Keine Chance dem Drötel

Alles muss raus. Auch der Drötel. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen radikal. Macht aber Mut. Immerhin haben englische Wissenschaftler gerade herausgefunden, dass 88 Prozent der guten Vorsätze fürs neue Jahr fallen gelassen werden. Und zwar innerhalb der ersten beiden Januarwochen. Insofern dürfte so eine nach perfekter Ordnung heischende Drötel-Drohung wie diese, die ein Fürther Hoftor zierte, in der dritten 2013er Woche als Erfolg gelten.

Der freundliche ältere Herr, der jetzt in der Fußgängerzone ein Modegeschäft betrat, hatte allerdings eine andere Mission. Er wollte nichts loswerden. Ganz im Gegenteil. „Haben Sie meine Frau gesehen“, erkundigte er sich höflich bei der Verkäuferin. Die musste passen, nicht zuletzt, weil sie weder den Herrn, geschweige denn die dazugehörige Ehefrau kennt. „Aber“, half die hilfreiche Fachfrau aus, „in den beiden Umkleidekabinen sind zwei Damen.“ Der ältere Herr nahm seinen Mut zusammen und rief ein vorsichtiges „Schatz?“ in den Laden.

Zwei Köpfe tauchten aus den schützenden Vorhängen der Kabinen auf. Man beäugte sich. Die Köpfe verschwanden und der Suchende beschied energisch: „Die will ich nicht.“ Nach einem allseits freundlichen Abschied hatte der Mann nur noch eine Bitte an die Verkäuferin: „Wenn meine Frau vorbei kommt, sagen Sie ihr, ich bin schon mal vor.“

Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, dass die Gesuchte bei ihrem einsamen Shopping-Bummel nicht irgendwo neuen Drötel besorgt hat.

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