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November 28th, 2011

Glatter Schnitt



Was wäre der Advent ohne die alten Bräuche, die diese Wochen zu etwas ganz Besonderem machen? Lange in Vergessenheit geraten war zum Beispiel das Kinderschmieden, das beim Poppenreuther Adventsmarkt gerade wiederbelebt wurde. Ein Schritt, der zu loben ist. Passt doch so ein handgeschmiedetes Kind hervorragend zur Schrankwand in Eiche rustikal. Und wenn es stimmt, dass die Super-Nanny demnächst ihre TV-Dienste einstellt, dann könnte aus der Kinderschmiede endlich adäquater Ersatz für den auf konventionellem Wege gefertigten Nachwuchs kommen. Stille Treppe? Nicht länger ein Thema.

Was das Schmiedekind rein akustisch von jenem Heimwerker unterscheidet, der dem Wunsch der Familie nachkommen und in einem Poppenreuther Vorgarten eine Lichterkette montieren wollte. Einem vorwitzigen Efeuzweig mit der Heckenschere zu Leibe zu rücken, war dabei das Werk von Sekunden. Die stimmungsvolle Bastelstunde im Keller, dauerte etwas länger – so ein durchtrenntes Lichterkettenkabel will sorgsam repariert werden.

November 21st, 2011

Nikolausbrille

Heute Nachmittag wurden in Poppenreuth Menschen gesichtet, die in der Novembersonne – bitte, wie das allein klingt: Novembersonne! – auf der Terrasse ihren Kaffee genossen. Inklusive Streuselkuchen. Nun gut, kuschelige Fleecedecken waren auch im Spiel. Trotzdem.

Mag sein, dass das jetzt Maulen auf hohem Niveau ist, aber wie soll’s einem bei diesem Wetter besinnlich im Gemüt werden? Nieselregen müsste gefälligst auf dem Programm stehen. Grau in Grau darf’s sein und im Wetterbericht können ruhig Wörter wie „garstig“ auftauchen. Ganz nebenbei sei auch die Frage erlaubt, womit man denn im Moment eine gescheite Novemberdepression begründen soll?

Die große Entscheidung lautet allerdings: Sonnst du noch oder schmückst du schon? Schließlich ist der erste Advent bereits in Rufweite. Ein paar unentwegte Zeitgenosse haben sich dem Kalender gebeugt und Lichterketten montiert. Andere können sich einfach nicht von den Geranien trennen, die sich tapfer im Balkonkasten festkrallen.

Nun kann man natürlich sagen, dass zum Beispiel in der Rosenstraße dekomäßig das Thema ohnehin eindeutig vorgegeben ist. Außerdem hat gerade ein Oberfranke bewiesen, dass ein bisschen Umdekorieren – Brille weg, Gel aus der Tolle gewaschen – auch keinen großen Unterschied macht.

Auf der Fürther Freiheit sieht das allerdings ganz anders aus: Da laufen sich auf dem Weihnachtsmarkt, der am 24. November eröffnet wird, schon die Nikoläuse warm – wenn es sein muss, spendieren wir den Jungs halt eine Sonnenbrille.