Nur echt mit dem Bischofsstab

dsc_4322Natürlich zählen erst einmal die inneren Werte. Doch in diesem Fall hat auch das Äußere Gewicht: Ein Nikolaus wird nämlich erst mit Bischofsstab und Mitra zum Nikolaus. Ein Rauschebart ist allerdings nicht zwingend notwendig. In der Fürther Fußgängerzone machten zum Nikolaustag diese würdigen Vertreter auf den feinen Unterschied aufmerksam.

Aufmerksame Beobachter behaupten, auf dem Jute-Sack, den die beiden mit sich führen, sei ein Weihnachtsmann zu erkennen. . . Was lernen wir daraus? Der Nikolaus hat ein großes Herz für alle.

Und jetzt gemeinsam: „Lasst uns froooh und munter sein. . .“

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

 

 

Wenn der Nikolaus kommt

Nikolaus

Alle Jahre wieder zieht er am 6. Dezember durch die Lande. In Köln gab es jetzt sogar eine Nikolaus-Ausbildung, für alle, die in das traditionelle Kostüm schlüpfen wollen. In Fürth weiß Pfarrer Rudolf Glauche von der St. Nikolaus-Pfarrei mehr über diesen Gedenktag: „Nikolaus war ja Bischof in Myra, in der heutigen Türkei. Es ist interessant, dass es einen Mann gegeben hat, der über Jahrhunderte nicht vergessen wurde, sondern bis in unsere Tage als Vorbild dient.“ Sein Einsatz für Menschen in Not habe sich in zahlreichen Legenden niedergeschlagen.

Gar nicht freuen kann sich Rudolf Glauche über Schokofiguren im Weihnachtsmann-Outfit. „Das ist eine rein kommerzielle Erfindung, hinter der überhaupt keine Aussage steht. Ich hoffe sehr, dass der Nikolaus nicht davon verdrängt wird.“

Foto: Hans-Joachim Winckler

Süßer das Glück niemals klingelt

Er hat es wieder geschafft. Mein Nachbar war schneller. Seit eben leuchtet die Thuja in seinem Garten festlich umkränzt von einer weihnachtlichen Lichterkette. Wetten, dass er in diesem Moment den Kranz mit dem neckischen Nikolaus an seiner Haustür befestigt?

Ich gebe mich nicht gerne geschlagen, sehe aber ein, dass Vorfreude die schönste ist. Nicht auszuschließen, dass dieses Gefühl nicht einmal vor Statistiken halt macht. Gestern gab nämlich die ARD bekannt, dass die Menschen im Bundesland Bayern gemessen am deutschen Durchschnitt besonders glücklich sind. Ist klar. Weihnachtsbäume Mitte November heizen die Vorfreude an. Instant-Glücksgefühle werden freigesetzt. Sie verstehen?

Nicht ganz so verständlich ist bloß, warum vor wenigen Tagen eine andere Untersuchung herausfand, dass die Bayern – und leider speziell die Franken – angeblich am unteren Ende der deutschen Glücksskala rangieren. Okay, diese Studie wurde von der Deutschen Post in Auftrag gegeben. Vielleicht kam der entsprechende Fragebogen gleichzeitig mit der Nachricht ins Haus, dass das Briefporto schon wieder teurer wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Im Augenblick gilt es so oder so, das Glücksbarometer in Franken noch ein bisschen höher zu schrauben. Ich werde jetzt meiner Vorfreude auf die Nachweihnachtszeit Ausdruck verleihen. Wo steckt nur die Kiste mit den Osterhasen?

 

Niko in Aspik

Von drauß’ vom Walde kommt er her und er muss sagen, es regnet sehr. . . Machen wir uns nichts vor, so ein Nikolaus in Aspik hat’s nicht leicht. Mit leuchtenden Kinderaugen hat er gerechnet. Vielleicht auf Gedichte gehofft. Ein paar ernste Worte hätte er gerne gesagt. Zu denen zumindest, die nicht artig waren. Und jetzt? Steht er auf dem Fürther Weihnachtsmarkt und kriegt nicht mal einen Regenschirm ab, sondern bloß eine blöde Plane.

Wobei der Gute in diesen Tagen nicht alleine ist. Nicolas Sarkozy, zum Beispiel, hat Carla Bruni geheiratet. Eine Frau, die nicht einfach Model war. Nein, Super-Model galt bei ihr als völlig zulässige Berufsbezeichnung. Modisch ist Carla auch als junge Mutter ein Hingucker. Und mit wem verbringt ihr Gatte derzeit seine Tage?

Sarkozys Verhältnis zu Angela Merkel, das kann man in der „Tagesschau“ sehen, ist prima. Ob er Hosenanzüge mag? Man weiß es nicht. Ahnt aber was.

Ein Phänomen, das sich übrigens auch einstellte, als Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei ihrem Auftritt im „Star Quiz“ der ARD bekannte, sie habe sich schon als junges Mädchen gewünscht, Herbert Feuerstein als Quiz-Partner zu bekommen. Der so Gelobte wurde leider nicht befragt, wen er sich denn als Frage-Partnerin erhofft hatte. Feuerstein blieb stumm.

Also, lieber Nikolaus vom Fürther Weihnachtsmarkt, was lernen wir daraus? Plane tragen ist schick, wenn man’s genau betrachtet.

Nikolausbrille

Heute Nachmittag wurden in Poppenreuth Menschen gesichtet, die in der Novembersonne – bitte, wie das allein klingt: Novembersonne! – auf der Terrasse ihren Kaffee genossen. Inklusive Streuselkuchen. Nun gut, kuschelige Fleecedecken waren auch im Spiel. Trotzdem.

Mag sein, dass das jetzt Maulen auf hohem Niveau ist, aber wie soll’s einem bei diesem Wetter besinnlich im Gemüt werden? Nieselregen müsste gefälligst auf dem Programm stehen. Grau in Grau darf’s sein und im Wetterbericht können ruhig Wörter wie „garstig“ auftauchen. Ganz nebenbei sei auch die Frage erlaubt, womit man denn im Moment eine gescheite Novemberdepression begründen soll?

Die große Entscheidung lautet allerdings: Sonnst du noch oder schmückst du schon? Schließlich ist der erste Advent bereits in Rufweite. Ein paar unentwegte Zeitgenosse haben sich dem Kalender gebeugt und Lichterketten montiert. Andere können sich einfach nicht von den Geranien trennen, die sich tapfer im Balkonkasten festkrallen.

Nun kann man natürlich sagen, dass zum Beispiel in der Rosenstraße dekomäßig das Thema ohnehin eindeutig vorgegeben ist. Außerdem hat gerade ein Oberfranke bewiesen, dass ein bisschen Umdekorieren – Brille weg, Gel aus der Tolle gewaschen – auch keinen großen Unterschied macht.

Auf der Fürther Freiheit sieht das allerdings ganz anders aus: Da laufen sich auf dem Weihnachtsmarkt, der am 24. November eröffnet wird, schon die Nikoläuse warm – wenn es sein muss, spendieren wir den Jungs halt eine Sonnenbrille.