgen.
    Ich schwelgte gerade im Anblick von pinkfarbenen Ranunkeln und roten Rosen, als die Ladentüre aufgestoßen wurde. Herein im schnellen Lauf eilte eine Mittvierzigerin mit wehendem Haar. Am Ende ihres ausgestreckten Armes befand ...weiter lesen

    28. Februar 2012 von Anette Röckl

    Ein Gerät, ein Gerät!

    Eines vorneweg: Das hier wäre mit Sicherheit ein viel intelligenterer Text geworden, wenn ich ihn auf meinem neuen Laptop zu Hause geschrieben hätte. Der ist nämlich laut Beschreibung nicht nur „sichtbar intelligenter“, sondern hat auch ausschließlich „intelligente Lösungen“ parat. „So sieht Intelligenz aus“, betonte das Werbeheft, das ihn zum Kauf anpries, zur Sicherheit ein drittes Mal.

    So viel Gescheitheit konnte selbst ich nicht widerstehen und nahm das Gerät mit nach Hause. Mit zittriger Hand drückte ich dort den Anschalt-Knopf. Würde mich der Laptop akzeptieren oder würde er mich als zu doof für seine Gesellschaft befinden? Ich konnte mein Glück kaum fassen, ...weiter lesen

    4. Februar 2012 von Anette Röckl

    Barbie und der lachende Löwe

    Neulich habe ich Barbie getrof­fen. Sie trug ein Minikleid und einen überdimensionalen Pferde­schwanz. Seltsamerweise konnte sie laufen und sprach mit holländi­schem Akzent…Die anderen Presse­vertreter auf der Spielwarenmesse klärten mich dann auf: das war gar nicht Barbie, sondern Sylvie van der Vaart. Sie enthüllte gerade aber tatsächlich kieksend ihre eigene Barbie. Die Umstehenden klatsch­ten, ich schüttelte den Kopf. Waren jetzt alle ...weiter lesen