Immergrüner Baum in der Gustavstraße

Seit knapp zwei Jahren gleicht der Traditionsgasthof „Grüner Baum“ in der Fürther Gustavstraße jenem winterlich entlaubten Exemplar in seiner Nachbarschaft, das im Winterschlaf vor sich hinträumt: Nichts regt sich. Doch ein Ende des Leerstands ist abzusehen. Damit das historische Prachtstück von einem Wirtshaus wieder dem Schild gleicht, das unverdrossen das Gebäude ziert, soll im Frühjahr mit der Sanierung begonnen werden. Das Ziel heißt: Eröffnung bis Ende diesen Jahres.

Da blüht uns was Schönes!

Foto: res

Nur Superman ist hier von Pappe

MiniFunSie sind Superhelden – und kommen doch selten bis gar nicht zum Familientreffen zusammen. Aber es gibt einen Ort in diesem, unserem Universum, wo Deadpool, Hulk, Captain America und Clone Trooper friedlich beieinander stehen: In der Gustavstraße natürlich. Wo sonst, bitte?

Angezogen wurden die beeindruckenden Typen vom 20. Jubiläum des MiniFun Comicladens. Ein Umfeld, das ganz klar als natürlicher Lebensraum für Wesen dieses Schlags betrachtet werden darf. Fragt sich freilich, worüber plaudern Haudegen unter Luftballons? Wird etwa Superman, der echt nur von Pappe ist, mal so richtig durch den Kakao gezogen?

Oder warten die Draufgänger am Ende gar auf Wonder Woman? Die hat ihren leuchtend roten Einkaufsrolli augenscheinlich vor dem Schaufenster geparkt, ist vor dem Shoppen aber wohl noch mal kurz die Welt retten.

Bleibt tapfer, Jungs.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Drachen über Poppenreuth

GustavstraßeEs ist ja nicht so, dass wir den November lieben. Aber das Wetter sollte sich doch bitte nach dem Kalender richten. Die Deko einer Kneipe, die FN-Fotograf Hans-Joachim Winckler in der Gustavstraße entdeckte, fügt entschlossen zusammen, was nicht zusammengehört. Aloha-Sonnenschein-Gefühle und der Weihnachtsmann gehen auch hier nur zwangsläufig eine Beziehung ein. Still und leise, versteht sich.

In Poppenreuth macht man wenigstens aus der steifen Brise, die sich in die beunruhigende Wettermelange einmischt, das Beste. Gut, wenn man wie Jakob und Simon aus Kinderzeiten noch einen Drachen im Keller hat. Und, ja, er fliegt. Richtig gut sogar. Wenigstens das fühlt sich jetzt wie Herbst aus dem Bilderbuch an.

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Wer wird denn da an der Uhr drehen?

Zeitumstellung SchaltsekundeWenn man was geschenkt bekommt, muss man sich freuen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Sekunde dreht. Die gibt es heute Nacht gratis obendrauf, was ein bisschen an den Billigen Jakob auf der Kirchweih erinnert. Für das kleine Extra ist diesmal aber die Erde verantwortlich, die einfach rumtrödelt.

Fragt sich bloß: Was tun mit der Präsentsekunde? Man könnte zum Beispiel auf einen Sprung in den Stadtpark eilen und den Fast-schon-Vollmond über Fürth bewundern. Oder in der Gustavstraße einmal herzhaft Gähnen – lautlos, versteht sich. Wer zufällig ein Fahrrad zur Hand hat, kann von hier zum Rathaus radeln – die Zusatzsekunde müsste einen rund sieben Meter weit bringen. Wichtig ist vor allem, dass man kurz vor zwei Uhr einen guten Blick auf die Turmuhr hat. Dann sieht man nämlich  – nichts. Die Zeiger rücken erst einmal ungerührt weiter, weil solche Finessen ihnen einen Tick zu weit gehen. Freilich könnte man diese Tatsache auch für einen erstaunten Wimpernschlag nutzen, dafür müsste die Zeit reichen. Selbstverständlich kann man sich auch einfach ins Bett legen, verträumt das Extra genießen und sich einreden, dass Fürth heute Nacht ein bisschen länger schlummern darf.

Foto:  Julian Stratenschulte/dpa

Sag’s durch die Blume

GustavstraßeZeitungen und Magazine überschlagen sich in diesen Frühlingstagen mit Tipps für den Hausputz und werben für die Entrümpelung in den eigenen vier Wänden. Damit das angesammelte Zeug aus- und Feng Shui einzieht, gibt es tolle Ratschläge. Hier ist ein besonders gelungener Fall von Fürth Shui zu sehen: Statt in den Müll kamen in der Gustavstraße ausrangierten Sachen vor die Haustür, verbunden mit der Bitte, sich doch zu bedienen. Eine Aufforderung, die erhört wurde.

Zum Dank gibt es jetzt Tulpen. Für jeden eine. Warum steht mit Kleeblatt und Herz auf dem Zettel:

Gustavstraße

 

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Auf den Keks

Der Aufstieg schmeckt süß. Und endlich ist Naschen zur Pflicht geworden. Denn welcher Fan kann „Nein danke, ich bin auf Diät“ sagen, wenn ihm Zuckriges in Weiß-Grün angeboten wird? Eben. Jessica Kastrop hat aber augenscheinlich noch keinen Blick in Fürther Bäckereien geworfen.

Die Autorin, deren Beziehungsratgeber „Liebe in Zeiten der Champions League: Die besten Beziehungstipps für fußballgeplagte Frauen“ ab 2. Mai in den Buchhandlungen liegen wird, hat die Fürther sowieso noch nicht auf der Pfanne. Hier – und jetzt gut zu hören Frau Kastrop! – sind Frauen nicht fußballgeplagt. Hier wird gefeiert. Am Sonntag sowieso. Und wenn das nicht reicht, dann geht’s in der anschließenden Walpurgisnacht weiter. So ist das nämlich bei den Fürtherinnen.

Gebäcktechnisch sind wir ohnehin ganz weit vorn. Mögen sich romantischere Damen mit Blümchen-Orakeln herumschlagen – wir sagen es durchs Plätzchen. Unweit der Gustavstraße (Ja, dem ersten Zentrum des Fürther Aufstiegs-Frohsinns) gibt es zum Kaffee was Süßes. Einen Fuß-Keks und einen Pilz-Keks, zum Beispiel. Was das heißen soll? Ist doch klar: Solche Fußballratgeber brauchen Fürtherinnen auch in Zukunft so dringend wie . . . exakt!

Kein Eisberg in Woodstock

Natürlich gibt es keiner zu – aber wer ist noch nie in die Versuchung gekommen, den
eigenen Namen bei Google einzugeben? Hat doch was Erhebendes, wenn die
Suchmaschine ausspuckt, dass man  zum
Beispiel bei den „Sangesfreunden Rot-Blau“  im Vorstand sitzt.  Wusste man natürlich vorher auch schon. Aber
es ist doch fein, sagen zu können: „Guck mal Schatz, ich steh‘ im Internet.“

Richtig nett ist, was die Sucherei ergibt, speist man Google in diesen Tagen mit dem
Stichwort „Fürth“. Ehrlich, so viel Antworten gab’s noch nie. Allein mehr als 4000 Verweise auf Artikel in allen nur denkbaren Presseerzeugnissen tauchen auf.

Wer Muße hat, kann dann bei einem Münchner Blatt nachlesen, dass die mittlerweile schon
legendäre Aufstiegsnachtfeier etwas vom Festival anno 1969  in Woodstock hatte. Das gefällt. Ins Grübeln
bringen einen dagegen die Zeilen eines anderen Autors, der behauptet, in Fürth
seien „Bescheidenheit und Selbstkasteiung“ engste Verwandte. Und überhaupt könnte
man hier besser mit dem Untergang der Titanic umgehen, als mit dem Aufstieg.

Da sagen wir nur, erstens war der Mann nicht in Woodstock, äh, in der Gustavstraße. Und
zweitens kann er nicht am Waagplatz vorbeigekommen sein. Da gibt’s nämlich die
Lebenslust für drei Euro. Mit Herzchen kommt das Vergnügen auf schlappe vier
Euro. Das soll uns mal einer nachmachen.

Und weit und breit nervt kein einziger Eisberg.

Fürth zieht an

Mit überraschenden Entdeckungen ist es so eine Sache. Ryan O’Neal – für die Jüngeren: Das ist der Typ, wegen dem sich vor 41 Jahren die Mädchen bei „Love Story“ im Kino die Augen ausweinten – führte jetzt stolz einem TV-Team sein Schlafzimmer vor. Dabei kam eine erstaunliche Fundsache ans Licht: Ein echter Andy Warhol, der einst Farah Fawcett gehörte, mittlerweile auf schlappe 30 Millionen Dollar geschätzt wird und bislang als verschollen galt.

Das ist jetzt irgendwie dumm gelaufen für Ryan und hat eigentlich wenig mit Fürth zu tun. Außer, dass man auch hier Entdeckungen machen kann. Beim Bummel durch die Gustavstraße, nur so zum Beispiel. Da baumelt in einem Hof in der ersten Etage die Wäsche zwischen zwei Häusern zum Trockenen an der frischen Luft. Ein Anblick, den jeder Reiseführer, der etwas auf sich hält, als wunderbar pittoresk kennzeichnen würde. Pluspunkte gibt es obendrein in Sachen Umweltschutz. Und neugierige Naturen können sich ein genaues Bild über die textilen Vorlieben der Familie machen.

Wer jetzt allerdings meint, süffisante Bemerkungen zum Thema Fürth und Fortschritt unter Berücksichtigung nostalgischer Trocknungsmethoden machen zu müssen – den dürfen wir enttäuschen. Ein genauer Blick auf die Wäscheleine in luftiger Höhe enthüllt eine handwerkliche perfekte Lösung mit technischer Raffinesse. Durchdacht ist das System, das durch schlichtes Ziehen die Wäsche zum Rotieren bringt und so praktisches Auf- und Abhängen ermöglicht. Wertbeständig darf die massive, wetterbeständige Ausführung genannt werden.

Was lernen wir daraus? Wenn bei uns in Fürth etwas entdeckt wird, dann hat das keinen Grund, sich zu verstecken.

Sollten Sie mal drüber nachdenken, Mister O’Neal.

Ein trauriger Schwan

Ein schönes Haus in einem trostlosen Zustand - der Goldene Schwan.Neulich wieder durch die Gustavstraße geschlendert. Der Blick fällt auf frisch sanierte Häuser, da springt das Herz vor Freude. Ebenso am Grünen Markt, wo man gar nicht mehr glauben kann, dass sich hier vor Jahren eine Blechlawine durch die Stadt wälzte. Alles sehr hübsch, nur beim Anblick eines Gebäudes trifft dich jedes mal der Schlag. Weiter lesen