Höchste Eisenbahn für den Weihnachtsmann

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Es gehört zu den Geheimnissen von Weihnachten, dass es immer so plötzlich kommt. Gut, es gab Anzeichen. Das muntere Treiben auf der Fürther Freiheit, zum Beispiel. Dieser kolossale Lichterbaum am Centaurenbrunnen. Die kurzweilige Budenpracht am Waagplatz. Die opulente Deko im City Center.

Trotzdem.

Vom Überraschungseffekt kann auch die freundliche Frau in der Post am Bahnhofsplatz ein besinnliches Lied singen. Kunde für Kunde tritt an ihren Schalter. Brief, Päckchen und Paket werden vor ihr abgelegt und jeder hat nur eine einzige Frage: „Kommt das noch vor Weihnachten an?“ Zuvorkommend errechnet die Frau Wahrscheinlichkeiten, riskiert Prognosen. Kurz vor Feierabend hat sie dann selbst eine Frage: „Kann nicht mal Anfang Dezember in der Zeitung stehen, dass die Feiertage wieder am 24. Dezember beginnen?“

 

White Christmas gepfiffen

Weihnachten

561 000 Ideen hat Google, gibt man das Stichwort „Weihnachts Outfit“ ein. Fürther können sich das schenken. Das Modell, das in der Fußgängerzone zu bewundern ist, zeichnet flauschige Eleganz aus. Einfühlsam ist hier nicht zuletzt das Thema weiße Weihnacht gelöst. Daraus soll nämlich mal wieder nichts werden. Schuld daran sind Atlantikluftmassen, sagen Wetterkundler. Wer sich für das samtige Fürther Ensemble entscheidet, kann den damit verbundenen lauen Temperaturen getrost trotzen. Die Ärmel – aufgemerkt – fallen nämlich ab, zieht man an den kessen Schleifen.

Wenn da nicht selbst Bing Crosby auf sein „White Christmas“ pfeifen würde.

Besinnlich ab durch die Mitte

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Deko ist Willenssache. Oder wer möchte bestreiten, dass alles ein bisschen nett und besinnlich glänzen kann, wenn man sich nur Mühe gibt? Fürth jedenfalls, darüber dürfte ja wohl hoffentlich Einigkeit bestehen, guckt in Sachen festlich geschmückte Fußgängerpassage keinesfalls in die Röhre.

Glitzern mit Gauklern

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Weihnachtsmarkt und mittelalterliches Treiben harmonieren in Fürth Seite an Seite. Marc Vogel, alias Gaukler Oscar, zeigt persönlich, wie man sich das vorstellen darf. Noch mehr Futter für die Fantasie verbreitet der Mann, der laut eigenem Bekunden „fast alles anzündet“, wenn er mit schöner Regelmäßigkeit die Fürther Freiheit funkeln lässt – ganz egal, wie das Wetter ist. Ein Zugeständnis an die vorüberziehende Regenfront gibt es allerdings doch: Nicht heute, sondern Freitag, 19. Dezember, soll es noch mehr Glanz geben: Ab 19.30 Uhr ist  dann „Sternenzauber“ mit festlichem Barockfeuerwerk am Paradiesbrunnen angesagt.

Dann lass‘ mal glitzern, Oscar.

Wenn der Nikolaus kommt

Nikolaus

Alle Jahre wieder zieht er am 6. Dezember durch die Lande. In Köln gab es jetzt sogar eine Nikolaus-Ausbildung, für alle, die in das traditionelle Kostüm schlüpfen wollen. In Fürth weiß Pfarrer Rudolf Glauche von der St. Nikolaus-Pfarrei mehr über diesen Gedenktag: „Nikolaus war ja Bischof in Myra, in der heutigen Türkei. Es ist interessant, dass es einen Mann gegeben hat, der über Jahrhunderte nicht vergessen wurde, sondern bis in unsere Tage als Vorbild dient.“ Sein Einsatz für Menschen in Not habe sich in zahlreichen Legenden niedergeschlagen.

Gar nicht freuen kann sich Rudolf Glauche über Schokofiguren im Weihnachtsmann-Outfit. „Das ist eine rein kommerzielle Erfindung, hinter der überhaupt keine Aussage steht. Ich hoffe sehr, dass der Nikolaus nicht davon verdrängt wird.“

Foto: Hans-Joachim Winckler

Süßer die Engel nie klingen

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Engel im Anflug auf Fürth. Mag auch die Zukunft des City Centers nach wie vor im Dunkeln liegen – die Deko jedenfalls lässt sich nicht hängen. Auf güldenen Trompeten blasen die Putten und schimmernde Weihnachtskugeln spiegeln jeden Besucher.

Auf dem nahen Weihnachtsmarkt hat Lena Boog als Fürther Christkind dazu aufgefordert, im Advent Zeit für Besinnlichkeit einzuplanen. Wie dieser Bitte nachgekommen wird, haben Passanten den FN verraten: „Strategien für die Suche nach Besinnlichkeit“

Foto: Hans-Joachim Winckler