Von Hirschen und Hasen

Jasmin Wagner kann man derzeit im Stadttheater bei einem Liederabend mit dem handlichen Titel „Männerbeschaffungsmaßnamen“ erleben. Wer Ende der 90er Jahre gerade alt genug war, seine Benjamin-Blümchen-Kassetten endgültig zu verbannen, weiß, dass Jasmin Wagner ein alter Show-Hase ist. Das klingt jetzt ein bisschen uncharmant, soll aber ein Kompliment sein. Schließlich war die junge Frau damals ein Teenie und nannte sich Blümchen. Mit ihr kam plötzlich eine Ahnung von Techno ins Kinderzimmer und Songs wie „Kleiner Satellit, piep, piep“.
Jetzt ist Jasmin Wagner schon seit zehn Jahren nicht mehr Blümchen, sondern tritt unter ihrem richtigen Namen auf – was die wahren Fans von einst freilich nicht daran hindert, in Erinnerungen zu schwelgen.
Eine Tätigkeit, die gerade im Moment generell viel Spaß verspricht. Wem kommt etwa beim Anblick von garantiert-nicht-Dschungelkönig Aílton spontan in den Sinn, dass der Gute mal Torschützenkönig der Bundesliga war? Auch für eine Überraschung gut ist Thomas Gottschalk, der jetzt im Ersten vor der Tagesschau als Verkaufsberater fungiert. Im Angebot bisher unter anderem: Werbung für Konzerte mit Schrott und Netrebko sowie für zwei Kinofilme. Auch in diesem Fall werden sich die Älteren vielleicht schwach erinnern: Thommy war vor langer Zeit mal ein richtig witziger Radio-Moderator.
Völlig frei von Fremdschämen oder nostalgischem Sehnen sind wir dagegen in Fürth: Die Hirschenstraße hieß tatsächlich mal Hasenstraße. Und? Schert sich noch irgendein ein alter Hase darum?