Von Pfeilen und Hasen

DSC_8764Wohin der Pfeil führt? Wir wissen es nicht. Bislang wurde auf dem Parkplatz an der Erlanger Straße allerdings noch niemand gesichtet, der sich dank dieses Fingerzeigs eine blutige Nase holte oder die Karosserie seines Wagens umformte.

Zeitgenossen mit Überblick reagieren in diesem Fall wie Fürther, wenn sie Kai Pflaume im Hasenkostüm in der Fußgängerzone sichten – gar nicht.

Wie der Hase läuft, denken wir uns einfach.

Foto: Rempe

 

Sonnige Aussichten im Ronhof

RonhofStark bewölkt, Nieselregen und Temperaturen kaum über 5 Grad. Fürther Februarwetter löst keine Wonneschauer aus. Aber reden wir von ganz Fürth?

Nein. Im Ronhof leuchtet es sonnig. Der junge Rasen genießt die mobile Höhensonne und dankt mit kräftigem Höhenwachstum.

Ein schönes Bild. Man möchte ihm spontan und von Herzen Symbolcharakter zusprechen.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Wo führt das hin?

DSC_8759Der Zauber steckt immer im Detail. Das hat Theodor Fontane behauptet und deshalb nennen wir diese Ecke mit Stolz zauberhaft. Das Kleinod der Städtebaukunst findet sich noch nicht allzu lange dort, wo die Leipziger Straße in die Alte-Reutstraße mündet und hat etwas Unberührtes an sich. Was daher rühren mag, dass noch niemand gesichtet wurde, der diese vorbildlich gesicherte Stelle passiert hätte.

Aber warum sollte das auch einer tun? Anders als ähnliche Konstruktionen führt dieser Stieg schlicht nirgendwohin.

Aber ist das nicht eine wunderbare Gelegenheit, endlich wieder Christian Anders das Wort zu geben? Wir singen die Fürther Version seines Klassikers. Auf drei: „Es führt ein Weg nach Nirgendwo. . .“

Foto: Rempe

Fürth, wie es flaniert und telefoniert

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Heinrich Lotters Fotos sind ein Schatz – und immer für eine Überraschung gut. Zwischen 1900 und 1940 drückte er unzählige Male auf den Auslöser, während er durch Fürth flanierte. Seine Bilder sind heute im Stadtarchiv untergebracht. Auch die Aufnahme von den vier unternehmungslustigen Freundinnen, die nicht nur die blütenweiße Eleganz eines längst vergangenen Sommers vorführen, sondern beweisen, dass Fürth schon immer ganz weit vor lag. Oder hat die junge Frau rechts nicht etwa eindeutig ein Smartphone in der Hand, mit dem sie gerade telefoniert?

Ja. Schon gut. Kann gar nicht sein. Aber beweis‘ doch erst mal einer das Gegenteil.

 

Der Optimismus trug Orange

StadtmuseumEs war einmal eine Zeit, da freuten sich alle auf Post aus Fürth. Zweimal im Jahr erschien der Quelle-Katalog und verkündete nicht zuletzt, was modisch Sache war. Orange-kariert, zum Beispiel, oder Quietschgrün. In den 70ern scheute nachweislich keiner vor Farbe zurück. Der Mann von Welt legte sich den Hemdkragen lässig über die Schulter und machte sich zuvorkommend an der Jacke seiner Begleiterin zu schaffen.

„Erst mal sehen, was Quelle hat“ wurde 2009 schmerzlich Geschichte. Noch bis 14. Februar ist im Fürther Stadtmuseum die sehenswerte Sonderausstellung „Die Quelle – Fürther Versandhandel aus fünf Jahrzehnten“ geöffnet. An optimistischere Zeiten erinnert dort zum Beispiel eine Hör-Station mit dem Original-Quelle-Song, der 1993 für Kunden in der Telefon-Warteschleife abgespielt wurde: „Warum gibt es keinen Mann, den ich mir bestellen kann?“, fragt die Sängerin neckisch. Eine Jacken-Trägerin?

Bei dieser Nachfrage musste aber selbst die Versandhaus-Legende aus Fürth passen.

Foto: Hans-Joachim Winckler