Ein Königreich im Vorgarten

Fasching ist und wer mag, kostümiert sich jetzt als Prinzessin, Cowboy oder Donald Trump. Irgendwas Verrücktes halt. Selbst Märchenkönige wurden in diesen närrischen Tagen schon gesichtet, neu und wegweisend ist allerdings, was in Stadeln zu entdecken ist: Hier hat sich ein Vorgarten als Traumschloss herausgeputzt.

Perfekter will nicht einmal Neuschwanstein erscheinen, das ein anderer großer Bauherr im fernen Füssen errichten ließ. Wir sagen stolz: Auch die Fürther Version ist einfach märchenhaft.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Ein sauberes Kunststück

Es ist an der Zeit, über eine viel zu wenig beachtete Kunst zu sprechen. Korrekt, es geht um die Wäscheständerhängung. Freunde der sogenannten „Petersburger Hängung“ – andere sprechen von geordnetem Chaos – werden jetzt vielleicht leise seufzen. Wir dagegen sehen auf diesem zufällig in der Südstadt entdeckten Exemplar die Schönheit von Farbfeldern, wie sie ein Piet Mondrian ersonnen haben könnte.

Kompliment: Das ist sauber gemacht.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Sag‘ zum Abschied leise „Wow“

Großer Bahnhof für Rudolf Maison. Der Bildhauer, der den Fürther Centaurenbrunnen schuf, steht derzeit im Historischen Museum seiner Heimatstadt Regensburg  im Zentrum einer großen Ausstellung. Seine Skulptur vor dem Fürther Hauptbahnhof ist ein Doppel-Denkmal und würdigt neben der ersten deutschen Eisenbahn auch die Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung in der Kleeblattstadt. In Regensburg ist das monumentale Werk nicht nur auf dem Plakat zur aktuellen Schau, sondern auch auf dem Titel des Katalogs zu bewundern.

Seit 1890 wird in Fürth jeder, der mit dem Zug anreist und aus der Bahnhofshalle tritt, von der Vorderseite des kraftstrotzenden Fabelwesens aus Mann und Pferd begrüßt.

Aber hatte man bei der Aufstellung überhaupt eine Wahl? Die Kehrseite? Ernsthaft jetzt? Nein.

Die beeindruckende Rückenpartie darf bewundern, wer sich auf den Weg zum Bahnhof macht, um Fürth auf dem Schienenweg zu verlassen. Da denken wir uns einfach mal gar nichts dabei und sagen nur zum Abschied leise „Wow“.

Foto: res

Kein Anschluss unter diesem Hashtag

Schneebotschaften sind eine feine Sache. Jeder kann sie sehen und dann verschwinden sie. Für immer. Ungespeichert.

Allerdings bleibt die Nachricht, die die Haube eines Wagens in Unterfarrnbach zierte, rätselhaft. Unter #LahmeLaube findet sich in den Weiten des Internets nämlich exakt – nichts.

Ganz anders sieht die Sache freilich aus, gibt man #LahmeEnte ein. Da überschlagen sich die Meldungen. Das lässt mehre Schlüsse zu. Der Schreiber im Schnee mag Enten, kann aber Alburnus Alburnus, einen karpfenartigen Fisch, der gemeinhin auch Laube genannt wird, nicht leiden. Oder: Er kennt vielleicht das Auto und weiß, was sich möglicherweise unter dem Weiß verbirgt. Rost, zum Beispiel. Hätte er aber #LahmeRostlaube geschrieben, wäre leider der schöne Stabreim futsch gewesen.

Der Schneetexter muss ein Schöngeist sein.

Foto: Wolfgang Händel

 

Immergrüner Baum in der Gustavstraße

Seit knapp zwei Jahren gleicht der Traditionsgasthof „Grüner Baum“ in der Fürther Gustavstraße jenem winterlich entlaubten Exemplar in seiner Nachbarschaft, das im Winterschlaf vor sich hinträumt: Nichts regt sich. Doch ein Ende des Leerstands ist abzusehen. Damit das historische Prachtstück von einem Wirtshaus wieder dem Schild gleicht, das unverdrossen das Gebäude ziert, soll im Frühjahr mit der Sanierung begonnen werden. Das Ziel heißt: Eröffnung bis Ende diesen Jahres.

Da blüht uns was Schönes!

Foto: res

Was übrig bleibt

Die Zeit zwischen den Jahren fühlt sich im besten Fall wie ein kurzes Atemholen an. Die Brücken zu 2016 sind eigentlich schon abgebrochen, bis die Raketen zu Begrüßung von 365 frischen Tagen funkeln, bleiben aber noch ein paar Stunden.

Im Recyclinghof an der Gebhardtstraße sind die Tage ebenfalls gezählt, im Frühjahr steht ein Umzug an. Trotzdem hat irgendjemand zusammengestellt, was Brauchbares übrigblieb. Vorbildlich, oder?

In diesem Sinn dann: Tschüss 2016 und auf ein gutes Neues!

Foto: Hans-Joachim Winckler

Vorfreude hoch drei

Die drei von der Feststelle auf der Fürther Freiheit wecken Vorfreude. Obwohl – die Chancen, dass wir bald durch frischen Schnee stapfen können, sind laut Wetterbericht nicht sehr groß. Der Weihnachtsmann lässt auch noch ein paar Tage auf sich warten. Was bleibt? Marc Vogel, der Gaukler vom Mittelaltermarkt, natürlich. Bis Freitag geht das bunte Programm hier und auf dem Weihnachtsmarkt weiter. Und dann, Kinder, wird’s was geben. . .

Foto: Hans-Joachim Winckler

Christkind im Anflug

Fürther Christkind Maria VogelDenkt euch, ich hab‘ das Christkind gesehen. Erst eins, dann zwei. . .

Heute schaute das neue Fürther Christkind Maria Vogel mit „Christkind-Mama“ Dorothea Trapp schon einmal kurz bei seinen irdischen Freunden vorbei. Das goldene Buch wurde aber noch nicht aufgeschlagen. Am Donnerstag, 24. November, um 17 Uhr, erklingt der Prolog zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts auf der Fürther Freiheit.

Wenn das kein himmlischer Endspurt ist.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Regenbogenbuntes Leuchten

CityCenterDas Einhorn wurde gerade zum „Fabeltier 2016“ gekürt. Dummerweise ist dieses regenbogenbunte Wippding im Fürther City-Center kein Einhorn. Das passt. Denn das City-Center ist ja auch nicht gerade der Nabel der Shoppingwelt – zumindest derzeit noch.

Vor der anvisierten Modernisierung sind hier Menschen, die einen Schaufensterbummel machen wollen, aus naheliegenden Gründen wie Einhörner. Oder haben Sie schon mal eines gesehen?

Bleibt das Leuchttier. Das macht auch in Blau eine gute Figur. Ist doch auch was Schönes.

CityCenter

Fotos: Hans-Joachim Winckler

 

Wer klettert, bekommt kein Foto

dsc_9475Wer vor lauter Selfie den Wald nicht sieht, der ist hier richtig. Im Fürther Stadtwald haben kunstsinnige Meister der Motorsäge eine durchdachte Station für Selbstporträtfotografen installiert. Beim Wildschweingehege in der Nähe des Hotels Forsthaus muss niemand mehr lange Arme machen, damit das Bild gelingt: Einfach Smartphone in den Fotomodus versetzen, das Gerät auf dem Holzpfahl postieren, hinter den Herzrahmen flitzen und – lächeln.

Aber: Bitte nicht klettern.

Foto: res