Der Waschmarder

An Fürths Ruf als Einkaufsstadt kann ja noch etwas poliert werden. Empfehlen würde sich für diese Aufgabe der junge Mann, der sich in einem großen Drogeriemarkt in der Fußgängerzone gerade mit bewundernswerter Kreativität darum bemüht hat, aus einem Waschbären einen Marder zu machen.

Das klingt merkwürdig? Fakt ist, dass dringend ein Geschenk für einen Freund gesucht wurde, der im Moment ein gestörtes Verhältnis zum Martes foina hat, zum gemeinen Steinmarder also. Die im Grunde possierlichen Tiere aus der Familie der Mustelidae sind als Kabelbeißer berüchtigt. Ein Sport, den ein Exemplar in Braunsbach denn auch ausgiebig an einem Polo betrieben hat. Was lag da näher als die Idee, Tier und Mensch unter dem Weihnachtsbaum zu versöhnen? Der Versuch gipfelte in dem Bemühen, einen Marder aus Plüsch, Gummi, Plastik oder was auch immer zu verschenken.

Machen wir es kurz: Marder gibt’s nicht. Tapire sind zu erstehen und Triceratopse, sogar Komodowarane und Dodos. So sah es aus – bis der unerschrockene Verkäufer eingriff. Schnell war die Entscheidung gefällt, einen – im Sortiment vorhandenen – Waschbären zu tunen. Allen Zoologen, die sich in diesem Augenblick winden, sei gesagt: Marder! Sind! Ausverkauft!

Mit ein paar Griffen war die passende Tönung im klassischen Marder-Braun-Beige-Grau gefunden. Inklusive Tipps zu Verarbeitung und Trockenzeit.

Und, ehrlich, er sieht gut aus. Jetzt wartet der Marder, der ein Waschbär war, auf die Bescherung. Ob er sich als Wappentier für eine unerschrockene Einkaufsstadt mit Potenzial und Knowhow auch in kniffligen Fachfragen eignet, sollte unbedingt geprüft werden.

 

Bohlen und die Butter

Eigentlich ist es für „Ihr Kinderlein kommet“ ja noch fünf Tage zu früh. Aber die Jungen und Mädchen laufen hier so hochmotiviert durch Fürth, dass man schon gerne wüsste, wo es denn hin geht. Leider haben wir keine Ahnung. Anders als Dieter Bohlen werden wir ihnen deshalb aber nicht vorhalten, dass uns „heute zehn Prozent fehlen“. Ein Kommentar, mit dem der Mann, den sie Pop-Titan nennen, unseren Fürther „Supertalent“-Anwärter im Finale überraschte.

Fest steht, dass sowohl die Regenschirm-Kinder, als auch unser gescheiterter Kandidat Julian Pecher ein Ziel haben. Das hatten Marga und Karl heute Morgen auch. Leider war es nicht das gleiche. Dabei sind die beiden nach 42 Ehejahren ein eingespieltes Team. Längst perfektioniert ist zum Beispiel der gemeinsame Einkauf. Karl fährt auf den Parkplatz. Marga steigt aus und erobert zielstrebig den Supermarkt, die Liste mit den Sonderangeboten griffbereit in der Handtasche, während der Gatte einen Einkaufswagen greift und emsig hinter ihr herschiebt.

Just am Butterregal spürte Marga heute in Poppenreuth eine ungewohnte Leere hinter sich. Karl war weg. Zum Wundern blieb ihr nicht viel Zeit, denn in diesem Augenblick traf sie zufällig auf eine Nachbarin, die Erstaunliches berichtete: „Der Karl rennt nebenan beim ,Adler’ rum und sucht dich. .  .“

Marga und Karl sind wieder vereint. Jetzt muss nur noch geklärt werden, ob zuerst die Butter und dann die Sonderangebots-Unterhosen eingekauft werden sollten. Oder umgekehrt.  Erstaunlich findet Marga bloß,  dass sie zum ersten Mal mit Dieter Bohlen einer Meinung ist:  Die Performance von Karl fand sie heute auch nicht hundertprozentig.

Niko in Aspik

Von drauß’ vom Walde kommt er her und er muss sagen, es regnet sehr. . . Machen wir uns nichts vor, so ein Nikolaus in Aspik hat’s nicht leicht. Mit leuchtenden Kinderaugen hat er gerechnet. Vielleicht auf Gedichte gehofft. Ein paar ernste Worte hätte er gerne gesagt. Zu denen zumindest, die nicht artig waren. Und jetzt? Steht er auf dem Fürther Weihnachtsmarkt und kriegt nicht mal einen Regenschirm ab, sondern bloß eine blöde Plane.

Wobei der Gute in diesen Tagen nicht alleine ist. Nicolas Sarkozy, zum Beispiel, hat Carla Bruni geheiratet. Eine Frau, die nicht einfach Model war. Nein, Super-Model galt bei ihr als völlig zulässige Berufsbezeichnung. Modisch ist Carla auch als junge Mutter ein Hingucker. Und mit wem verbringt ihr Gatte derzeit seine Tage?

Sarkozys Verhältnis zu Angela Merkel, das kann man in der „Tagesschau“ sehen, ist prima. Ob er Hosenanzüge mag? Man weiß es nicht. Ahnt aber was.

Ein Phänomen, das sich übrigens auch einstellte, als Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei ihrem Auftritt im „Star Quiz“ der ARD bekannte, sie habe sich schon als junges Mädchen gewünscht, Herbert Feuerstein als Quiz-Partner zu bekommen. Der so Gelobte wurde leider nicht befragt, wen er sich denn als Frage-Partnerin erhofft hatte. Feuerstein blieb stumm.

Also, lieber Nikolaus vom Fürther Weihnachtsmarkt, was lernen wir daraus? Plane tragen ist schick, wenn man’s genau betrachtet.