Auf eine Zigarre


Hallo, schön Sie zu sehen. Und, bevor wir es vergessen: Schöne Augen haben Sie.

Na? Sitzen Sie jetzt mit einem strahlenden Lächeln vor dem Bildschirm? Nicht? Schade, war ein Versuch. Schließlich hieß es doch gerade erst in einer FN-Umfrage, dass in Fürth Komplimente über schöne Augen besonders gerne gemacht und gehört werden.

Ein anderer Fürther, der am 4. Februar vor 116 Jahren geboren wurde, wäre wahrscheinlich lieber für seinen exquisiten Zigarrengeschmack gelobt worden. Was Ludwig Erhard mit Vorliebe anbrannte, ist heute im Stadtmuseum zu bewundern. Immerhin liegt da ein edles Stück aus kubanischer Manufaktur, das dem Wirtschaftswundermacher gehörte.

Bis zu zwanzig Zigarren soll Erhard in politisch besonders stressigen Phasen geraucht haben. Täglich. Das haben zumindest Eingeweihte – oder waren es gar Eingeräucherte? – behauptet. Heute hätte der Fürther, der es bis zum Bundeskanzler brachte, mit diesem Hobby ein Problem.

Er käme nämlich gar nicht zum Regieren. Nur einmal angenommen, Erhard hätte am Tag zu zehn Doppel Corona gegriffen. Dann müsste der Gute heute rund zehn Stunden vor seinem Büro auf der Straße stehen und paffen, bei einer durchschnittlichen Rauchzeit von einer Stunde pro Zigarre.

Nicht auszuschließen, dass der Staatsmann, der hinter dem Rathaus aufwuchs, es dann beim Wundern über die Wirtschaft seiner Heimat belassen hätte. Wie sehr Ludwig Erhard diese Stadt augenscheinlich im Herzen trug, besagt dieser schöne Satz von ihm: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der nicht immer neue Bedürfnisse hat.“

Wie gesagt, der Mann war Fürther.

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