Die Katze ist on Tour

mieze

 

Es ist schon lustig: Berufsmäßig muss ich mich auf die Jagd nach Pro­mis machen — in Nürnberg eine nicht ganz leichte Aufgabe. Dabei bräuchte ich gar nicht in die Ferne schweifen, denn der eigentliche Pro­mi ist mir oft ganz nah. Obwohl er stets Fell trägt, ist er beliebt und bekannt. Wie ein bunter Hund — und das, obwohl es sich um eine Kat­ze handelt. Um meine Katze Joker, um genauer zu sein. Sie hat nicht nur Peter Althof als Bodyguard, son­dern teilte auch schon mit dem OB die Bierbank. Jetzt hat sie es auch noch zur Facebook-Prominenz ge­schafft! Aber der Reihe nach.


Nach meinem ersten Club-Spiel lag ich um elf Uhr abends auf dem Sofa, als mein Handy klingelte. Ein freundlich klingender Mann teilte mir mit, dass sich mein Tier bei ihm im Gang befände und er aus Jokers Stammlokal er­fahren habe, wohin die Mieze eigent­lich gehört: zu mir nämlich, auch wenn sie das selber nicht wahr­haben will. Immerhin hatte sie es diesmal nicht bis Ziegelstein ge­schafft, sondern nur ein paar Stra­ßen weiter.
Im vierten Stock eines Miez­(haha!)Hauses konnte ich mein Vieh dann in Empfang neh­men. Es latschte durch die Küche, als ob es immer schon dort gewe­sen wäre. Angst in frem­den Revieren kennt mei­ne Katze nicht. Diät auch nicht, wie ich wieder fest­stellen konnte, als ich den Fellquader im Katzen­korb zu mir nach Hause gewuchtet hatte.


Dort sank ich auf einen Stuhl und klappte das Handy auf. „Von Vorteil, wenn man so eine berühmte Katze hat. Ich hoffe, sie ist wieder zu Hause“, schrieb mir mei­ne Cousine. Aus Berlin! Ich überlegte kurz, ob sie
Kontakte zur NSA hat, dann stach mir ein Aufruf auf Facebook ins Auge: Der freundliche Katzenfinder hatte Joker dort zwei Stunden vor­her gepostet. „Hilfe, die Katze hat mich bis zur Wohnung verfolgt. Wer kennt sie??“, stand über einem Bild, auf dem die Mieze lässig über den Laminat quillt. Nachdem ihre Statt­lichkeit kommentiert wurde („Sieht schwanger aus! Oder gut gefüttert! ;-)), führte die Spur schnell zu mir. „Das muss Joker sein!“, schrieb eine Frau. „Sie gehört zu einer Jour­nalistin in Schoppershof!“ „Hast du Kontaktdaten?“, gab mein Katzen­finder zurück. „Nein“, antwortete die Frau. „Aber frag mal im Feuer­bach. Der Wirt kennt die Katze!“

Und weil der gute Wirt nicht nur die Katze, sondern auch mich kennt, bekam ich mein Tier also zurück. Ganze einein­halb Tage hat sie bei mir geschlafen wie ein Stein. Dann wollte sie wieder um die Häu­ser ziehen. Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich habe so eine Ahnung, was als Nächstes kommt: Ein Selfie mit AC/DC. Aus deren Rockerbus hol ich sie aber nicht heraus! Da kann sie mal schön selbst heim-catwalken!

Bommes, Bier und Bino

Neulich war es so weit: Ich hatte mein allererstes Mal. Beim Club! Ein Schlagerspiel wie gegen Sand­hausen kann nicht mal ich mir ent­gehen lassen. Schon der Auftakt war gut.
„Leute, ich muss früher weg, ich geh zum Club“, rief ich in die Kolle­genrunde. Rätselnd schaute mich eine Kollegin an: „Wieso, was ist dort heut?“, fragte sie. „Äh, na ja, er spielt halt.“ Tosendes Gelächter bei den Herren. „Ach so…“, war die Kollegin enttäuscht. Sie hatte offen­bar eher mit einer Modenschau gerechnet. Warum sollte ich, bitte schön, sonst zum Club gehen?!


Warum bin ich, bitte schön, nicht schon viel öfter zum Club gegangen, fragte ich mich nach meinem Ein­treffen
im Stadi­on. Man darf sit­zen, es gibt Curry­wurst mit Pom­mes und das Bier wird einem direkt an den Platz getragen. Dazu gibt es einen super Chor, okay, mit beschränkter Lied­auswahl, aber immerhin, und Live-Kommentatoren vom Feinsten. Eine Marcella Reif zu meiner Rechten sollte meine Ohren im Folgenden noch zum Wackeln bringen. Bei ihr konnte ich sehr schön lernen, auf was es bei einem echten Club-Fan ankommt.


Erstens: Gute Laune. Zweitens: Nur schlechte Laune ist gute Laune. Drittens: Eine Außerbetriebnahme der eigenen Goschen ist nur kurz­fristig und nur aufgrund von Bier­aufnahme zu verzeihen. Ansonsten wird, viertens, kommentiert. Und zwar, fünftens, alles — und das so laut wie möglich.
Wichtig ist dabei eine möglichst optimistische Herangehensweise: „Es Wetter bassd, die Hymne woar schee. Danach gemmer no ins Gärt­la“, ließ Marcella Reif ihren Kompa­gnon und mich wissen. „Bloß des Fußballspiel dazwischen, des musst ausblenden!“ Eine Taktik, die ich um einiges leichter umsetzen konnte als meine Nebensitzerin. Während ich ver­suchte,
an der Schulter meiner auf­gesprungenen Vordersitzerin vor­bei, gegen die Abendsonne aufs Spielfeld zu blinzeln, hatte Marcel­la Reif die Lage im Blick. „Wos is etz scho widder, du Luft?! Steh auf!!“, versuchte sie einen Sandhau­sener für das zügige Weiterspielen zu begeistern. Tatsächlich erhob sich der Gefallene irgendwann wie­der. Nürnberg war im Ballbesitz. Aber auch das konnte meine Neben­sitzerin nicht lange milde stimmen: „Ja dreh di halt noch fünfmal!“, rief sie einem Nürnberger Spieler zu, dem sie sofort alternative Berufs­möglichkeiten aufzeigte: „Wenn der sich so gern dreht, soll er halt zum Ballett geh! Do hatter Platz, do kan­ner so aSchow abziehng!“

Während ich noch beeindruckt der scharfsinni­gen Analyse mei­ner Nebensitzerin nachhing, riss dieser fünf Minuten später der nicht vorhandene Ge­duldsfaden. „Glabbsters naa! Etz gemmer nunder und drong ihner des Tor a weng hie und her. Viel­leicht treffen s’ dann amal!“ Nur einer konnte die Zornesfalte auf Marcellas Stirn glätten. „Bino!“ Kein Liebespaar der Welt, und wäre es noch so frisch entflammt, könnte einen Kosenamen zärtlicher flüs­tern, als meine Nebensitzerin diese vier Buchstaben: „Biiino!“ Wenn Franken lieben, dann klingt es wie Butter, die auf einer Schäufele­kruste schmilzt. Dummerweise wurde Pinola kurz darauf in die Hacken getreten. Die darauffolgende Einschätzung der Spielsituation meiner Nebensitze­rin kann ich hier nicht abdrucken. Nur so viel: Sie war nicht einver­standen. Und hatte einige Vorstel­lungen, was mit den Körperteilen des Gegenspielers zu veranstalten möglich wäre.

Am Ende hat der Club sogar gewonnen. Was will ich mehr?
Ich denke, ich komme wieder. Und freu mich auf die drei heiligen Bs: Bommes, Bier und Bino!

Mein Leben ist Wabi Sabi

Um mich auf eine Japanreise vor­zubereiten — die Tante liest sich gerade in das Thema Erdbeben ein —, bin ich auf einen wunderbaren Begriff gestoßen: „Wabi Sabi“. Nein, mit Wasabi hat es nichts zu tun. Es geht vielmehr, wenn ich es richtig verstanden habe, um das Prinzip des Nicht-Perfekten. Erst wenn ein Ding schon ein bisschen Patina angesetzt hat, ist es für die Japaner richtig schön. Ein kleiner Sprung in der Schüssel, darauf ste­hen sie total. Ich weiß nicht, wie es kommt, aber irgendwie bin ich mir da gleich eingefallen. Endlich habe ich einen Begriff, der mein Leben definiert! Wobei, sind wir nicht alle ein bisschen Wabi Sabi? Ich denke schon.


„Beschränke alles auf das Wesent­liche, aber entferne nicht die Poe­sie“, beschreibt ein Japan-Experte das Prinzip. Zu steril darf nichts sein. Ein Fels sollte bemoost sein, ein Strohdach grasbewachsen. Und ein Teekessel erscheint ihnen erst richtig schön, wenn er ein wenig angerostet ist. Von offensichtlicher Schönheit à la amerikanischen IT-Girls halten die Japaner nichts. Sie lieben es lieber auf den zweiten Blick — verhüllt und ein bisschen derangiert. Ist das nicht roman­tisch?


Davon abgesehen, rückt es meine Wohnung in ein ganz anderes Licht. Seitdem ich von dem Prinzip gehört habe, steige ich mit einem ganz anderen Gefühl über meinen Kla­mottenhaufen im Schlafzimmer. Er ist nämlich gar kein Haufen, son­dern Boden-Wabi-Sabi vom Feins­ten. Meine Kleidungsstücke verhül­len die sonst viel zu offensichtliche Schönheit meines Laminatbodens.
Nur ansatzweise schimmert sein fei­ner Fichtenton durch die Wäsche. Und weckt beim Betrachter die Sehnsucht, ihn einmal in voller Pracht zu sehen. Und Sehnsucht gehört unbedingt zu Wabi Sabi.


In der Küche geht es weiter: Die etwas zu voll gepackte Spülmaschi­ne versorgt mich dort regelmäßig mit henkellosen Tassen und stiel­losen, aber dadurch umso stilvolle­ren Weingläsern. Nur die unkaputt­baren Senfgläser erweisen sich als völlig resistent gegen jede Form des Wabi Sabi. Als Nächstes wabisabt meine italienische Kaffeemaschine. Patina in ihrem Inneren ist gar kein Ausdruck! Ich denke, ich werde sie vor mei­ner Reise fotografieren und das Bild von ihr in meinen Geldbeutel ste­cken. In Japan könnte ich damit ganz groß herauskommen. „Big in Japan“ — das Lied ist praktisch für mich und meine Kaffeemaschine geschrieben worden.


Wenn die Japaner dann schon vor Begeisterung der Ohnmacht nahe sind, zücke ich noch einen Trumpf: ein Foto von meinem Basilikum. Einen besseren Ausdruck von Ver­gänglichkeit — darauf stehen sie auch — gibt es nicht. Dagegen kann die Kirschblüte als japanisches Vanitas-Symbol aber so was von ein­packen. Wenn mir die Japaner sym­pathisch sind, lade ich sie ein, den poetischen Niedergang einer einst im Saft stehenden, Fotosynthese ohne Ende betreibenden Pflanze in ein welkes Häufchen Elend live mit­zuerleben. Ich sehe die Schlagzeile in Tokios Zeitungen schon vor mir: „Röckl-San, der neue Wabi-Sabi-Superstar!“ In diesem Sinn, Sayonara.

Liebesgrüße aus Franken

Und, wer hat Sie heute schon dumm angeredet? Niemand? Dann sind Sie vermutlich einfach noch nicht vor die Tür getreten. Das ist manchmal auch eine sehr gute Idee. Die Teilnahme an der Außenwelt wird oft überschätzt. Und die Kommunikationsfreudigkeit der Franken gleichzeitig unterschätzt. Dass Franken nicht gerne sprechen, ist eine Mär! Man muss nur ausreichend skandalöse Taten begehen, dann überwindet die angeblich so scheue Spezies sofort jede Hemmung. Liebreiz kann man dabei freilich nicht auch noch erwarten. Begleitet wird die spontane Sprechfreudigkeit meist von einem Gesichtsausdruck, der einer Bulldogge gleicht, die in eine Zitrone beißt.

Gestern hatte ich in der U-Bahn so ein Erlebnis. Weil die Pegnitzpfeile in letzter Zeit ja häufig lieber stehen als fahren, musste ich mich in Schoppershof in ein recht überfülltes Abteil quetschen. Dort beging ich sofort Straftat Nummer eins: Ich rempelte einen Mann an. Und entschuldigte mich. Das fand er anscheinend noch blöder. Er sandte mir einen Blick, der, an einen Drei-D-Drucker angeschlossen, sofort einen Packen Giftpfeile ausspucken würde. Ich setzte mich artig auf einen Platz, von dem ich mich am U-Bahnhof Wöhrder Wiese wieder erhob, um auszusteigen. Am Rempel-Mann vorbei. Das war zu viel für ihn. „Für drei Stationa hassd dich etz hieghoggd??!“ Fassungslos starrte er mich an.
Aber gut, ich bin ja auch verrückt. Wenn jeder in der U-Bahn ein- und aussteigt, wie er will, wo kämen wir denn da hin? Ans Ziel vielleicht am Ende noch? „Das Leben ist doch ka Wunschkonzert, Madla“, höre ich ihn sagen.

Apropos „Madla“ — derart angesprochen, fühlt man sich immerhin gleich 20 Jahre jünger. Ich freute mich, dass ich ihm doch nicht hinterhergeschickt habe: „Guter Mann, haben wir denn schon zusammen geschussert??! Ich werde in zwei Jahren 40!“ Ja, hierzulande kann man sich tatsächlich auch bei fortgeschrittener Jugend immer noch ganz kindlich fühlen. Eine Freundin wird regelmäßig, wenn sie mit dem Rad unterwegs ist, von erbosten älteren Herrschaften sehr jugendlich behandelt. Neulich schickte ihr ein Herr sogar seinen besten Freund hinterher: „Hull’s, Hasso!“ (Name des Hundes geändert, Anmerk. d. Red.).

„Saache mir, wie du barrgst, und ich saache dir, wer du bist“, kommentierte einst ein Herr das Ausparkmanöver einer anderen Freundin. Beinahe philosophisch. Leider aber falsch, denn nicht die Freundin hatte doof geparkt, sondern über Nacht alle anderen. Aber so genau wollte es der Herr dann auch wieder nicht „gesaachd“ bekommen und trollte sich.
Als gebürtige Nürnbergerin bin ich auf alles gefasst. Auch bei mir selbst. Immerhin habe ich neulich schon einmal Wasser auf junge Menschen geschüttet. Das war wahrscheinlich schon der Anfang. In kurzer Zeit wird auch mich die schleichende Belferitis überfallen. Unmerklich werden meine Mundwinkel in Richtung Merkel mutieren, dann nistet sich ein chronisches Grummeln in meinen Stimmbändern ein. Am Ende werden sich meine Stirnfalten in Akkordeonmanier gefaltet haben und ich blase dazu allem, was vorbeikommt, den Marsch. Und zwar so was von! Ich kann mich schon hören: „Su gejht’s doch net! Einfach aufm Weech rumlaufen. Mit Schouh an di Fejß. Ja, Dunnerwetter! Suwos hat’s frejhers net gehm!“

Als Erstes rufe ich mich am Montag gleich mal selber in der Redaktion an. Um mich über diese Kolumne hier zu beschweren: „Alzo, horng’S amal zou, junge Frau. Su a Gschmarri braung’S fei nimmer schreim!“. Anbei weise ich noch ein für allemal darauf hin, dass „Schäufele“ ohne „R“ geschrieben wird. Erscheint noch einmal irgendwo „SchäufeRle“, drohe ich, die Atombombe zu zünden. Ich glaube, es wird herrlich.
Und Sie da, lesen’S etz endlich amal ferddich! Ja, glabbsters naa.

 

Liebe auf vier Beinen

sesselIch bin verliebt! Er ist breiter als hoch, alt und hat krumme Beine. Nein, ich spreche nicht von Richard „Mörtel“ Lugner, den ich neulich mit seinem neusten Spatzi treffen durfte, sondern von einem Sessel. Von meinem Sessel, besser gesagt!
Es war Liebe auf den ersten Blick im Secondhand-Laden: Schüchtern stand er in der Ecke, eine klassische Schönheit neben wuchtigen Couch­garnituren des Grauens. Gleich als ich an ihm vorbei bin, habe ich einen Stich im Herzen gespürt. Als ich ihn zum zweiten Mal umkreiste, war es um mich geschehen. Ich eilte zur Kasse, hielt um seine Armlehne an, zahlte die Mit­gift und schleppte ihn ab. Seitdem leben wir zusam­men — und es ist wunderbar! Wobei ich mich schon frage, ob es nicht ein schlechtes Zei­chen ist
, wenn man sich nach der Arbeit freut, zu einem Sessel heim­zukommen. Ganz sicher bin ich mir nicht.


Neulich hatten wir allerdings unseren ersten kleinen Streit. Bei mir wurde es später in der Redakti­on. Als ich nach Hause kam, war der Sessel
sauer. Mit verkniffenem Kissen sah er mich an. Ich setzte mich in ihn und erklärte ihm die Lage. „Ja, okay, wir wollten heute ,Dirty Dancing’ anschauen, aber in meinem Job kann ich nun mal nicht einfach den Griffel fallen lassen.“ Er war trotzdem sauer. Erst nach einer Stunde merkte ich, dass die Sprungfedern unter meinem Hin­tern endlich etwas lockerer wurden. Ich schnaufte auf.


Jeden Morgen streiche ich ihm zärtlich über die glänzenden, dun­kelbraunen Armlehnen. Und freue mich, dass ich ihn für mein Heim gewinnen konnte. Das stinkt aller­dings gegen den Sessel ziemlich ab. Irgendwie verlangt er nach einer anderen Umgebung. Eher so nach einer Wohnung, in der man vom West- zum Ostflügel zehn Minuten braucht. Und ob die Wohnung noch in Schoppershof liegen darf, ist auch zu bezweifeln.


Kann ein Möbelstück ein Leben verändern? Wahrscheinlich muss ich bald nach Erlenstegen umziehen — oder zumindest in die Nordstadt. Auch wenn ich dafür natürlich die Katze umschu­len
muss. Apropos: Deren Fell beißt sich farblich ziemlich mit meinem Sessel. Ich denke, ich wer­de sie einfach überziehen. Dann hät­te ich auch endlich einen passenden Fußschemel! Sorry, aber ich habe neulich ein Foto von Joker gesehen, von oben fotografiert. Die Ähnlich­keit mit einem Hocker war nicht von der Hand zu weisen… Ich rede mal mit ihm darüber. Ob ein Rosen­muster- Überzug für ihn grundsätz­lich in Ordnung wäre. Alles mit Querstreifen ist natürlich ausge­schlossen bei seiner Breite.


Immerhin
ein adäquates Gegen­über habe ich für meinen Sessel schon: den Kaschmirschal von Iris von Arnim. Ich drapiere ihn heute Abend gleich mal lässig über seine Rückenlehne. Angelina Jolie und Brad Pitt sind nichts gegen dieses Paar, ich schwöre!

Was zerkoche ich heute?

topf„Am besten kann ich mich beim Kochen entspannen.“ Ein Satz, der mir so unerklärlich ist wie Steil­wandklettern. Nichts dagegen, aber nichts für mich. Das Wellnessen beim Kochen funktioniert höchs­tens in meinem Kopf. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich gelas­sen eine Zwiebel schneiden, dann pflücke ich lächelnd eine Handvoll Basilikum vom Balkon. Im Ofen backt irgendetwas, das anspre­chend riecht und mollige Hitze ver­breitet. Der Tisch in meinem — selbstverständlich aufgeräumten — Wohnzimmer ist gedeckt, meine Gäste können kommen.


Ich kenne Menschen, bei denen läuft das so. Die laden mal eben auf einen Glas­nudelsalat ein, backen Nuss­ecken, ohne auch nur einen einzigen Krümel auf der Küchenanrichte zu hinterlassen, oder kreieren Salate, die aussehen wie Deko-Arrange­ments von angesagten Floristen. Ohne eine Schweißperle auf der Stirn legen diese Kochhybriden letz­te Hand an ihr lukullisches Werk, öffnen gleichzeitig eine Weinflasche und schaffen es dabei noch, sich mit den Eingeladenen zu unterhalten.
Bei mir sieht die Sache ein biss­chen anders aus. Und das geht schon beim Einkauf los, den ich grundsätzlich zu spät antrete. Im nächsten Schritt vergesse ich die Hälfte, am besten Basisbestandtei­le. Dass ich zur Lasagne Nudelplat­ten brauche, fällt mir meistens erst dann ein, wenn ich meine Tüten und mich bereits in den dritten Stock geschleppt habe. Fluchend drehe ich dann wieder ab, um erneut in den Supermarkt zu wetzen.


Um die verlorene Zeit bei der Kocherei wieder einzuholen, schnei­de ich die Zwiebeln dann nicht hin­gebungsvoll wie Sarah Wiener oder lässig wie Jamie Oliver, sondern eher wie Edward mit den Scheren­händen.
Alle Kochtöpfe, die ich brauche, sind grundsätzlich in der Spül­maschine oder gar nicht mehr vor­handen, weil sie die letztmalige
Kochaktion nicht überstanden haben. Eher trennen sich siamesi­sche Zwillinge, als dass eingebrann­ter Reis sich wieder von einem Topf­boden löst. Dafür hat man tagelang ein gemütliches Lagerfeuer-Fla­vour in der Küche hängen. Aber das nur nebenbei. Abgerundet wird der Wahnsinn, wenn dann noch eine Freundin bei mir in der Küche sitzt, mit der ich mich unterhalten soll. Da lese ich die Milch im Messbecher schon mal bei Gramm ab — was dem Rezept einen geringfügig anderen Touch gibt… Wenn alle Frauen angeblich supermultitaskingfähig sind, bin ich offensichtlich ein Mann. O Mann. Wann hat das eigentlich angefangen, dass Kochen plötzlich so wichtig wurde? Und Orangencarpaccio an Avoca­do- Schaum plötzlich so normal wie Nudeln mit Soße? Fast keiner mehr, der sein Essen nicht in Türmchen anrichtet, Suppen in Gläser gießt oder über Balsamico-Reduktionen schwadroniert. Und darüber, wie entspannend Kochen einfach ist.


Sorry, ich kann da nicht mithal­ten. Um es mal ganz reduziert zu sagen: Besser als am Herd entspan­ne ich mich auf meinem Sofa. Mit einem Teller Fischstäbchen auf dem Schoß. An Remouladen-Schaum, versteht sich. Bon appétit!

Peter und die Katz’

7_1NB0NN2Schock, schwere Not, die Welt hält den Atem an: Hello Kitty ist gar keine Katze! „Sie wurde nie auf vier Beinen gesehen. Nichts in ihrer Szenerie deu­tet darauf hin, dass sie eine Katze ist“, erklärte die japani­sche Hersteller-Fir­ma. Irgendwie erin­nert mich das an jemanden. Wann habe ich Joker eigentlich das letzte Mal auf vier Beinen gesehen? Also, auf ihren eigenen? Ich kann mich ehrlich nicht erin­nern. Die einzigen vier Beine, auf denen ich sie regelmäßig sehe, gehö­ren zu einem Stuhl in ihrer Stamm­kneipe. Und dort deutet ebenfalls nichts in der Szenerie darauf hin, dass es sich bei ihr um eine Katze handelt. Sie sitzt an einem Tisch, manchmal steht ein Bier vor ihr, wenn es sich um den Garten han­delt, eventuell auch ein Aschenbecher. Ist Joker vielleicht am Ende auch gar keine Katze? Ich hatte ja schon oft den Verdacht. Aber, was ist sie dann? Hello Kitty soll angeblich ein klei­nes Mädchen sein. Das trifft bei Joker schon mal nicht zu. Kleine Mädchen haben nur in sehr, sehr seltenen Fällen eine Stammkneipe, wie ich aus Insiderkreisen weiß.


Was auch immer Joker ist, promi­nent ist sie auf jeden Fall. So promi­nent dass sie sich jetzt schon einen Bodyguard zugelegt hat. Nicht ir­gendeinen natürlich. Nein, es ist
der Bodyguard Nürnbergs: Peter Alt­hof. „Ja, den Beeder, den mocher recht gern“, teilte mir der Feuer­bachs- Wirt mit. Klar. Natürlich. Peter Althof als Bodyguard. Der Mann hat schon auf Pamela Ander­son aufgepasst. Der kennt sich mit Miezen aus! Langsam muss ich mir etwas einfallen lassen, sonst bekommt das Viech noch einen Höhenflug. Ich muss dem etwas ent­gegensetzen. Meinen Presseausweis habe ich ihr schon mal gezeigt. Kei­ne Reaktion. Auch meine Akkredi­tierung beim Norisring ging ihr am Pelzärschchen vorbei. Ein Auto­gramm von Heino? Pffff. Sie saß schon auf dem Schoß unseres Ober­bürgermeisters, was ich nicht von mir behaupten kann, Und auch nicht möchte! Also bitte.


Aber gut, mit irgendetwas muss ich sie beeindrucken. Ha, ich weiß es! Es gibt ein Bild von mir im Rat­haus. Da hat sich jemand ins Buch der Stadt eingetragen. Nicht irgend­wer, sondern, Trommelwirbel: die Maus! Von der Sendung mit der Maus. Sie war zwei Meter groß. Ich habe Beweisbilder. Die zeige ich ihr, wenn ich sie in ihrer Kneipe besuche. Obendrauf lege ich meine Knutschbilder mit Pucki, dem Ice-Tigers-Maskottchen.


Und wenn alles nichts hilft, wenn ich wirklich gar nicht mehr weiter weiß, ruf ich den Peter an, er soll mich von der Redaktion abholen und ins Feuerbach eskortieren und mich dort wie im Film „Bodyguard“ über die Schwelle tragen.
Damit werde ich Joker nicht nur eins husten, ich werde ihr eins Whitney Houston!

In fünf Minuten bin ich da!

Oh, hoppla, Sie sind ja schon da … Wollten Sie vielleicht nicht noch kurz etwas erledigen, bevor Sie in diesen Text hier einsteigen? Zum Beispiel einen Kaffee kochen, duschen, endlich mal die Großmut­ter im Heim besuchen oder die Zei­tung holen? Wie, die haben Sie schon geholt, sonst hätten Sie diese Kolumne ja noch gar nicht aufge­schlagen? Ein überzeugendes Argu­ment. Die Sache ist nur die, ich bin noch nicht ganz so weit. Aber gleich, also quasi sofort, bin ich ganz bei Ihnen. In fünf Minuten spä­testens schalte ich mich dazu, dann geht es los mit dieser Kolumne.


Nein, ich spinne nicht und ich will auch nicht unhöflich sein, ich habe nur gelernt, dass Pünktlichsein so was von veraltet ist. Ehrlich, wer heutzutage noch zu der verabredeten Uhrzeit irgend­wo aufkreuzt, beweist damit nur, dass er anscheinend nichts Besseres zu tun hat. Und das kann ich mir echt nicht leisten. Vor allem, weil es mir in letzter Zeit schon zu oft pas­siert ist. Neulich erst wieder. „Okay, um eins im Café“, habe ich mich mit einer Freundin verabre­det. Die Freundin ist sehr hip, im Gegensatz zu mir. Des Öfteren habe ich schon auf sie gewartet, an ver­schiedenen Plätzen in Nürnberg. Am Schönen Brunnen habe ich ein­mal so lange gestanden, dass mich eine japanische Reisegruppe schon für die Stadtführerin gehalten hat.
Diesmal war ich aber diejenige, die zu spät dran war für den Café-Besuch. Um die Zeit wieder einzuholen, duschte ich in Schall­geschwindigkeit, schüttete der Kat­ze aus dem Handgelenk Futter in den Napf, bevor ich mit nassen Haa­ren aus dem Haus rannte. Ich lief so schnell durch den Stadtpark, wie ich normalerweise beim Joggen in meiner Bestzeit nicht unterwegs bin.


Mit vom Gegenwind trocken ge­föhnten Haaren und verschwitztem Rücken lief ich gerade in die Zielge­rade zu dem Café ein, bereit, mich zum ersten Mal bei der Freundin für die Verspätung zu entschuldigen statt umgekehrt, als eine Nachricht
auf meinem Handy aufploppte: „Noch fünf Minuten, sooorry!“, schrieb die Freundin. Meine Nackenhaare sträubten sich, ich bremste abrupt ab. Die letzten 100 Meter schlich ich im Schnecken­gang zu dem Café. So langsam ich konnte, sank ich auf den erstbesten Stuhl. Von der Freundin keine Spur am Horizont. Die Bedienung wisch­te an mir vorbei. „Ich komme gleich, einen Moment“, raunte sie mir zu. Ich packte die Zeitung aus.


Kurz vorm Weltspiegel auf der letzten Seite kamen beide Damen im lässigen Schritt auf mich zu. Die eine mit einem Tablett unterm Arm, die andere mit ihrem Fahrrad an der Hand. Ich knirschte mit den Zähnen. Hätte ich inzwischen einen Kuchen bestellen können, wäre das Geräusch viel­leicht nicht so laut gewesen. „Tschuldigung, früher war ich immer pünktlich“, erklärte sich die Freundin. „Aber dann musste ich immer auf die anderen warten. Des­halb komme ich jetzt selber immer irgendwie zu spät.“ Ich habe ihr mit fünfminütiger Verspätung verzie­hen. Danach habe ich beschlossen, das Prinzip der modernen Verabre­dung künftig auch für mich anzu­wenden. Sorry, werde ich zur U-Bahn sagen, wenn sie gerade in Schoppershof einfährt, ich nehme lieber die, die fünf Minuten später kommt. Beim Bäcker stelle ich mich einfach noch mal hinten an — sonst komme ich am Ende noch zur Konfe­renz in der Arbeit pünktlich! Das muss nun wirklich nicht sein, dass der Chef denkt, ich hätte zu viel Zeit.


Gleich am nächsten Tag wollte ich damit anfangen. Leider habe ich ausgerechnet da den letzten, den al­lerletzten Menschen getroffen, der Verabredungen noch strikt einhält: den Stromzähler-Auswechsler mei­nes Energielieferanten. Er läutete Punkt acht Uhr morgens an meiner Wohnungstür. Natürlich war ich selbst da schon wieder als Erste da.
Ich gebe es auf, ich werde einfach nicht mehr hip. Aber vielleicht ja in fünf Minuten … Wenn Sie so lange kurz warten könnten?

Sie sieht mich einfach nicht!


Manchmal komme ich mir vor wie in dem alten Witz „Geht ein Mann zum Psychiater und sagt: ,Herr Dok­tor, jeder übersieht mich.’ Sagt der Arzt: ,Der Nächste, bitte!’“ Wirk­lich, ich habe die Gabe, unsichtbar sein zu können. Allerdings nicht dann, wenn ich mich in der Stadt beim „Drei im Weggla“-Kauf mit Senf bespritze oder Interviews mit Salatblättern zwischen den Zähnen führe, sondern immer nur dann, wenn ich etwas bestellen möchte in einem Lokal. Egal ob Kneipe oder Sushi-Bar, die Bedienung schaut durch mich durch, als ob ich Harry Potters Unsichtbarkeitsmantel um die Schultern liegen hätte.
Vorgestern ist es mir wieder pas­siert, in einem Biergarten. Freudig sank ich mit einer Freundin dort in die aufgestellten Liegestühle. Die Sonne brannte uns auf den Scheitel, ein Kaltgetränk musste dringend her. Ein gut gelaunter junger Mann in farbenfrohen Bermudas schlän­gelte sich, ein Tablett über dem Kopf balancierend, durch die Rei­hen. Er beugte sich links von uns darnieder, um eine Bestellung aufzu­nehmen, er beugte sich rechts von uns darnieder. Zu uns schaute er kein einziges Mal.


Gerade wollte ich mit den Fingern schnippen wie früher der Mathestreber mit dem Taschenrech­ner, als sein Blick — Holla, die Bier­fee! — tatsächlich in unsere Rich­tung ging. Allerdings nur fast. Seine Augen blieben an dem Liegestuhl­paar vor uns kleben. Dort hatten zwei junge Frauen Platz genommen, die Pocahontas Konkurrenz mach­ten. Sie lächelten, warfen die Haare nach hinten und flöteten mit
geschürzten Lippen ihre Bestellung. Wir dahinter blieben auf dem Tro­ckenen. Eher Wüstenblume als Poca­hontas. Um nicht zu verdorren, ver­schafften wir uns am Tresen selbst ein Bier.
Dann zogen wir ein paar Open-Air-Cafés weiter. Zur Sicherheit besorgten wir uns gleich selbst ein Getränk. Eine weise Entscheidung. Denn die junge Kellnerin, ebenfalls Typ Pocahontas, nahm uns zwar wahr. Allerdings nur deshalb, weil ihr unsere Beine im Weg lagen. Ge­konnt stieg sie über uns, um die Gruppe neben uns nach ihren Wünschen zu befra­gen. Bei ihrem Rückweg zogen wir eilig die Beine ein — und schauten in unsere fast leeren Flaschen. Schnel­ler als wir „Ähm“ rufen konnten, war Bar-Pocahontas entfleucht.


Es geht mir überall so. Ich bin ein­fach der Xavier Naidoo der Bedie­nungen: „Sie sieht mich nicht. Sie sieht mich einfach nicht!“ Viel­leicht stimme ich Xaviers Lied das nächste Mal in der Kneipe an. Mit einem Stehgeiger und dem Rosen­verkäufer. Der sieht mich im Übri­gen immer! Warum kann ich da, bit­te, mal nicht unsichtbar sein? Oder wenn der Chef die Arbeit verteilt?


Bei der nächsten Konferenz ver­halte ich mich einfach so, als ob ich etwas bestellen wollte. Ich halte mei­nen Terminkalender hochkant, so dass er wie eine Getränkekarte aus­sieht, dann winke ich, um Aufmerk­samkeit heischend, meinem Chef. Wetten, dass die Termine alle an meine Kollegen verteilt werden? Ich zaubere mich dann heimlich ins Schwimmbad. Hoffentlich will ich dort dann keine Pommes bestel­len . ..

Achtung: Ich mach mal vorsichtshalber nichts

Es war ein Klassiker — passend zum WM-Auftakt trat er in den Streik: mein Kühlschrank. Lange hatte sich seine Dienstverweige­rung schon angekündigt, jetzt, da ich vielen Leuten zum Spiel kühle Getränke angekündigt hatte, be­fand er, dass die Wirkung am größ­ten wäre. Das Problem lag im Eis­fach. Weil sein Türchen nicht mehr richtig schloss, hatte es sich innen immer mehr in Richtung Antarktis entwickelt. Gerade mal die Spitze einer Fischstäbchen-Packung ragte noch heraus, der Rest war gefangen im ewigen Eis. Die eingetupperte Spaghettisoße ohne Hammer und Meißel dort je wieder herauszubre­chen — undenkbar! Nur den zuvor­derst gelagerten Eiswürfelpacken brach ich mit Hulkschen Kräf­ten und unter Zu­hilfenahme eines Bratenwenders noch heraus, dann tat ich das Einzi­ge, was ich tun konnte: Ich klebte das Eisfach zu.
Trotz dieser genialen Methode bewirkte die Eisfach-Antarktis, dass es im restlichen Kühlschrank wärmer war als draußen — wie mir ein kurzer Handtest bestätigte.


Ich überlegte kurz, ob ein hysteri­scher Anfall nicht schön wäre, dann erinnerte ich mich, dass ich mich noch mit allem arrangiert hatte — seien es in alle Richtungen spritzen­de Duschköpfe oder kaputte Klo­spülungen.
In diesem Fall servierte ich meine Getränke eben ab sofort aus dem Spülbecken, in das ich bis zum Rand kaltes Wasser eingelassen hat­te. Perfekt für eine Bierblindverkos­tung — schließlich fischte ich alle Flaschen ohne Pläpperle aus dem Kühlbassin hervor. Meine Gäste arrangierten sich mit mir. Und ver­langten zum Kaltgetränk lediglich ein Abtropftuch. So wäre es vermut­lich noch einige Wochen oder, sind wir realistisch, Monate weitergegan­gen. Zwar hatte ich vor, einen neu­en
Kühlschrank anzuschaffen, aber eben lieber morgen.


Dann, pünktlich zum Halbfinale, ereilte mich die Nachricht einer Freundin im Nachbarhaus: „Rate mal, wo sich dein Kühlschrank­inhalt befindet …“ Er befand sich im Kühlschrank der Freundin. Mei­ne Putzperle hatte ein Eisfach-Asyl im Nachbarhaus beantragt und sich der Sache angenommen. Zwei Stun­den später piepste mein Handy mit folgender Nachricht: „Hallo Anette, habe deinen Kühlschrank repariert. Er geht jetzt wieder.“

Zu Hause konnte ich mich vom Ende der Eiszeit überzeugen. Die zugeklebte Eisfachtür war anders­herum eingesetzt und schloss wie­der. Darin: Nichts als kühle Luft. Kein Eis, nicht mal mehr der Hauch einer Flo­cke störte die eisi­ge Kälte. Der rest­liche Kühlschrank hatte dafür wie­der eine Temperatur, die seinem Namen angemessen war. In seinem Bauch lagerten statt alter Schmelz­käse- Ecken gut gekühlte Franken­biere. Zufrieden brummte er vor sich hin. Ich sprang vor Glück fast an die Decke. Ein bisschen erinner­te mich das Ganze aber auch an die Intelligenztests mit Affen. Der Affe, der die Eisfachtür einfach anders­herum einhängt, scheint ein ganz klein wenig mehr gedacht zu haben als der Affe, der die Chose einfach zugeklebt hat …


Und die Moral von der Geschicht? Blinder Aktionismus bringt’s oft nicht. Es kann tatsächlich geschei­ter sein, die Dinge auszusitzen, ich habe es ja schon geahnt. Jetzt bin ich aber mal gespannt, wann der Brief mit der Pin–Num­mer meiner neuen Bankkarte wie­der auftaucht, die Herdschaltknöp­fe Nummern haben und wann mein Fenster im Schlafzimmer auch oben wieder in der Verankerung sitzt …
Warten wir’s ab, ich mach mal nichts.