Anonymer Schlummerer

Schön, wenn einer was zu lachen hat. Der anonyme Schlummerer hier grinst sich eins im Schatten von Fürths florentinisch anmutendem Rathaus. Ein Narr, der sich jetzt Böses dabei denkt. Ja, schon gut, die Maske zeigt die Züge eines Mannes, dem schon vor 406 Jahren das Grinsen verging. Guy Fawkes wollte das englische Parlament in die Luft jagen. Den König vom Thron stürzen. In diesen Tagen ist sein Konterfei bevorzugt dabei, wenn protestiert wird.

Die Fürther Variante hat dagegen etwas ungemein beruhigendes. Jetzt mal im Ernst. Kann einer rabiat werden, der sein Haupt zwischen Hirschen und Fellrolle auf Satin bettet? Besser gesagt: Auf rotem Satin.

Also bitte. Da wird Schaufenstergestaltung doch nachgerade zur Kunst. Was uns der Künstler sagen will? Vielleicht das: Wer im Dunstkreis des Rathauses schläft, sündigt nicht.

Liebe, so lecker

Es soll sensible Naturen geben, denen Werbesprüche schwer auf den Magen schlagen. Wer kann denn auch frohlocken, wenn ihm ein „Geiz ist geil“ um die Ohren gehauen wird? Jauchzen über „Unterm Strich zähl ich“ können vielleicht bekennende Egomanen.

Und jetzt das: Kochen ist Liebe. Kann man schöner fürs Selbstangerichtete werben? Mitten in Fürth trifft uns dieser zarte Slogan ins Mark. Wenn Kochen Liebe ist, was ist dann Tiefkühlpizza? Da verstummt die Mikrowelle und im Kühlschrank geht das Licht aus.

Was Ende des Jahres leider auch auf die Traditions-Metzgerei mit dem liebenswerten Slogan in der Theresienstraße zutrifft.

Bleibt deshalb irgendwann die Küche kalt? Selbstverständlich nicht. Es geht weiter. Bei der VHS, zum Beispiel. Am 12. November wird es intim in Raum II.1 in der Hirschenstraße. „Zwiebel küsst Knoblauch“ steht auf dem Programm.

Liebe, fürchten wir jetzt, kann manchmal ein bisschen anrüchig sein. Fragt sich nur, ob sich Knoblauch oder Zwiebel durchsetzen kann und behaupten darf: Unterm Strich riech ich.