Oh, Tannenkranz

Es gibt Mysterien, die werden wohl auf ewig ihre Rätsel für sich behalten. Das Verhalten weiblicher Wesen beim Weihnachtseinkauf dürfte in diese Kategorie fallen. Nehmen wir die beiden Freundinnen, die in der Schwabacher Straße gut gelaunt und zielsicher eine Anhäufung von Tannenkränzen anstreben. „So einen brauch’ ich für unsere Haustür“, erklärt Freundin eins, bleibt stehen und beginnt Stück für Stück die nadeligen Gebinde zu begutachten. Der Laden ist prima sortiert, das Prozedere zieht sich hin. Als endlich jedes einzelne Teil sorgfältig betrachtet, geprüft und zur Seite gelegt ist, entringt sich der gründlichen Käuferin ein tiefer Seufzer. „Irgendwie sind die alle gleich“, spricht sie. Nimmt den erstbesten Kranz und zahlt.

Wenige Schritte weiter. Ein Kleidungsgigant aus dem Norden. Ähnliche Konstellation. Zwei Frauen, um die Zwanzig, betreten das Geschäft. Die ersten erblickt etwas, eilt hastig zu einem Ständer mit T-Shirts, greift ein Teil und ruft rückhaltlos begeistert: „Genau so eines habe ich gesucht – nur in einer anderen Farbe, etwas anders geschnitten und mit einer Schleife am Hals.“

Was lernen wir daraus? Keine Ahnung. Das vorweihnachtliche Shopping-Mysterium fordert mal wieder seinen Tribut.