Schaf auf Panorama

Das Oster-Wetter soll sich ja in Sachen Sonne bedeckt halten, die Stammgäste auf Fürths Panorama-Blick-Weide würden deshalb wahrscheinlich Wolliges empfehlen. Das ist so oder so Ansichtssache. Sicher ist, dass die freie Zeit eine wunderbare Gelegenheit bietet, einfach mal auszuspannen. Oder auf die Suche zu gehen. Es müssen ja nicht unbedingt Eier sein. Mancher würde sich auch über ein T freuen.

Fotos: -res-

Aufs Dach gestiegen

Blick vom RathausturmDem Himmel so nah – ist man in Fürth auf dem Turm des Rathauses. Wer die Chance hat, hier herauf zu kommen, hört pünktlich vier Minuten nach 12 Uhr klar und deutlich ein paar Glockenspiel-Takte aus dem Led-Zeppelin-Megahit „Stairway to heaven“ – und wundert sich dann vielleicht nicht mehr, warum er so außer Atem ist.

Am 4. September gibt es wieder eine Gelegenheit, den Rundblick zu genießen. Bei einer 90-minütigen Tour durch das Rathaus geht es dann nämlich auch hoch auf den Turm(Info: 0911/2395870).

Bis dahin kann natürlich von unten hinauf schauen und sich ein paar südliche Momente gönnen und das nicht nur, weil der Himmel im Moment so azurblau strahlt. Die Form des Fürther Rathausturms erinnert schließlich an italienische Baukunst.

Kann das Glockenspiel eigentlich auch Adriano Celentanos „Azzurro“ anspielen?

Foto: Horst Linke

Wer wird denn da an der Uhr drehen?

Zeitumstellung SchaltsekundeWenn man was geschenkt bekommt, muss man sich freuen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Sekunde dreht. Die gibt es heute Nacht gratis obendrauf, was ein bisschen an den Billigen Jakob auf der Kirchweih erinnert. Für das kleine Extra ist diesmal aber die Erde verantwortlich, die einfach rumtrödelt.

Fragt sich bloß: Was tun mit der Präsentsekunde? Man könnte zum Beispiel auf einen Sprung in den Stadtpark eilen und den Fast-schon-Vollmond über Fürth bewundern. Oder in der Gustavstraße einmal herzhaft Gähnen – lautlos, versteht sich. Wer zufällig ein Fahrrad zur Hand hat, kann von hier zum Rathaus radeln – die Zusatzsekunde müsste einen rund sieben Meter weit bringen. Wichtig ist vor allem, dass man kurz vor zwei Uhr einen guten Blick auf die Turmuhr hat. Dann sieht man nämlich  – nichts. Die Zeiger rücken erst einmal ungerührt weiter, weil solche Finessen ihnen einen Tick zu weit gehen. Freilich könnte man diese Tatsache auch für einen erstaunten Wimpernschlag nutzen, dafür müsste die Zeit reichen. Selbstverständlich kann man sich auch einfach ins Bett legen, verträumt das Extra genießen und sich einreden, dass Fürth heute Nacht ein bisschen länger schlummern darf.

Foto:  Julian Stratenschulte/dpa

Auf eine Zigarre


Hallo, schön Sie zu sehen. Und, bevor wir es vergessen: Schöne Augen haben Sie.

Na? Sitzen Sie jetzt mit einem strahlenden Lächeln vor dem Bildschirm? Nicht? Schade, war ein Versuch. Schließlich hieß es doch gerade erst in einer FN-Umfrage, dass in Fürth Komplimente über schöne Augen besonders gerne gemacht und gehört werden.

Ein anderer Fürther, der am 4. Februar vor 116 Jahren geboren wurde, wäre wahrscheinlich lieber für seinen exquisiten Zigarrengeschmack gelobt worden. Was Ludwig Erhard mit Vorliebe anbrannte, ist heute im Stadtmuseum zu bewundern. Immerhin liegt da ein edles Stück aus kubanischer Manufaktur, das dem Wirtschaftswundermacher gehörte.

Bis zu zwanzig Zigarren soll Erhard in politisch besonders stressigen Phasen geraucht haben. Täglich. Das haben zumindest Eingeweihte – oder waren es gar Eingeräucherte? – behauptet. Heute hätte der Fürther, der es bis zum Bundeskanzler brachte, mit diesem Hobby ein Problem.

Er käme nämlich gar nicht zum Regieren. Nur einmal angenommen, Erhard hätte am Tag zu zehn Doppel Corona gegriffen. Dann müsste der Gute heute rund zehn Stunden vor seinem Büro auf der Straße stehen und paffen, bei einer durchschnittlichen Rauchzeit von einer Stunde pro Zigarre.

Nicht auszuschließen, dass der Staatsmann, der hinter dem Rathaus aufwuchs, es dann beim Wundern über die Wirtschaft seiner Heimat belassen hätte. Wie sehr Ludwig Erhard diese Stadt augenscheinlich im Herzen trug, besagt dieser schöne Satz von ihm: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der nicht immer neue Bedürfnisse hat.“

Wie gesagt, der Mann war Fürther.

Fürth, Stadt der Einbahnstraßen

Es mag ja einige – mehr oder weniger nachvollziehbare – Gründe geben, nicht in Fürth leben zu wollen. Dass man eingefleischter Nürnberger ist beispielsweise; oder dass man sich als Konservativer nicht mit einer absoluten SPD-Mehrheit samt 80-Prozent-OB arrangieren möchte; oder dass man in Fürth beim Einkaufen nicht unbedingt alles bekommt, was das Herz gerade begehrt. Weiter lesen

Selten ist er so nah

Gibt es eigentlich so etwas wie Mondanziehungskraft? Oder bin ich etwa mondsüchtig, obwohl ich diesen Zustand bisher für eine Erfindung  kitschiger Hollywood-Komödien hielt? Jedenfalls kann ich mich einach nicht mehr lösen, wenn ich erst einmal begonnen habe, auf den Mond zu starren. Auf diesen ganz besonderen Mond, der zurzeit der Erde so nahe ist wie selten zuvor Weiter lesen