Auf den Keks

Der Aufstieg schmeckt süß. Und endlich ist Naschen zur Pflicht geworden. Denn welcher Fan kann „Nein danke, ich bin auf Diät“ sagen, wenn ihm Zuckriges in Weiß-Grün angeboten wird? Eben. Jessica Kastrop hat aber augenscheinlich noch keinen Blick in Fürther Bäckereien geworfen.

Die Autorin, deren Beziehungsratgeber „Liebe in Zeiten der Champions League: Die besten Beziehungstipps für fußballgeplagte Frauen“ ab 2. Mai in den Buchhandlungen liegen wird, hat die Fürther sowieso noch nicht auf der Pfanne. Hier – und jetzt gut zu hören Frau Kastrop! – sind Frauen nicht fußballgeplagt. Hier wird gefeiert. Am Sonntag sowieso. Und wenn das nicht reicht, dann geht’s in der anschließenden Walpurgisnacht weiter. So ist das nämlich bei den Fürtherinnen.

Gebäcktechnisch sind wir ohnehin ganz weit vorn. Mögen sich romantischere Damen mit Blümchen-Orakeln herumschlagen – wir sagen es durchs Plätzchen. Unweit der Gustavstraße (Ja, dem ersten Zentrum des Fürther Aufstiegs-Frohsinns) gibt es zum Kaffee was Süßes. Einen Fuß-Keks und einen Pilz-Keks, zum Beispiel. Was das heißen soll? Ist doch klar: Solche Fußballratgeber brauchen Fürtherinnen auch in Zukunft so dringend wie . . . exakt!

Kein Eisberg in Woodstock

Natürlich gibt es keiner zu – aber wer ist noch nie in die Versuchung gekommen, den
eigenen Namen bei Google einzugeben? Hat doch was Erhebendes, wenn die
Suchmaschine ausspuckt, dass man  zum
Beispiel bei den „Sangesfreunden Rot-Blau“  im Vorstand sitzt.  Wusste man natürlich vorher auch schon. Aber
es ist doch fein, sagen zu können: „Guck mal Schatz, ich steh‘ im Internet.“

Richtig nett ist, was die Sucherei ergibt, speist man Google in diesen Tagen mit dem
Stichwort „Fürth“. Ehrlich, so viel Antworten gab’s noch nie. Allein mehr als 4000 Verweise auf Artikel in allen nur denkbaren Presseerzeugnissen tauchen auf.

Wer Muße hat, kann dann bei einem Münchner Blatt nachlesen, dass die mittlerweile schon
legendäre Aufstiegsnachtfeier etwas vom Festival anno 1969  in Woodstock hatte. Das gefällt. Ins Grübeln
bringen einen dagegen die Zeilen eines anderen Autors, der behauptet, in Fürth
seien „Bescheidenheit und Selbstkasteiung“ engste Verwandte. Und überhaupt könnte
man hier besser mit dem Untergang der Titanic umgehen, als mit dem Aufstieg.

Da sagen wir nur, erstens war der Mann nicht in Woodstock, äh, in der Gustavstraße. Und
zweitens kann er nicht am Waagplatz vorbeigekommen sein. Da gibt’s nämlich die
Lebenslust für drei Euro. Mit Herzchen kommt das Vergnügen auf schlappe vier
Euro. Das soll uns mal einer nachmachen.

Und weit und breit nervt kein einziger Eisberg.

Im Zweifel für die Möhre

Manchmal findet Lenka es schon nervig, dass alle auf ihre Möhre starren. Dabei ist die Sache doch ganz einfach. Sie mag Möhren. Deshalb bekommt sie im Fürther Stadtparkcafé stets ein besonders schönes Exemplar serviert. Nach einem langen Spaziergang macht ihr das Nagen nämlich Spaß. Und, nein, sie will nicht abnehmen, stammt nicht aus Möhrendorf und ist auch keine Vegetarierin.

Was schade ist, denn sonst hätte sich Lenkas Herrchen bei der Volkshochschule in der Hirschenstraße für den Kochabend am 17. April anmelden können. Da geht es schließlich um „China-Küche für Vegetarier“. Die sei, verspricht die Ankündigung, „raffiniert einfach – einfach raffiniert“. Außer Lust am Schnippeln und Rühren müssen die Köche in spe bloß „Schürze und Geschirrtuch“ mitbringen. Das versteht sich freilich von selbst. Wissen wir doch spätestens seit Douglas Adams genialem Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“, dass man immer ein Handtuch mit sich führen sollte, weil es sich zum Beispiel ausgezeichnet als Nahkampfwaffe eignet.

Damit wären wir jetzt natürlich wieder bei den Möhren. Lenka, die knabbernde Hundedame, hat sich vor ein paar Tagen mächtig über den Bund der Steuerzahler geärgert. Der hat geschimpft, weil das Agrarministerium angeblich 230 000 Euro in die Züchtung bunter Biomöhren gesteckt hat: Erforscht werden soll, ob es die Dinger bald auch in Weiß, Gelb, Rot und Violett geben kann.

Lenka ist dafür. Zu ihrem Fell harmoniert doch ein kräftiges Violett entschieden besser, als das ewige Orange. Dazu würde dann ein Handtuch in einem zarten Fliederton passen. Wir sagen: Das ist einfach schick – schick einfach.