Krumm, aber gerade richtig

GastspielBei der Fürther Kunsthandwerkerin Sabine Scharf kommt zusammen, was so wahrscheinlich niemand erwartet hätte. Merkwürdigerweise wirkt das Ergebnis dann doch so, als müsste das Ganze genauso sein. Was auf jeden Fall ein Kunststück ist.

Vielleicht nicht ganz so einleuchtend präsentiert sich ein Schild in der Nürnberger Südstadt. Das unwiderstehliche Angebot liest sich so:

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Richtig, das wirft Fragen auf. Warum, nur so zum Beispiel, muss da einer offensichtlich erklären, dass „Nürnberger Gurken“ nicht aus Fürth sind? Wenigstens läuft die Ankündigung auf ein versöhnliches Ende hinaus: Krumm, aber gut.

Das ist gerade recht.

Fotos: Hans-Joachim Winckler/ res

Guck mal, eine Apfelschlange

Apfelmarkt Da staunste, oder? Obst ist nicht nur gesund, sondern macht sogar Spaß. Ausgefeilte Schältechnik macht’s möglich, dass ein Apfel plötzlich ausschaut wie die Schlange, die weiland Eva zum Obst riet. . .

Auf dem Fürther Apfelmarkt im Stadtpark gehörte heute keine Überredung dazu, kräftig zuzubeißen und kiloweise paradiesische Köstlichkeiten einzupacken. Perfektes Herbstwetter mit wärmenden Sonnenschein sorgten für einen Zulauf, der ein Vorbeischlendern an den Ständen nur dicht an dicht und Schritt für Schritt möglich machte. Was den Besuch zum entschleunigten Erlebniss werden ließ.

Falls es übrigens stimmt, dass jeder von uns im Jahr im Durchschnitt 33 Kilo Äpfel isst, dann haben die Fürther ihr Pensum heute jedenfalls übererfüllt. Gesunde Sache.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

 

Es waren einmal zwei Kannen

KaffeekannenHaste Töne? Nein, die Klavierkanne kann Kaffee, aber damit ist das seltene Stück in Sonja Zills Café „Klatsch“ in Burgfarrnbach in allerbester Gesellschaft. Gut und gerne 300 Kaffeekannen sind in den gemütlichen Räumen im Fritz-Rupprecht-Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt zu bewundern. Schlanke, runde, verschnörkelte, kuriose – bei Sonja Zill findet jedes Stück einen Ehrenplatz.

Wie sie zu ihrer außergewöhnlichen Galerie kam? „Meine Schwiegermutter hat mir zwei Kaffeekannen geschenkt, die habe ich hier dekoriert. Na, und dann kam ein netter Herr und sagte ,Ach, Sie sammeln, da habe ich auch was für Sie‘. Und so hat sich das verselbstständigt.“

Das ist inzwischen acht Jahre her und längst wird es ein bisschen eng auf Regalen und Fensterbrettern. „Ein paar dazugehörige Milchkännchen musste ich sogar aufhängen – aus Platzgründen“, lacht die Café-Chefin gut gelaunt. In Zeiten von Thermoskannen, Latte im Glas und Kapsel-Maschinen haftet ihrer liebenswerten Ausstellung die Erinnerung an eine Zeit an, als man eine „gute Tasse echten Filterkaffee“ mit Hingabe zubereitete und mit Aufmerksamkeit genoss. Diese wunderbare Epoche also, als man Togo nur und ausschließlich für einen Staat in Westafrika hielt. Und nicht auf die Idee kam, die ersehnte Koffeinzufuhr to go zu schlürfen.

Erinnerung spielt freilich auch bei Sonja Zill eine wichtige Rolle. „Um die einzelnen Kannen ranken sich ganz viele Geschichte und ich weiß eigentlich von jeder einzelnen, woher sie kommt.“

Am besten also, hinsetzen, zuhören und – Kaffee trinken.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Prinzessin vs Heldin

Michaelis-KirchweihDie Fürther Kärwa hat viele schöne Seiten, eine besonders praktische ist, dass bei Bedarf gleich ansprechende Orden und Ehrenzeichen zur Hand sind. Fürs fleißige Kuchen backen vor Sonnenaufgang darf sich Evelyn Liedtke jetzt zum Beispiel Prinzessin nennen. Ob die Auszeichnung, die Ehemann Jürgen überreichte, bloß für einen Tag gilt oder für länger, hängt natürlich allein davon ab, wie unwiderstehlich der Duft des Lebkuchens ist.

Der rosa Kuchenorden am Bande ist unbestritten eine hohe Ehre. Aber, sagt die frischgebackene Trägerin, die Aufschrift „Heldin“ wäre ihr lieber gewesen. Gab’s aber nicht.

Wir fordern deshalb: Heldinnen backen, aber pronto.

Foto: Hans-Joachim Winckler