Schachmatt in Fürth

Bevor wir weiter darüber grübeln, welche modischen Finessen uns in diesem Herbst gut aussehen lassen, sollten wir einen Blick auf dieses Foto von Heinrich Lotter werfen. Was lernen wir daraus? Richtig. Hauptsache die Haltung stimmt, dann wird auch ein Badetuch zum Gewand und die Frage nach der passenden Hose erübrigt sich.

Wann genau Heinrich Lotter, der Fotograf, der das Leben in Fürth in rund 4000 spannenden Aufnahmen zwischen 1900 und 1940 dokumentierte, dieses Bild hier aufnahm, ist nicht ganz sicher. Dieser Ausdruck fränkischer Daseinsfreunde beim Spontan-Tango im Badedress ist aber mit einer ganzen Reihe weiterer großartiger Fotos in der Ausstellung „Menschen auf der Straße – Ein Bummel durch vier Jahrrzehnte“ noch bis 25. Oktober im Schloss Burgfarrnbach zu bewundern.

Heinrich Lotter, der 1871 zur Welt kam und 1950 starb, kreiste nicht nur mit seiner Kamera durch seine Heimatstadt und fotografierte seine Mitbürger, der Mann war auch ein leidenschaftlicher Schachspieler. Was relativ einfühlsam zu einem besonderen Faible in seiner Fotoauswahl führt: Lotter hatte ein Auge für die Damen seiner Zeit. Er fotografierte sie in wippende Rüschenkleider gehüllt und mit großen Hüten dekoriert. Fleißige Frauen, die tapfer den Kampf mit der Kochwäsche aufnahmen, sind ebenso auf seinen Bildern zu sehen wie Händlerinnen und Marktfrauen. Mit Interesse widmete sich Lotter aber auch der weiblichen Bademode im Spiegel der Jahrzehnte. Kenner sagen, es sei nicht auszuschließen, dass seine Fotos das erste Aufkommen von Zweiteilern dokumentieren, lange bevor irgendjemand das Wort Bikini buchstabieren konnte.

Zu schade, dass der schachspielende Fotograf versäumte, die meisten seiner Aufnahmen mit einem Datum zu versehen. Nicht auszudenken, wenn Fürth in die Geschichtsbücher als Stadt der ersten Bikinis eingegangen wären. Männer auf der ganzen Welt hätten wahrscheinlich ihren Hut gezogen.

Und wären umgehend schachmatt gegangen.

 

Mit Zitronenscheibe

Männer haben’s schwer. Herbert Grönemeyer hat das immer schon gewusst. Dieser kleine Auszug aus der Speisekarte eines kuscheligen Fürther Restaurants dürfte endgültig den Ernst der Lage bestätigen.

Das Männerschnitzel ist ja keine ganz neue Küchenkreation. Allerdings kam es bislang doch etwas feinsinniger um die Ecke, nannte sich zum Beispiel Jägerschnitzel. Eingeweihte, das wollen wir gar nicht verschweigen, wussten allerdings stets, was da gebruzzelt wird. Aber hat sich die Zunft der Waidmänner je gewehrt? Mit soviel duldsamer Zurückhaltung sollte nun Schluss sein.

Wie wenig die Öffentlichkeit bislang bereit war, diese brutzelnd heiße Thema anzuschneiden, beweist ein brandneues Experiment, das die Universität des Saarlandes gerade veröffentlichte: Demnach hat die   Psychologin Johanna Lass-Hennemann zusammen mit dem ZDF herausgefunden, dass vor allem ältere Frauen auf Männer mit Brusthaaren stehen.

Was das im Hinblick auf Zubereitung und Panade bedeutet, wollen wir uns lieber gar nicht ausmalen. Bevor jetzt mit Leidenschaft die Diskussion geführt wird, ob das Männerschnitzel mit Zitronenscheibchen und Sardelle oder besser blanko serviert wird, möchten wir uns auf den Weisen aus Bochum berufen und mit ihm eindringlich plädieren: „Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich.“

Und das gilt auch für Fürth.

Verloren in Poppenreuth

Pinguin-Freunde in aller Welt sind besorgt. Happy Feet, der Jungspund im Frack, der sich nach Neuseeland verirrt hatte, ist verschwunden. Dabei wollten seine Fans doch dank Peilsender miterleben, wie er emsig die 3000 Kilometer in die heimatliche Antarktis zurückschwimmt. Aus Poppenreuth kommt jetzt eine wichtige Erkenntnis in Sachen Heimweg, die den Pinguin-Kundlern weiterhelfen wird. Weiter lesen