Froschperspektive

Wir sind mittendrin. Oder zweifelt noch jemand daran, dass sich das Sommerloch  weit geöffnet hat und verschlingt, was sich nicht wehrt? Bevor wir jetzt darüber brüten, welche spannenden Nachrichten uns entgehen, weil sie sich am Grund des ominösen Lecks räkeln, sei noch die Frage gestellt, ob 2011 der Sommer wird, an den wir uns später bloß noch vage erinnern, wenn einer sagt: „2011? War da nicht was mit Fladen im Wald?“

Ein schöner Mist. Ob die Störche, die sich gerade im Fürther Wiesengrund zum Abflug Richtung Süden sammeln, genauso denken – wer weiß. Tatsache ist, dass der engagierte Naturschutzwächter Herbert Schlicht weiß, was Störche wollen: Lecker Frisch-Frosch, nur so zum Beispiel.

Damit können wir dienen. Im Wiesengrund ist angerichtet, sagt Schlicht. Dank der „feuchten Witterung der letzten Wochen“ sei das Angebot an Frösche und Insekten für den schnabulierenden Storch prima. Jetzt möchte man natürlich lieber nicht daran denken, wie der Frosch als solcher über so viel Begeisterung für seine zarten Schenkel denkt. Tatsache ist aber doch, dass hier endlich mal jemand das Wetter lobt.

Das allein ist ja eigentlich schon eine Meldung wert. Doch das Ganze lässt sich noch steigern. Wir schauen jetzt entspannt auf das Foto des  Parkhausdecks in der Mathildenstraße und denken – Nein! Das nicht! – also, wir denken: Der Himmel über dem Parkhaus ist strahlend blau. Es ist Sommer in Fürth. Lasst euch das mal durch den Kopf gehen, ihr Störche, wenn ihr einen letzten Abschiedsblick auf diese Stadt werft.

Ein Frosch, wer da noch was zu meckern hat.

 

 

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Eine Chance für Yvonne

Dieser Sommer gibt so manches Rätsel auf. Bevor wir aber ergründen, wann es sich noch einmal lohnt, aus den Gummistiefeln zu schlüpfen und den Grill anzuwerfen, wäre es eigentlich an der Zeit, das Geheimnis der Mauertür zu lüften.

Mitten in der Fußgängerzone wirft der Anblick der ebenso sorgsam wie unauffällig eingearbeiteten Pforte nicht nur Frage auf (Wo ist die Klinke? Warum fehlt ein Schlüsselloch? Wohin kommt der Durchschreitende?), sondern lehrt uns auch Wesentliches. Zum Beispiel  dürfte doch jetzt endlich klar sein, wohin so mancher Plan entschwindet, der zunächst frohgemut gepriesen, dann aber irgendwann mit kompletter Amnesie belegt wurde. Wer weiß denn, ob sich hinter diesem geheimnisvollen Einlass nicht ein Regal befindet, auf dem in Reih und Glied zum Beispiel die nie realisierten Fürther Kino-Neubau-Hoffnungen vor sich hindämmern?

Was jetzt relativ elastisch zu Altmeister Hitchcock führt, der in diesen Tagen seinen 112. Geburtstag feiern könnte. Beinahe taucht vor dem geistigen Augen jetzt schon Gary Grant auf, wie er in einem vergessenen Werk des genialen Alfred in letzter Sekunde – genau, die Tür in der Fürther Wand findet und seinen Hächern entkommt. . .

Experten zweifeln noch, ob das verschollene cineastische Highlight den Titel „Die Tür zum Hof“ oder „Die Vögel II“ trug. Wobei letzteres passender erscheint, da Fürths Fußgängerzonen-Tauben derzeit augenscheinlich mit Tiefflugübungen beschäftigt sind. Die Chance, dass so ein grauer Kamikaze nur wenige Zentimeter oberhalb des Scheitels über einen hinweg gleitet, ist nämlich groß. Immerhin darf das Ganze als komplett ungefährlich angesehen werden.

Was die Fürther Tauben anscheinend von Problemkuh Yvonne unterscheidet. Die soll jetzt von einem feschen Kollegen becirct werden. Tierschützer versicherten gerade, der Gute sei „seriös, ruhig und aus Sicht der Kühe ein sehr schöner Stier“.

Nun, wenn Problem-Yvonne und ihr Schöner noch ein bisschen ihre Ruhe haben wollen, bevor es wieder nach Hause geht – in Fürth wüssten wir ein unbeobachtetes Gelass hinter einer geheimnisvollen Tür. . .

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Abhängen mit Drachen

Ferienzeit in Fürth hört sich gut an. Das Telefon schrillt seltener. Vom Frankenschnellweg kommt definitiv ein sanfterer Sound als sonst. In der City schlägt frühestens um zehn am Morgen der erste Bewegungsmelder ernsthaft an und Parkplätze gibt es im Moment wirklich überall.

Entspannung macht sich breit. Abgesehen jetzt vielleicht mal vom Nürnberger Flughafen, dessen bis nach Fürth vernehmbarer Lärmpegel gewiss nicht gesunken ist. Dafür vermittelt das konstante Brummen aufsteigender Jets denen, die hier bleiben dürfen, das süße Gefühl, die Stadt für sich zu haben. Und mit Nachbarn, deren Fußballer gerade dafür ausgezeichnet wurden, dass sie in der frischen Bundesliga-Saison die hübschesten Trikots tragen, können wir im Moment ohnehin einen Tick milder umgehen als gewöhnlich.

Wer wollte sich schließlich über Kleinigkeiten aufregen? Wobei – der erste Blick auf die Titelseite der Fürther Nachrichten heute Morgen brachte schon kurzfristig den Blutdruck in Wallung: „Fürther Drache erwacht wieder“ stand da zwar nicht. Denn in Furth im Wald wird das Roboter-Untier an die Steckdose gefesselt. Bis die Abwesenheit der beiden alles entscheidenden Punkte das morgenmüde Hirn erreichte, brauten sich dort bereits verwegene Fragen zusammen: Wer hat den Fürther Drachen geweckt? Legt der OB schon die schimmernde Rüstung an?

Geschenkt. Es ist August und Abhängen ist beinahe schon Pflicht. Auch in der Maistraße. Da zeigen die beiden Schwarznasenbären in einem Fenster, wie’s geht.

Wir werden nachziehen. Sobald dieser verflixte Klapp-Liegestuhl besiegt ist. Und dann suchen wir uns einen schönen Platz. Vielleicht nicht unter Linden. Wegen der Blätter, Siegfried und so. Nicht, dass der Drache am Ende genauso kurzsichtig ist, wenn es um Punkte geht und nur auf schicke Trikots guckt.

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Löwenanteil

Richtig, dieses Großmaul taucht zum zweiten Mal hier auf. Aber kann man einem kreativen Löwen den Auftritt verwehren? Kaum hat unser Marmor-Freund aus dem Stadtpark den schmucken Blütenkranz (siehe: „Wer wird denn gleich maulen?“) abgeworfen, posiert er nun mit einem Glas samt zierlicher Zitronenscheibe zwischen den Tatzen.

Das will, das muss uns doch etwas sagen. Pessimistische Naturen könnten jetzt einwenden, dass das nämliche Glas leer ist. Was die leidige Diskussion zwischen Nörglern und Idealisten, ob das Ding jetzt halb voll oder halb leer da steht, von vornherein sinnlos macht. Trotzdem können die Optimisten unter uns an dieser Stelle ein paar Punkte wettmachen: Schließlich ist das Glas tatsächlich trocken bis auf den Bodensatz. Was in diesem regenschweren Fürther Sommer für ein paar trockene Stunden spricht. Außerdem liegt, großzügig betrachtet, der Löwenanteil des Sommers so wie so noch vor uns.

Das wirft jetzt die Frage auf, ob der Fürther Optimismus-Faktor überhaupt schon einmal gemessen wurde? Wir gehen von einem ansehnlichen Wert aus. Allein die Wellen nimmermüder Zuversicht, die vom Ronhof ausgehen, lassen doch nur diesen Schluss zu. Mal ganz abgesehen davon, dass vor wenigen Stunden der Vorverkauf für den Sommernachtsball 2013 gestartet ist. Für Vormerker: Am 20. Juli 2013 ist es soweit, Ersatztermin ist der 27. Juli 2013, dann, so steht es auf der „Comödie“-Homepage geschrieben, wird „der Ball auch bei ungünstiger Wetterlage durchgeführt“. Zugeben, am optimistischen Klang dieser Zeile könnte man noch feilen.

Immerhin dürften wir 2013 im bis dato zum Einkaufs-Mekka gereiften Fürth mühelos ein wasserfestes Ball-Outfit shoppen können.

Das sollte auch hartgesottene Pessimisten freuen.

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