Eiskalt aufgewischt

In Punxsutawney ist just ein Murmeltier geweckt worden. Phil heißt das putzige Tier und sagt das Wetter voraus. Das allein ist ein alter Hut, spätestens seit Bill Murray mit „Täglich grüßt das Murmeltier“ in die Kinos kam. Neu ist, dass sich in diesem Jahr die Tierschutzorganisation Peta eingeschaltet hat und vorschlägt, statt eines lebendigen Nagers in Zukunft einen Roboter einzusetzen.
Darüber mag nun grübeln, wer will. In Fürth wenigstens ist man fein heraus. Hier dient zur Wettervorhersage ein Schneepaar. Die Regeln dabei sind schlicht: Wenn die beiden zerfließen, wird es wärmer. Die Treffsicherheit dieser Voraussage darf als extrem hoch eingestuft werden.
Wahrscheinlich wird die Aktion auch keine Tierschützer auf den Plan rufen. Dafür fällt feinfühligeren Naturen der Gesichtsausdruck des weißen Paares auf. Bohrende Fragen stellen sich: Warum, zum Beispiel, grinst sie so breit, während ihm die schiere Skepsis ins Gesicht geschrieben steht? Weshalb ist sie mit Haushaltsgeräten bewaffnet?
Besen, Schürze und Eimer lassen nichts Gutes vermuten. Gut, für den Frühjahrsputz ist es noch etwas zeitig. Dennoch scheint der Schneefrau zartes Stimmchen deutlich vernehmbar, das flötet: „Liebling, kannst du mal eben die Gardinen runternehmen? Und schnell aufwischen?“
Ist doch kein Wunder, dass er so mürrisch guckt. Und keiner greift ein.

Phil, du hast es gut.