Das Bein-Orakel von Fürth

WP_20140411_001 (1)Irgendjemand hat der Tagesschau Beine gemacht. Das wird uns sicher alle weiterbringen. Doch die Sensation kam nicht über Nacht, sondern wurde den Bundesbürgern schonend beigebracht – mit einem Paar ansehnlicher Beine ohne Kopf und Oberkörper, die sekundenlang auf dem Bildschirm auftauchten. Das war eine Woche bevor jedermann sehen konnte, dass ARD-Nachrichtenmoderatoren einen Unterkörper haben.

Was das mit Fürth zu tun hat? Nun, im City-Center sind gleich mehrere torsolose Beine aufgetaucht. Fotobeweis siehe oben.

Das muss doch einfach etwas Großes fürs City-Center bedeuten. Nächste Woche tut sich was.

Vielleicht.

 

Foto: Rempe

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Entschleunigung für Eilige

GastspielNett, oder? Der gemütliche Gruß aus der Zeit, die wir die gute alte nennen, fordert im Atelier von Sabine Neubauer in der Fürther Mathildenstraße gestresste Kunstpilger zum Einhalten auf.

Vielleicht stellt sich dabei die Muße ein, den kategorischen Imperativ für das Sticken einer aktuellen Kissen-Version zu entwerfen. Wie wäre es denn zum Beispiel mit: „#Entschleunige! #Aber sofort!“

Die Blumenranken schenken wir uns. Das dauert ja sonst ewig, bis das Ding fertig ist.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

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Fast forward Fürth

UnbenanntWann fängt die Zukunft an? In der nächsten Minute? Kommende Woche? Marty McFly aus der „Back to the Future“-Triologie hat sich festgelegt und damit ungezählten Fans des Kino-Superhits gerade einen Feiertag beschert. Just am 21. Oktober, so wird zum mindest im zweiten Teil behauptet, kommt der Knabe aus dem Jahr 1985 dank Zeitreise anno 2015 an.

Dank eines exklusiven Blicks auf das Armaturenbrett von McFlys DeLorean wird hiermit behauptet: Fürth ist noch ein bisschen mehr Zukunft als Zukunft überall sonst ist. In der Kleeblattstadt geht’s am 23. Oktober los.

Wer jetzt einwendet, wir seien damit etwas später dran als der Rest der Welt, sollte umdenken. Zwei Tage mehr bedeutet in diesem Fall schließlich zwei Tage mehr Zukunft. Klar?

Ein Alleinstellungsmerkmal, das man nutzen sollte. Hübsch wäre doch, nur so zum Beispiel, ein weiterer Beitrag für die aktuelle Werbekampagne der SpVgg: „Ich mach’s in Zukunft“

Wem diese Zukunft immer noch  zu bald beginnt, der kann auf der Website von Erik Rasmussen dank eines praktischen Generators ein anderes Datum festlegen. Das klappt prima, siehe oben.

Bis dahin sagen wir ganz entspannt: In Zukunft wird alles perfekt.

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Laub, lauter, Laublautbläser

imageWenn leis‘ die Blätter fallen, dann regt sich in empfindsamen Gemütern der Wunsch, alte Weisen und Lieder anzustimmen. Da wäre zum Beispiel Pete Seegers Song mit der einfühlsamen Zeile: „Wo sind all‘ die Besen hin, wo sind die Rechen geblieben?“ Gut, die deutsche Übertragung ist ein bisschen sehr frei (und hakt auch etwas im Versmaß), aber auf jeden Fall ist sie laut zu singen. Sehr laut.

Vielleicht stimmen noch ein paar andere mit ein. Obwohl, machen wir uns nichts vor – gegen die Liga der Laublautbläser kommen allenfalls noch ein paar Presslufthämmer an. Die sind nachweislich zumindest genauso laut.

Aber wer käme schon auf die Idee, dem Herbst mit einem Presslufthammer zu Leibe zu rücken?

Foto: Hans Winckler

 

 

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Ganz lieb auf den Hund gekommen

151012_hjw_kirchweih31Um herauszufinden, was des Pudels Kern ist, bemühte Johann Wolfgang von Goethe einst mehr als 30 000 Wörter. Das war fleißig. Aber es geht auch fixer. „Hab dich lieb“ hat der Kleine hier jetzt Weiß auf Lebkuchen bestätigt bekommen. Nicht ganz auszuschließen, dass ihm was Nettes auf Wurst lieber gewesen wäre. Aber in diesem Punkt tut sich sogar im weiten Rund der Kärwa-Stände eine echte Lücke auf.

Hunderassenkenner, die gerade tadelnd den Kopf schütteln, weil auf unserem Foto kein Pudel zu sehen ist, bitten wir um Verzeihung. Aber was können wir dafür, das der große Dichter einst nicht von des Maltesers Kern sprach?

Foto: Hans- Joachim Winckler

 


			
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Wie im Flug über die Kirchweih

Michaelis-KirchweihAbheben ist eigentlich ganz einfach. Eine Methode hat Peter Pan erfunden und die funktioniert so: Augen schließen. An etwas Schönes denken. Und losfliegen.

Wir denken an die Fürther Kärwa und – passt. Falls was schief geht, bleibt immer noch Plan B: Fahrschein kaufen, zum Beispiel in einen Sitz des Wellenflug vor dem Portal von „Unsere Liebe Frau“ klettern und beinahe völlig losgelöst genießen.

Wer die Bodenhaftung nicht aufgeben will, muss sich nicht langweilen, sondern darf in der Zwischenzeit überlegen, welche Füße wohin gehören. . .

Foto: Hans-Joachim Winckler

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Ein Ja-Wort in Weiß-Grün

Brautpaar auf der Fürther KirchweihDer schönste Tag im Leben soll unvergesslich sein. Sabrina und Andreas Sperlein haben deshalb auf ein paar ganz wichtige Punkte geachtet: „Wir haben den Termin im Standesamt extra so gelegt, dass Kärwa ist. Das passt einfach zu echten Fürthern.“ Deshalb führte heute ihr erster Weg als Ehepaar vom Rathaus in Richtung Kettenkarussell. „Vielleicht drehen wir damit später eine Runde, aber erst geht’s ‚Zu den sieben Schwaben‘ zum Essen. Das ist auch ein Stück Fürther Tradition.“

Wo sich die beiden kennengelernt haben? Was für eine Frage. „In der Gustavstraße natürlich.“ Ja, wo denn sonst?

Stilecht entschied sich der junge Ehemann übrigens für das perfekte Schuhwerk: Chucks in Weiß-Grün. Eine Krawatte mit modischen Streifen trug auch Trauzeuge Michael Scharrer. Keine Selbstverständlichkeit, sondern eine tolle Geste. Denn der 29-Jährige verriet: „Ich bin Nürnberger.“

Foto: Hans-Joachim Winckler

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Von der Eleganz der Siphonbürste

SiphonbürsteWir sind Kärwa. Das ist in Fürth in diesen Tagen nun wirklich keine Frage. Aber sind wir auch „immaterielles Weltkulturerbe„? Aber so was von!

Und ganz nebenbei – uns macht so schnell auch keiner was vor, wenn es um handfeste Materie geht. Nur mal angenommen, im Haushalt streikt der Abfluss. Ja und? Irgendwo im weiten Rund der Händlerstände, deren Epizentrum in der Moststraße zu sein scheint, werden sie liegen. Die Problemlöser.

Aber wir lernen, die Dinger heißen jetzt nicht einfach „Abflussputzer“ oder „Dreckwegmacher“. Nein, weil Kirchweih ist, nennen sie sich „Siphonbürsten“ (unbedingt mit leicht geschürzten Lippen und dezent nasaler Betonung sprechen). Warum? Na, weil wir ja auch nicht in der Kittelschürze auf die Kärwa gehen. Deshalb. Ein bisschen Eleganz darf nämlich fei schon sein.

Das war schon immer so und muss, bitte schön, auch so bleiben.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

 

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Alle Wetter, die Kärwa

Michaelis-KirchweihJa, ja. Schon gut. Es regnet. Aber kann das Kirchweihgeher berühren? Selbstverständlich nicht.

Schließlich schmecken die gebrannten Mandeln immer süß. Ganz zu schweigen von dem besonderen Reiz, den ein roter Zuckerapfel entfaltet, wenn er unter dem Regenschirm enthüllt wird.

Auch heute wieder haben ungezählte kleine und große Entdecker herausgefunden: Die Fürther Kärwa ist ein All-Wetter-Spaß. Klingt märchenhaft. Ist aber so.

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Fotos: Hans-Joachim Winckler

 

 

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