Wer wird denn da an der Uhr drehen?

Zeitumstellung SchaltsekundeWenn man was geschenkt bekommt, muss man sich freuen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Sekunde dreht. Die gibt es heute Nacht gratis obendrauf, was ein bisschen an den Billigen Jakob auf der Kirchweih erinnert. Für das kleine Extra ist diesmal aber die Erde verantwortlich, die einfach rumtrödelt.

Fragt sich bloß: Was tun mit der Präsentsekunde? Man könnte zum Beispiel auf einen Sprung in den Stadtpark eilen und den Fast-schon-Vollmond über Fürth bewundern. Oder in der Gustavstraße einmal herzhaft Gähnen – lautlos, versteht sich. Wer zufällig ein Fahrrad zur Hand hat, kann von hier zum Rathaus radeln – die Zusatzsekunde müsste einen rund sieben Meter weit bringen. Wichtig ist vor allem, dass man kurz vor zwei Uhr einen guten Blick auf die Turmuhr hat. Dann sieht man nämlich  – nichts. Die Zeiger rücken erst einmal ungerührt weiter, weil solche Finessen ihnen einen Tick zu weit gehen. Freilich könnte man diese Tatsache auch für einen erstaunten Wimpernschlag nutzen, dafür müsste die Zeit reichen. Selbstverständlich kann man sich auch einfach ins Bett legen, verträumt das Extra genießen und sich einreden, dass Fürth heute Nacht ein bisschen länger schlummern darf.

Foto:  Julian Stratenschulte/dpa