Sag‘ zum Abschied leise „Wow“

Großer Bahnhof für Rudolf Maison. Der Bildhauer, der den Fürther Centaurenbrunnen schuf, steht derzeit im Historischen Museum seiner Heimatstadt Regensburg  im Zentrum einer großen Ausstellung. Seine Skulptur vor dem Fürther Hauptbahnhof ist ein Doppel-Denkmal und würdigt neben der ersten deutschen Eisenbahn auch die Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung in der Kleeblattstadt. In Regensburg ist das monumentale Werk nicht nur auf dem Plakat zur aktuellen Schau, sondern auch auf dem Titel des Katalogs zu bewundern.

Seit 1890 wird in Fürth jeder, der mit dem Zug anreist und aus der Bahnhofshalle tritt, von der Vorderseite des kraftstrotzenden Fabelwesens aus Mann und Pferd begrüßt.

Aber hatte man bei der Aufstellung überhaupt eine Wahl? Die Kehrseite? Ernsthaft jetzt? Nein.

Die beeindruckende Rückenpartie darf bewundern, wer sich auf den Weg zum Bahnhof macht, um Fürth auf dem Schienenweg zu verlassen. Da denken wir uns einfach mal gar nichts dabei und sagen nur zum Abschied leise „Wow“.

Foto: res

Gigantisches Schmachten

MathildenstraßeSuchbild für Fürth-Kenner: Wo hält unser aufmerksamer Freund hier Wache? Ach, das sei zu einfach, meinen Sie. Diese Ensemble in der Mathildenstraße sei schließlich unverkennbar? Gut. Das hätte man ahnen können. Aber wissen Sie auch, wovon Fluffy träumt?

Wir haben zumindest eine Vermutung und weisen einfach mal auf die „Giant Skyline Tanne“ hin,  die auf dem Fürther Bahnhofsplatz die Gemüter weihnachtlich erleuchtet. 13 Meter hoch ist das elegante Plastik-Nadelgehölz.

Viel Stoff zum Schmachten.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Jedem seine Bay

DSC_8661 Kanal bei Vach resNatürlich wäre Zug fahren noch viel schöner, wenn zum Beispiel der IC von Kiel nach Nürnberg einen Stopp in Fürth einlegen würde. Ist nicht so, aber wenigstens macht der Zugbegleiter einiges wieder gut, weil er mit spürbarem Enthusiasmus verkündet, dass trotz Verspätung „der Anschlusszug nach Fürth, Bay, noch erreicht wird“. Staunen im Kreis der Passagiere. Wie jetzt? Fürth? Bay? Kein Zweifel, die Stimme aus dem Lautsprecher kündete von einer Bay, einer Bucht. Nix Bayerisches klang da an, auch nicht als lausige Kurzform.

Was im Grunde nur zwei Möglichkeiten zulässt. Entweder der Zugbegleiter stammt aus Kiel und kann sich nicht vorstellen, dass es eine Gegend ohne Förden, Sunde oder Meerbusen gibt. Oder er ist mit Leib und Seele Franke und mag das „B“-Wort nicht mal ansatzweise aussprechen.

Egal. Wir sagen: Jedem seine Bay. Und finden die unsere ganz mühelos bei Vach am Kanal. Passt doch.

 

Foto: Sabine Rempe

Hier fährt das Mamamobil ab

Junger FlitzerMachen wir uns nichts vor, aber mit ein bisschen Chrom hier und da laufen sie dir einfach nach. Die junge Dame, die so lässig durch die Unterführung am Fürther Hauptbahnhof gekurvt wird, präsentiert möglicherweises sogar die Zukunft des Automobils. Wir sagen nur: Autonomes Fahren.

Endlich hat man die Hände frei, muss nicht länger am Lenkrad kurbeln, sondern kann entspannt nach Keks oder, nun ja, Schnuller greifen.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat ja angekündigt, bis September Leitlinien für selbstfahrende Autos ausarbeiten zu lassen. Falls wir hier gerade eine Versuchsreihe in geheimer Erlkönig-Mission zu diesem Thema entdeckt haben, so scheint eine Erkenntnis schon jetzt klar zu sein: Alles läuft prima, wenn Mama hinterher kommt.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Zwillinge im Dreieck der Schwand

150123_hjw_markt3Ein bisschen Grün tut gut in diesen Tagen. Punkten kann dieser Grünkohl zudem mit seinen inneren Werten. Sein Vitamin-C-Gehalt ist so hoch, dass Apfelsinen nicht mithalten können. Nicht ganz auf der Höhe ist wohl auch der Schreiber, der auf einer Internet-Seite, die Studenten-Jobs vermittelt, Fürth mit jenen Zeilen anpreist:

„Das am Rande des Odenwalds gelegene Fürth bildet mit Nürnberg eine Zwillingsstadt und mit Erlangen ein Städtedreieck. Dort befinden sich gleich mehrere Hochschulen. Prominentes Beispiel ist die Universität Erlangen-Nürnberg, dank der Arbeitgeber hier qualifiziertes studentisches Personal, z.B. aus Schwand, Ronhof oder Dambach, finden können.“

Darauf einen Teller Grünkohl.