Sag‘ zum Abschied leise „Wow“

Großer Bahnhof für Rudolf Maison. Der Bildhauer, der den Fürther Centaurenbrunnen schuf, steht derzeit im Historischen Museum seiner Heimatstadt Regensburg  im Zentrum einer großen Ausstellung. Seine Skulptur vor dem Fürther Hauptbahnhof ist ein Doppel-Denkmal und würdigt neben der ersten deutschen Eisenbahn auch die Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung in der Kleeblattstadt. In Regensburg ist das monumentale Werk nicht nur auf dem Plakat zur aktuellen Schau, sondern auch auf dem Titel des Katalogs zu bewundern.

Seit 1890 wird in Fürth jeder, der mit dem Zug anreist und aus der Bahnhofshalle tritt, von der Vorderseite des kraftstrotzenden Fabelwesens aus Mann und Pferd begrüßt.

Aber hatte man bei der Aufstellung überhaupt eine Wahl? Die Kehrseite? Ernsthaft jetzt? Nein.

Die beeindruckende Rückenpartie darf bewundern, wer sich auf den Weg zum Bahnhof macht, um Fürth auf dem Schienenweg zu verlassen. Da denken wir uns einfach mal gar nichts dabei und sagen nur zum Abschied leise „Wow“.

Foto: res

Erschien in: Allgemein

Der Optimismus trug Orange

StadtmuseumEs war einmal eine Zeit, da freuten sich alle auf Post aus Fürth. Zweimal im Jahr erschien der Quelle-Katalog und verkündete nicht zuletzt, was modisch Sache war. Orange-kariert, zum Beispiel, oder Quietschgrün. In den 70ern scheute nachweislich keiner vor Farbe zurück. Der Mann von Welt legte sich den Hemdkragen lässig über die Schulter und machte sich zuvorkommend an der Jacke seiner Begleiterin zu schaffen.

„Erst mal sehen, was Quelle hat“ wurde 2009 schmerzlich Geschichte. Noch bis 14. Februar ist im Fürther Stadtmuseum die sehenswerte Sonderausstellung „Die Quelle – Fürther Versandhandel aus fünf Jahrzehnten“ geöffnet. An optimistischere Zeiten erinnert dort zum Beispiel eine Hör-Station mit dem Original-Quelle-Song, der 1993 für Kunden in der Telefon-Warteschleife abgespielt wurde: „Warum gibt es keinen Mann, den ich mir bestellen kann?“, fragt die Sängerin neckisch. Eine Jacken-Trägerin?

Bei dieser Nachfrage musste aber selbst die Versandhaus-Legende aus Fürth passen.

Foto: Hans-Joachim Winckler

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