Gelb geklebt an der Ronhofer Seenplatte

Ankleben verboten

Ist es nicht schön, wenn man nicht viele Worte machen muss, weil ein treffender Name alles sagt? Nehmen wir das Weinfest. Das ist zum Weinen. Umbenennung überflüssig. In Sachen Kino empfiehlt sich in Fürth derzeit freilich von Lichtspielhaus zu sprechen. Warum? Weil auf dem Grundstück für den geplanten Neubau in der Gebhardtstraße im Augenblick allenfalls Lichtspiele zu beobachten sind.

Eine Spur übereifrig erscheint dagegen der Aufkleber an jenem in jeder Beziehung eindeutigen Exemplar eines Fürther Briefkastens. Ankleben verboten? Einwerfen erlaubt? Geht klar.

Nicht ganz so offensichtlich ist dagegen die Lage nach dem wasserreichen Gewitter in der Alten Reutstraße. Erstaunlicherweise gewinnt hier der Begriff „Verkehrsinsel“ eine ganz neue Bedeutung. g

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Farblose Abende

Friedrichstraße res

Es ist vorbei. Und auf einmal sind die Abend so, nun ja, unverplant. Die Fahnen, die Nagellackflaschen in Schwarz, Rot und Gold, das können wir alles wegpacken. Nur Emil, der Dackel von gegenüber, flitzt noch immer stolz mit einem dreifarbigen Halsband rum. Weltmeister steht drauf. Nur so zur Erinnerung. Als wenn wir das vergessen könnten.

Bis es ab 2. August mit dem Kleeblatt wieder rund läuft, bleibt uns eigentlich nur eines übrig: Wir sorgen dafür, dass Emil was Hübsches in Weiß-Grün bekommt und lassen uns die Sonne ein bisschen auf den Kopf scheinen.

Die Dame in der Friedrichstraße macht vor, wie’s geht.

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Guido und der Kartoffelsalat

Umfrage

Gut, dass wir nicht abergläubisch sind. Wir ziehen einfach nur zu jedem Spiel unserer Jungs dasselbe T-Shirt an, schmücken das Wohnzimmer mit dem alten Poster von Guido Buchwald (der hat schließlich 1990 im Finale Maradona so wunderbar entzaubert)  und verlangen, dass Wienerle mit Kartoffelsalat auf dem Tisch stehen. Dann wird alles gut. Weil das schon immer so war.

Eine Spur abergläubisch sind allenfalls die Statistiker, die zum Beispiel nachgerechnet haben, dass der vierte Stern bislang immer exakt 24 Jahre nach dem dritten errungen wurde (Italien, Brasilien).

Tipps, um dem Glück heute Nacht ein klein bisschen auf die Sprünge zu helfen, gibt es hier: „Augen zu, Glückskäppi auf und Daumen fest gedrückt“

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Bestrickender Sommer

Kirchenplatz Fürth

Hurra. Es ist Sommer. Zweifel ausgeschlossen. Denn das Tier ist aufgetaucht. Nur zur Erinnerung. Zur warmen Jahreszeit gehört unabdingbar ein Lebewesen, das a) gefährlich und/oder niedlich ist. Vor allem aber b) für längere Zeit untertaucht. Wer erinnert sich nicht gerne an Kaiman Sammy oder Kuh Yvonne? Jetzt ist es wieder passiert. Im Dechsendorfer Weiher, genauer am südlichen Rand des Kleinen Bischofsweihers, ward eine Schnappschildkröte gesehen. Immerhin soll sie rund fünfzig Zentimeter groß sein.

Dass das flüchtige Biest mit der beeindruckenden Kauleiste prompt Suárez benannt wurde, wundert nicht. Die Würdigung des bissfesten WM-Spielers aus Uruguay war nachgerade zwingend. Verwunderlich dagegen, dass Fürth den Kürzeren zieht. Dabei ist am Kirchenplatz bereits vor einiger Zeit ein Wesen aufgetaucht, das bestrickenden Charme entwickelt. Seine Frisur spricht für sich. Wir werden es Jogi nennen.

Soll Suárez doch den Schnabel fletschen.

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Lernen für Fans

G Fußball macht Schule. In der Grundschule am Kirchenplatz zum Beispiel. Da laufen auch Schulleiterin Claudia Meier-Niklis und Kollegin Regine Hofmann im perfekten Outfit im Klassenzimmer ein. Die Schülerinnen und Schüler achten auf Details. Nagellack in Schwarz-Rot-Gold wird von den kleinen Fans begeistert aufgenommen. Selbst der Stoff hat plötzlich etwas Spielerisches. „Wir haben immer einen Satz des Tages“, verrät Claudia Meier-Niklis. In der Deutsch-Lerngruppe von Regine Hofmann hieß der hoffnungsvoll zum Viertelfinale: „Heute schießt der Stürmer mit dem rechten Fuß den Ball in das Tor.“

Da sagen wir doch: Ja, bitte. Tu das.

Aber vorher bitte die Namenwörter unterstreichen. Mit Lineal.