Gut gebrüllt, Schnöwe

Die Eskimos, so wurde mal behauptet, kennen hundert Wörter für Schnee. Das klingt einleuchtend. Wenn man dauernd auf Weiß in Weiß guckt, denkt man sich dann nicht aus reiner Langeweile ein paar neue Begriffe für das Zeug aus?

Bloß dumm, dass die These mit den hundert Wörtern längst als Schnee von gestern entlarvt wurde und getrost ins Reich der Legenden verfrachtet werden kann. Relativ frisch ist dagegen, dass die Eskimos heute Inuit genannt werden sollen, ein schöner Begriff, der nichts anderes als Menschen bedeutet.

Die Inuit von Fürth durften heute morgen staunen. Der Wetterbericht („. . . mäßiger Schneeregen im Laufe des Tages“) hatte nicht ganz recht behalten. Tatsächlich verführte die üppige weiße Pracht  so manchen, den Schnee mit Ausdrücken zu belegen, die die Freunde im hohen Norden möglicherweise rot werden lassen.

Wer aber nicht zum Warten auf den Bus verdonnert war oder den Wagen mühsam freischaufeln musste, um dann im Stau zu stehen, der hatte die Chance, im Stadtpark seltene Schnengel und Schnöwen in freier Wildbahn zu bewundern.

Ein Anblick, für den einem nicht hundert Namen einfallen. Aber einer: Schee ist er, der Schnee.