Freundlich in Fürth

Plaudert eigentlich noch irgendjemand aus dem Nähkästchen? Im Atelier von Isil Geyer in der Theaterstraße hat jedenfalls schon der ein oder andere die Ohren gespitzt. Im Grunde fehlen da jetzt nur noch ein paar gute Geschichten für eine ordentliche Plauderei.

Wie wäre es zum Beispiel damit: Es ist Mitternacht im Ronhof. Gerade einmal zwei Wagen fahren durch die Nacht. Warum die ausgerechnet ineinander krachen, ist sicher eine spannende Frage. Aber es passiert eben. Heftig. Irgendjemand ruft die Polizei. Ein Krankenwagen kommt auch, wird aber glücklicherweise nicht benötigt. Die beiden Fahrer stehen jetzt im Nieselregen vor dem Polizeiwagen und machen die üblichen Angaben zur Person. Kalt ist es und sehr ungemütlich. Genau in diesem Augenblick tritt ein älterer Mann aus einem Haus ganz in der Nähe. Er trägt eine Thermoskanne und ein paar Tassen. „Ich hab’s rumsen gehört und gesehen, dass Sie hier stehen. Da habe ich gedacht, Sie können sicher alle einen heißen Tee brauchen und schnell einen aufgesetzt.“

Ein liebenswerter Fall für die Rubrik „Freundlich in Fürth“ ist ganz sicher auch der nette Mensch, der bei seinem Spaziergang am Main-Donau-Kanal ein gestreiftes Schmusetier gefunden hat. Wer jemals erlebt hat, welche herzzerreißenden Dramen der Verlust eines  Kuschelwesens herauf beschwören kann, ahnt, was sich in irgendeinem Kinderzimmer abgespielt haben mag. Der wissende Spaziergänger ging an die Arbeit: Fotografierte den verlorenen Teddy und fertigte Fahndungszettel, die er anschließend sorgfältig in Klarsichthüllen verpackt, am Wegrand verteilte.

Jetzt ist ein Happy End für Kind und Bär möglich geworden. Und irgendwie haben wir gerade das Gefühl, dass auch das noch gelingt.