Kunst im öffentlichen Raum

 Ist das Kunst? Oder kann das bestiegen werden? Sollte man mal mit Reinhold Messner diskutieren.

In der Fürther Hornschuchpromenade ist die Frage freilich müßig. Klettern auf Kunst ist verboten. Wo kämen wir denn da auch hin?

Wenn nun trotzdem beim Betrachter eine gewisse Unsicherheit oder ein Bedürfnis nach handfesten Argumenten für etwaige Diskussionen besteht („Die Installation lässt ein tiefes Verständnis für die allgegenwärtige Situation im Hornschuch-Universum erahnen und berührt mit tief empfundenem Gespür für die Gegenwart der gezähmten Natur im urbanen Raum . . .“), dann ist das nur allzu verständlich. Erwähnt werden müsste deshalb vielleicht, dass die Kunstwerke bereits abgebaut wurden.

Ein Problem, das aber mühelos umschifft wird, sobald wir das Schild als solches zum Kunstwerk erklären.

Was hiermit geschieht.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Orange und prall am Wegesrand

KürbisSeit wann gehören Kürbisse eigentlich zum Herbst wie feuchte Socken in Gummistiefeln? Sie seien eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, behaupten Eingeweihte. Aber war früher wirklich immer so viel Kürbis wie heute?

Sie sehen jedenfalls gut aus, so prall und farbenfroh. Im Suppentopf entfalten sie innere Werte, die einfach lecker sind. Ein Glück, dass es die Schwergewichte in und um Fürth – diese stehen an der Staatsstraße Richtung Cadolzburg Spalier – auch in handlichem Format gibt. Fragt sich nur, wieso die praktischen Kleinkürbisse auf den Namen Hokkaido hören? Abgelehnt werden muss die Vermutung, die Tischordnung habe hier Pate gestanden („Hokka i do, dann hokkst du do“). Dann also doch Japanisch?

Egal. Es ist Herbst und die Kürbisse sind da. Muss wohl so sein.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Dieser Anschluss kündet von der Kärwa

 Manche mögen sagen, das hier sieht wie ein Wald- und-Wiesen-Wasser- und Stromanschluss aus, der merkwürdigerweise mitten im Grünen steht. Fürther wissen, das ist mehr. Viel mehr. Jetzt ist nämlich der Beweis erbracht: Sie ist nah. Die Königin der Kirchweihen.

Diese Anschlüsse auf dem Rasen unterhalb der Ludwigsbrücke künden vom Nahen der Wohnwagen und Unterkünfte der Schausteller. Am 3. Oktober geht es endlich richtig los. Ein Glück, die Tage bis dahin kann man wirklich schon an zwei Händen abzählen.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Jedem seine Bay

DSC_8661 Kanal bei Vach resNatürlich wäre Zug fahren noch viel schöner, wenn zum Beispiel der IC von Kiel nach Nürnberg einen Stopp in Fürth einlegen würde. Ist nicht so, aber wenigstens macht der Zugbegleiter einiges wieder gut, weil er mit spürbarem Enthusiasmus verkündet, dass trotz Verspätung „der Anschlusszug nach Fürth, Bay, noch erreicht wird“. Staunen im Kreis der Passagiere. Wie jetzt? Fürth? Bay? Kein Zweifel, die Stimme aus dem Lautsprecher kündete von einer Bay, einer Bucht. Nix Bayerisches klang da an, auch nicht als lausige Kurzform.

Was im Grunde nur zwei Möglichkeiten zulässt. Entweder der Zugbegleiter stammt aus Kiel und kann sich nicht vorstellen, dass es eine Gegend ohne Förden, Sunde oder Meerbusen gibt. Oder er ist mit Leib und Seele Franke und mag das „B“-Wort nicht mal ansatzweise aussprechen.

Egal. Wir sagen: Jedem seine Bay. Und finden die unsere ganz mühelos bei Vach am Kanal. Passt doch.

 

Foto: Sabine Rempe

Alles auf Anfang

Timo Russu resMorgen, sagt Timo, geht er noch mal hin. Der erste Schultag hat ihm gefallen. Die Lehrerin ist nett, das Klettergerüst auf dem Pausenhof vielversprechend und sein Platz („ganz vorne und ganz Mitte“) im Klassenzimmer gefällt ihm.

Die erste Hausaufgabe ist mittlerweile erledigt. Die Schultüte musste gemalt werden, ging Ratzfatz mit den neuen Buntstiften. Jetzt freut er sich aufs Rechnen: „Das kann ich nämlich schon.“

Sind Anfänge nicht was Wunderbares?

Foto: Sabine Rempe

 

 

Eine Frage der Erkenntnis

IMG_3693 derby resSonntag ist Derby-Tag. Wer vor dem Anpfiff nach St. Christophorus zum Gottesdienst will, kann die Kirche zu Fuß über die Alte Reutstraße von der Dieselstraße aus erreichen. So weit, so klar. Bis auf die Tatsache, dass das Gotteshaus ja nun mal mitten im abgesperrten Sicherheitsbereich liegt. Für die besorgte Anruferin aus dem Pfarrbüro gab es bei der Polizei die Auskunft, dass man am Zugang zur abgeriegelten Zone schon erkennen werde, ob man Fußballfans oder Kirchgänger vor sich hat.

Das ist beruhigend, wirft aber doch Fragen auf.

Was, wenn der Gottesdienstbesucher in spe in modischem Weiß-Grün auftaucht? Sein Gebetbuch vergessen hat? Oder gar Fan ist und vor der Begegnung himmlischen Beistand sucht?

Vielleicht hilft die Bibel weiter. 2. Timotheus 2,19 bietet sich an: „Der Herr kennt die Seinen.“

Mal gespannt, ob’s funktioniert.

 

Foto: Sabine Rempe

 

 

Schöner Parken

IMG_3691 one parkhaus resParkhäuser sind selten Orte, die zum Träumen verführen. In Fürth ist das anders. Denn in der Friedrichstraße helfen nicht länger nur sachliche Bezeichnungen wie „Ebene D“ dabei, den Wagen wiederzufinden. Jetzt reicht es, wenn man sich schlicht Marken merkt. Die Auswahl reicht von der Goggo- über die Isetta- bis hin zur Koenigsegg- und E-Type-Ebene.

Herzig wird diese Mischung aus Auto-Quartett und Memory dank kleiner Zeichnungen. Unverkennbar etwa der DS auf Etage C, eine französische Schönheit und vielleicht eines der elegantesten Fortbewegungsmittel, das je vom Band lief.

Traumhaft wie gesagt. Wobei – nett ist eigentlich auch der Gedanke, dass man später keines dieser automobilen Luxusgeschöpfe durch die üblichen Parkhauswindungen steuern muss.

Foto: Sabine Rempe

 

Springt in Stadeln eine Katze über den Zaun. . .

katze stadeln res 02.09.2015Sie sind unter uns. Lautlos. Samtpfötig. Schmusig. Jawohl, Katzen. Während wir uns noch einbilden, dass wir wenigstens als Dosenöffner und Nackenkrauler eine Rolle im schnurrigen Dasein spielen, lachen sie sich wahrscheinlich schlapp. Über uns natürlich. Als Beweis muss die simple Tatsache dienen, dass Katzen längst das Internet in ihrer Gewalt haben. Wir sagen nur: „Cat-Content“.

Nichts, wirklich nichts, bekommt so viel virale Aufmerksamkeit wie irgendwelche Katzen, die Sachen machen. Ein Trend, dem sich anscheinend niemand entziehen kann.

Wir auch nicht.

Foto: Sabine Rempe

Kunst am Bau

DSC_8671 rempeIst diese Installation schon Kunst? Oder thront hier die vielleicht hochherrschaftlichste Ausführung einer notwendigen Anlage? Eleganter als in der Erlanger Straße kann man wohl kaum zu einem solchen Kasten schreiten. Ins Auge fällt nicht nur die kühne Linienführung des Geländers. Schön, dass man nicht gespart, sondern an beidseitige Sicherheit beim Besteigen der Treppe gedacht hat. Optimal darf die Farbgebung genannt werden. Das Aufmerksamkeit heischende Weiß-Rot der vertikalen Geländerstangen greift einfühlsam die Gestaltung der Hydrantenhinweistafel auf. Das kräftige Gelb der Erdgasmerker wird sich nun bald im Herbstlaub wiederfinden. . .

Das klingt allzu poetisch? Ja, wie soll man denn bei einem solchen Anblick nüchtern bleiben?

Foto: Sabine Rempe